Moderiese mit Sinn für Verantwortung?
797 Prozent der Deutschen kennen C&A, 52 Prozent haben 2009 mindestens... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Die Fußball-WM in Südafrika ist nicht nur eines der wichtigsten Großereignisse im Sport in diesem Jahr, sie steht auch für ein Riesengeschäft der Ausrüster, Sponsoren und Sportartikelhersteller. Die ersten drei Plätze unter den Weltmarktführern im Sportausrüstungsbereich belegen der US-Amerikaner Nike, sowie Adidas und Puma. Alle drei standen vor zehn Jahren in scharfer Kritik was Produktionsbedingungen und Umweltstandards in den Zulieferbetrieben und -ländern angeht, in den vergangenen Jahren haben sich Engagement und Image jedoch erheblich gewandelt. Abgeschlossen ist ihr Lern- und Arbeitsprozess allerdings noch nicht.
Für Maik Pflaum von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) kam der Anstoß zum Umdenken in den Unternehmen von außen: „Ich denke, das war die Summe der Kritik, die vor ungefähr zehn Jahren hochkam, Nike hat zum Beispiel in den USA schon in den 90er-Jahren besonders viel abbekommen.“ Für ihn steht weiterhin keine der drei Marken für nachhaltiges Wirtschaften: „Ich bin auf keinen Fall zufrieden. Im Bereich Arbeitsbedingungen hat sich kaum etwas getan in den letzten Jahren. Meiner Meinung nach war das alles nur Kosmetik.“ Mit dem aktuellen Projekt „Profitgier die Krallen zeigen“ fokussiert die Kampagne zwar auf Puma, „wir haben uns aber auch auf Adidas bezogen, Puma hat sich jedoch besonders für die WM engagiert – im Bereich Marketing“, sagt Pflaum.
Sind also alle Code of Conducts wertlos? Und Namen wie Puma-Safe, Adidas Sozial- und Umweltteam (Social and Environmental Affairs, SEA), Nikes Shape (Safety, Health, Attitude of Management, People and Environment) mit aufwendigen Auditorenprogrammen nur heiße Luft? „Der Kontrollzirkus ist ein Ablasshandel“, urteilt Maik Pflaum, „man gibt viel Geld aus, um Berichte zu kriegen, die ein bisschen kritisch sind, dabei weiß man doch ohnehin, dass es Arbeitsrechtsverletzungen gibt.“
Bei Puma klingt das anders, das Unternehmen argumentiert mit unterschiedlichen Lebenshaltungskosten: „Gemäß seines Verhaltenskodexes arbeitet Puma nur mit Zulieferern zusammen, die eine Entlohnung zahlen, die „die Grundbedürfnisse befriedigt sowie die Gewährung aller gesetzlich geregelten Vergünstigungen“ sicherstellt. Es ist richtig, dass die gesetzlichen Mindestlöhne in manchen Ländern verglichen mit den Lohnniveaus in Europa oder den USA niedriger angesetzt sind. Allerdings muss bei einem Vergleich der Lohnsummen in den Produktionsländern mit hiesigen Standards die unterschiedliche Kaufkraft vor Ort berücksichtigt werden“, antwortet Kerstin Neuber, stellvertretende Unternehmenssprecherin bei Puma. „Die Realität ist leider immer noch, dass ein Puma-Arbeiter oftmals nur ein Viertel von dem verdient, was eine Familie benötigt“, sagt hingegen Pflaum.
Kommentare (13)
abonnieren
TraumSpinner
schrieb am 28.06.2010 um 23:24 ¶charli4rb
schrieb am 27.06.2010 um 12:26 ¶Kommentar schreiben
Bitte neu registrieren oder anmelden um einen Kommentar zu schreiben. Neu: auch über