Die total versaute Bildergalerie

 

 

 

 

 

 

 

 







Fleisch hat viele Gesichter. Zum Beispiel die schiefe Fratze einer "Gesichts-Mortadella", die vermutlich entwickelt wurde, um die carnivore Hemmschwelle von Kleinkindern herabzusetzen. Durch Fleischskandale, Berichte über erschütternde Zustände in der Massentierhaltung und die immer wieder aufs Neue geführte Debatte über die moralische Vertretbarkeit von Fleischkonsum wird die fleischliche Verunsicherung beinahe täglich aufs Neue belegt wie ein Toast mit einer Salamischeibe.

Fleisch - was ist das?

Obwohl es mit jährlich rund 60 Kilo pro Kopf noch immer Bestandteil der deutschen Nahrungsmittel-Grundausstattung ist, haben wir scheinbar den Bezug zu Fleisch verloren. Kühe und Schweine will niemand leiden oder gar sterben sehen, und doch schmieren wir uns ihre Körper aufs Brot, als würde in uns die Grundsatzfrage brennen: Wer soll zuerst sterben - ich oder das Viech?

Derart verwirrt und entfremdet müssen wir uns die Frage stellen: Was ist Fleisch?

In den Jahren nach dem Krieg avancierte es zur Rolex des kleinen Mannes - einem Luxusgut, dessen Vorhandensein als Kriterium für eine gesicherte Zukunft galt. Unter solch günstigen Bedingungen konnte die Fleischindustrie durch Kunstgriffe in die Pathos-Schublade ihr Produkt leicht zum ganzheitlichen Lebensmittel-Schlager hochjazzen und warb stolz: "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft." - "Nur wenn es noch lebt", stichelten da schon die Vegetarier - und hatten damit auch nicht ganz unrecht. Denn machen wir uns nichts vor: Zum Zeitpunkt des Verzehrs ist Fleisch in aller Regel tot.

Eine schnelle Google-Suche macht die Verwirrung schließlich perfekt: Die ersten etwa 50 Ergebnisse für den Suchbegriff "Fleisch ist" zeigen: Derzeit ist Fleisch am ehesten ein Gemüse (?!). Und zwar das Gemüse eines Mannes, der mit Nachnamen so heißt wie ein verdickter Pflanzenstängel. Verrückt.

Internationales Fleischbewusstsein

In Japan fand man indes heraus: Ein Kilo Rindfleisch entspricht laut Umweltbilanz der Klimabelastung einer 250 Kilometer langen Autofahrt. Dieser Erkenntnis Fischlobbyismus zu unterstellen, ist aussichtslos: Auch in Bayern forscht man am fleischverursachten Klimaschaden. Das dortige Umweltministerium warnt: Ein Kilo Rindfleisch herzustellen erzeugt Treibhausgase im Gegenwert von 36 Kilo CO2. In Schweden weiß man schon seit 2003, dass die Rinderfütterung mit Weidegras energieeffizienter und klimafreundlicher ist als die mit Kraftfutter. Im gleichen Jahr entstand in Neuseeland die Idee einer Blähungssteuer für den Methanausstoß von Rindern und Schafen. Die Schweizer gehen da schon pragmatischer an das Problem. Dort nämlich sollen den Tieren die Blähungen einfach abgewöhnt werden.

Das Wurstparadies

Wo das Gehirn in der Wurst landet, ehe man sich über die Werbung dafür Gedanken macht, entstehen zynische Meisterwerke. Bilder, die so bizarr sind, dass man eigentlich nur noch drüber lacht, wenn man Kunstverstand besitzt.

Begleiten Sie uns auf einer Reise durch die wilde Welt der Wurstwaren. Und wundern Sie sich nicht, wenn Sie danach nur noch eine Frage quält: Geschnitten oder am Stück?

Guten Appetit.






+++

Weiterführende Links:

Zum Profil des Wurstparadies-Erfinders Colorador
Zur Folge "Fleischeslust" in der Grün-&-Gut-Kolumne
Zum Werktagsvegetarier-Blog von Redakteur Jan Abele

Links: Spiegel Online; Deutsche Welle

Fotos: Photocase

 

Kommentare (2)   abonnieren

alle Kommentare (2)
  • phlo
    schrieb am 30.05.2008 um 12:53
    "Ja was isst du denn dann?" ist eine Frage die mir als Vegetarier immer wieder gestellt wird. Gerne würde ich darauf antworten und viele leckere Rezepte nennen. Aber darum geht es den Fragestellenden gar nicht - sondern darum, dass sie 3x am Tag Fleisch essen und überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass es auch anders geht.

    Einfach mal darüber nachdenken, was man eigentlich zu sich nimmt (das gilt nicht nur beim Fleisch!). Wer sich dann ehrlich eingesteht, dass er oder sie (gelegentlich) auf ein Stück von einem Wesen das grunzt, muht, gackert oder blökt nicht verzichten will, sollte es wenigstens bewusst tun.
  • kata hermansdottir
    schrieb am 23.05.2008 um 11:32
    Dieser Beitrag (sowie der Bilderblog schon länger) unterstützt meine neue Lebensweise ohne Fleisch! Allerdings würde ich noch das Killerargument hinzufügen, das mich letztendlich zur Ächtung dieses Konsumguts gebracht hat: Das Wurstbrot will mir nicht mehr so recht schmecken, während ich in der Zeitung von Aussschreitungen in der halben Welt lese, weil sich die Leute ihre Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können. Daher nein zu hyperveredelten Kalorien! Besonders wenn sie so zynisch beworben werden...
alle Kommentare (2)

Kommentar schreiben

(5000/5000)