„Der Konsument unterschätzt seine Macht“
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besser: wissen - machen - kaufen
Dalys Diagnose lautet: “Ein wachsender Durchsatz führt dazu, dass immer mehr von derselben Nahrung durch einen immer größeren Verdauungstrakt gepresst wird.“ So läuft es im konventionellen Wirtschaftssystem, das materielles Wachstum auf seine Fahnen geschrieben hat. Doch jeder Verdauungstrakt kommt an natürliche Grenzen, so wie auch die Wirtschaft in einer endlichen Welt nicht unendlich wachsen kann. Daly spricht daher von „Entwicklung“ als Gegenstück zur Idee des permanenten Wachstums: „Entwicklung bedeutet, bessere Nahrung zu essen und sie gründlicher zu verdauen.“
„steady-state“ = stationärer Zustand, Dauerzustand
Sein Vorbild ist die Erde: Sie befindet sich nahezu in einem Gleichgewicht, ihre Masse wächst oder schrumpft nicht – und der Zufluss an Strahlungsenergie entspricht der Abgabe von Energie an das Weltall. Doch das ist kein statischer Zustand, weil innerhalb dieses stabilen Systems eine Vielzahl qualitativer Veränderungen möglich ist. Nun hat sich aber das Subsystem Wirtschaft immer mehr auf dem Planeten ausgedehnt. Daly stellt fest: “Je mehr die Ökonomie die Größe der ganzen Erde annimmt, desto stärker muss sie sich an ihre physikalischen Bedingungen anpassen.“ Das Ziel sei eine „Steady-State-Ökonomie“, also ein Wirtschaftsystem, das langfristig in ein Gleichgewicht tendiert. „Wachstum ist immer mehr von derselben Sache“, argumentiert der Wissenschaftler, „Entwicklung bedeutet dieselbe Menge einer besseren Sache.“ Denn die Umwelt sei nicht mehr in der Lage, den Stoffumsatz zu verdauen, der für eine überdimensionierte Wirtschaft nötig ist – und erst recht nicht für eine wachsende Wirtschaft. „Ökologisch wäre eine Wirtschaft nur dann“, schreibt Daly, „wenn deren Durchsatz konstant und auf einem Niveau bleibt, auf dem weder die Regenerationsfähigkeit noch die Absorptionskapazität der Umwelt überschritten wird.“
Daly geht davon aus, dass inzwischen die Kosten des Wachstums dessen Nutzen übersteigen: „Die quantitative Ausdehnung des ökonomischen Systems steigert die ökologischen und sozialen Kosten stärker als die Gewinne aus der Produktion“, schreibt der Wissenschaftler, „wir werden ärmer und nicht reicher, besonders in den Ländern mit einem hohen Konsumniveau.“ Ein Beispiel: Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) waren zwar als Treibgase ungiftig und profitabel, verursachten aber ein Loch in der Ozonschicht. Ein Schaden, der den Nutzen der FCKW weit in den Schatten gestellt hat. Daly: „Es lässt sich aber schwer erkennen, dass durch Wachstum die Kosten schneller steigen als der Nutzen“. Der Grund: Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung unterscheidet nicht zwischen den zwei Größen. „Wir werfen Kosten und Nutzen als ‚Aktivität’ zusammen, wenn wir das Bruttoinlandsprodukt (BIP) berechnen“, so Daly. Daher fordert der Wissenschaftler das Bruttoinlandsprodukt in ein Kosten- und Ertragskonto aufzuteilen. Das Wachstum einer Wirtschaft ist dann zu stoppen, wenn die Kosten die Erträge übersteigen.
Kommentare (27)
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SushidieSau
schrieb am 05.09.2010 um 12:48 ¶topist
schrieb am 05.09.2010 um 10:54 ¶Kommentar schreiben
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