"Tiere sind keine Maschinen"
7Utopistin "earthling." spricht im Interview über veganes Kochen und... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Frank Rinn
Rinntech

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Operation gelungen – Patient tot. Nach dieser Methode wurden nicht nur in der Forstwirtschaft lange Zeit Bäume auf ihren Zustand überprüft. War der Baum abgesägt, wusste man, wie es ihm ging. Man hatte allerdings im Zweifel auch einen völlig gesunden Baum flach gelegt. Bis der gelernte Zimmermann und studierte Physiker Frank Rinn einen Kleinstbohrer an einen Computer anschloss und eine Technik erfand, die eine Revolution bedeutete. Mit dem zwar dünnen, aber äußerst widerstandsfähigen Bohrer ist es möglich, ins Innenleben selbst massiv gewachsener Bäume vorzudringen, ohne sie dabei zu schädigen. Klimaforscher bekommen von dem Heidelberger die geforderten Expertisen, ohne dass ganze Wälder gerodet werden müssen. Aber sein Wirkungsfeld reicht weiter: Forste können nachhaltiger bewirtschaftet werden, weil Rinn exakt berechnet, wie schnell der Wald wächst und wie viel Biomasse entnommen werden kann, Grundstücksbesitzer lassen ihren straßennahen Baumbestand auf die Verkehrssicherheit prüfen, ohne dass es in Kahlschlag ausufert, und auch der Denkmalschutz freut sich, weil Kosten begrenzt werden. Wurde früher antikes Gebälk auf Verdacht komplett erneuert, ist Rinn in kurzer Zeit dem Holzwurm dort auf der Spur, wo er auch wirklich nagt.
Dass der Heidelberger seine Idee überhaupt zur Marktreife bekommen würde, stand allerdings lange Zeit in den Sternen. „In den achtziger Jahren waren Worte wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz noch Fremdworte“ Die neue Sensibilisierung für den Wald als Klimaschützer spielte ihm in die Hände, Ende der 90er Jahre überreichte Klaus Kinkel den renommierten Deutschen Innovationspreis. Dass sich auf dem Markt mittlerweile einige Nachahmer tummeln, die mit Rinns Technik ihr Geld verdienen, kommentiert er gelassen: „Als Patent-Inhaber sind wir in der Forschung sowieso weiter. Und für uns bedeutet Wettbewerb, einfach besser und innovativer zu sein als die anderen.“
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Sonja Grunwald
Fairschenken.com

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Man kennt den Gedanken: Die Spende nach Afrika ist gut, aber eigentlich müsste man doch vor Ort anfangen. Die Einzelhändler unterstützen, zum Beispiel. Oder die letzten Handwerksbetriebe. Und überhaupt wäre es nicht schön, wenn in diesem reichen Land jeder die Tätigkeit ausüben könnte, die er möchte und dafür angemessen bezahlt wird? Klingt wie eine klassische Utopie.
Sonja Grunwald hat aus ihrer Utopie eine Unternehmensidee gemacht: Fairschenken.com ist ein Portal für in Deutschland produzierte Ware, die Werkstätten und kleine Betriebe unterstützt. Handwerker und Händler bekommen einen Markt für ihre Produkte und damit eine Existenzchance. Und Konsumenten bekommen ein Angebot, dass Sie sonst nur nach langem Suchen finden würden. Berliner Essbrettchen zum Beispiel. Das sind Frühstücksbretter mit Berliner Fotomotiven. Oder Baby-T-Shirts aus Biobaumwolle, produziert in Düsseldorf. Made in Germany bekommt da doch gleich einen ganz anderen Anstrich. Die Idee zu Fairschenken.com kam Sonja Grunwald vor drei Jahren beim Auspacken eines Weihnachtspräsentkorbs. „Da war viel Mist dabei. Und dann denkt man - man müsste doch mal selbst etwas machen.“ Mittlerweile läuft der Laden, die Produkte findet Sonja Grunwald übers Internet, durch Tipps von Freunden oder auf Märkten. Für die Zukunft ist eine Sortimentserweiterung geplant. Privat steht ebenfalls eine Erweiterung an. Sonja Grunwald holt im nächsten Frühjahr ihr Abitur nach.
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Rolf Pfeifer
forum anders reisen e.V.

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Bei aller Klimapanik und C02-Emissions-Zählerei: Eine Reise hat viele Vorteile. Man sieht einen neuen Ort, lernt neue Menschen kennen, häufig auch eine andere Kultur, man entspannt sich vom Alltag und findet im Idealfall ein bisschen zu sich selbst. Im Idealfall. Denn viel häufiger entstehen beim Wort Reise Bilder wie diese im Kopf: Hotelketten am Strand, Flughafenwartehallen, Rollbänder, Sonnenbrand, Familienstreit, Langeweile.
Rolf Pfeifer will etwas gegen die Bilder des monotonen Pauschalangebots tun. Der Diplomingenieur, Mitbegründer von atomsfair und ehemalige Mitarbeiter des Ökoinstituts in Freiburg hat mit forum anders reisen einen Verein gegründet, der alternative Reiseveranstalter repräsentiert und unterstützt. Mit diesen Anbietern geht es nicht mehr zum nächsten Wellnessresort, sondern zum Beispiel direkt in ein afrikanisches Dorf. Dort übernachten die Touristen nicht nur, sie spenden auch gleichzeitig mit dem Bezahlen ihrer Reise für Projekte vor Ort. „Der Tourismus sollte die Bevölkerung immer in die Reise mit einbeziehen. Dann wird Reisen sinnvoll, für beide Seiten,“ so Pfeifer. Der 42jährige selbst hat länger als Reiseleiter in Ecuador gearbeitet. Dort konnte er die Auswirkungen des Tourismus direkt beobachten und weiß wie unentspannt ein entspannter Urlaub für das Gastgeberland sein kann. Die nächste Reise geht übrigens von Athen nach Peking. Mit dem Fahrrad.
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Mustafa Yilmaz und Ali Onur Firat
Greensta.de

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Wer sagt, Unternehmensgründungen sind ein schwieriger Prozess, sollte das hier lesen. Es ist nämlich alles ganz einfach, wenn man mit der Leichtigkeit von Mustafa Yilmaz und Ali Onur Firat an die Sache ran geht. „Wir haben nach einem Server gesucht, der auf Ökostrombasis läuft, haben aber nur sehr teure Angebote bekommen. Also dachten wir uns: Wir mieten uns unseren eigenen Server und bieten selbst Webspace an.“ Gesagt, getan.
Der Server wurde angemietet, ein Name gefunden (Greensta.de), der Strom kommt von Greenpeace Energy, einem Anbieter, der so Yilmaz wirklich zu 100% in erneuerbare Energien investiert. Das Kapital gibt die ökologisch-ethische GLS Bank. Greensta.de ist jetzt drei Monate alt - und liegt preislich weit unter den gängigen Anbietern. Wie geht das? Das wissen Yilmaz und Firat auch nicht so recht. „Wahrscheinlich verkaufen die anderen Anbieter ihren Webspace mit Aufpreis, weil Ökostrom noch so etwas Exklusives hat.“ Es soll ihnen aber nur recht sein, denn der ideelle Wert des Unternehmens steht vor der Profitmaximierung. „Unsere Utopie ist der totale Atomausstieg. Mit Greensta gehen wir einen ersten, machbaren Weg.“ Die Kundenakquise läuft noch über Anzeigen bei Google und über Mund-zu-Mund-Propaganda. Bisher mit Erfolg. Dass die Kundenzahl jedoch nicht so schnell wächst wie die Zahl der Anfragen steigt, steht auf einem anderen Blatt: Viele Domainbesitzer können häufig nicht so schnell wechseln, weil sie in 24-Monats-Tarifen fest hängen. Denken Sie also an Yilmaz und Firat, bevor Sie für eine Domain einen neuen Vertrag abschließen.
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Gundula Oertel und Andreas Fußer
Nature-Rings.de

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Geschäftspartner Andreas Fußer krächzt wie ein Rabe. Zumindest auf dem Telefon von Gundula Oertel. Die hat ihren Bekannten jeweils eine Tierstimme als Klingelton zugeordnet. Die Biologin bringt Mensch und Tier gerne zusammen: Zusammen mit Andreas Fußer gründete sie nature-rings.de – ein Downloadportal für Klingeltöne, das ausschließlich Tierstimmen anbietet. Eine Idee, die aus einem nachvollziehbaren Hintergrund entstand: „Ich konnte die gängigen Klingeltöne einfach nicht mehr ertragen.“ Da passte es gut, als die ehemalige Campaignerin des B.U.N.D eine alte CD mit Vogelstimmen wieder entdeckte. Tierstimmen als Klingelton, das sollte es sein. Für jeden zugänglich, angeboten von einem Internetportal. Das Geschäftsmodell: Für jeden bezahlten Download spendet der User automatisch in ein Naturschutzprojekt. Das Projekt leistet wiederum einen Betrag pro Spende an nature-rings.de. Soweit so gut. Da es jedoch auch in der Natur zumindest kein aufgenommenes, lizenzfreies Material gibt, musste eine passende Quelle für die Tierstimmen gefunden werden. Die Berlinerin hatte Glück: Das umfangreiche Tierstimmenarchiv der Humboldt-Universität stellte ihr das Material gegen eine Gebühr zur Verfügung. Klingt alles reibungslos. Aber verdient man damit auch Geld? Der Breakeven sei noch nicht erreicht, sagt Gundula Oertel, nicht ohne ein Grinsen. Sie weiß, dass sie den Menschen mehr gibt als einen Klingelton. „Mit der Website machen wir ja eigentlich neben der Spendenarbeit auch Umweltbildung. Die Menschen erfahren über die Tiere, ihre Bedrohung und lernen einmal wieder, den Stimmen aus ihrer Umgebung zuzuhören.“ Umweltbildung heißt heute übrigens Social Entrepreneurship. Und das ist in. Und die Klingeltoncharts? Auf Platz eins steht mit großem Abstand das Wolfsgeheul. Gefolgt vom Gurren des Waldkauzes.
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Kommentare (14)
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anonym
schrieb am 28.06.2008 um 10:52 ¶Dziga
schrieb am 18.06.2008 um 19:44 ¶Kommentar schreiben
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