Vitra ist Changemaker!
5Der Schweizer Designmöbel-Hersteller hat das Utopia Changemaker... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Der Berliner Designer Werner Aisslinger hat eine temporäre, minimalistische Wohneinheit für den urbanen Raum geschaffen, die dem nomadenhaften Lebensstil der Menschen gerecht wird und zusätzlich eine nachhaltige Bauweise mit einem landschaftsverträglichen Architekturkonzept verbindet: den Fincube.
Basis des Fincubes ist eine Holzskelettkonstruktion auf vier Stützen, die Gebäudehülle mit den Panoramafenstern und ein Installationskern. Die Holzlamellenverkleidung nimmt in einer modernen Interpretation vorhandene Elemente der regionalen Architektur auf und dient zugleich als Sonnen- und Sichtschutz. Da für die Montage nur vier Punktfundamente benötigt werden, die später problemlos rückbaubar sind, reduziert sich der Eingriff in die Natur auf ein Minimum, die Bodenversiegelung ist mit einer Fläche von 0,5 Quadratemeter pro Fundament minimal. Je nach Verwendungszweck werden Anschlüsse für Kaltwasser, Regenwasser, Abwasser und Strom benötigt. Die Anbringung einer Photovoltaikanlage macht den Fincube zu einer autarken Einheit.
Komplett aus lokal vorhandenen Hölzern gebaut, kommt der Fincube auf einen minimalen CO2-Fußabdruck. Dünne Lamellen aus Lärchenholz umschließen in geschwungener Linie den dreifach verglasten, transparenten Baukörper. Diese zweite Haut schafft Privatsphäre, dient als Sonnenschutz und fügt das Gebäude harmonisch in die Landschaft ein. Aisslingers Gebäude ist leicht und transportabe: Auf 47 Quadratemtern Raum ist Platz für eine Wohnküche, ein Schlaf- sowie ein Badezimmer. Modulare Wand- und Funktionspaneele ermöglichen ein individuelles Anpassen der Räume an die jeweiligen Bedürfnisse des Nutzers. Das komplette Interieur ist weitestgehend aus Pinienholz gefertigt. Das Flachdach kann begrünt werden.
Der Fincube ist höchst vielseitig einsetzbar: Ob als Gästehaus im eigenen Garten oder als Ferienhaus im Lieblingsurlaubsort, ob als Wohneinheit für die mittlerweile erwachsene zweite Generation oder schlicht als Fluchtpunkt zur eigenen Villa – er optimiert und maximiert Lebensqualität und Freiheit ohne aufwendiges Umbauen. Die Grundstruktur des Fincubes eignet sich sowohl als Büro- wie als Konferenz- oder Eventraum. Das Bauwerk kann als unabhängige Einheit neben einem bestehenden Bürogebäude oder auf einem Firmengelände errichtet werden. Selbst das Flachdach eines Firmengebäudes könnte ihm als Standort dienen. Geradezu prädestiniert wäre der Fincube für den Tourimus. Denn der Gast hätte seine „eigenen vier Fenster“, die totale Souveränität, er wäre frei von klassischen konservativen Hotelstrukturen. Zudem wird den Aspekten Design und Architektur Rechnung getragen durch die puristische Ausstattung von Designer Aisslinger.
"Wer einen Fincube bestellt, muss mit einer Produktionszeit von etwa zwei Monaten rechnen", sagt Vertriebsleiter Philipp Mitterer gegenüber Utopia auf Anfrage. Sofern auf dem Grundstück alle Leitungen vorhanden seien, dauere der Aufbau des Öko-Wohnwürfels nochmal acht Tage. "Ein bezugsfertiger Fincube kostet in der einfachen Variante ohne Möbel rund 150.000 Euro", sagt Mitterer. Es gebe bereits jetzt zu Beginn jede Menge Interessenten. Jedoch hänge es oftmals an der Baukonzession oder den Bebebauungsplänen, weshalb es am Ende dann doch nicht ganz so einfach ist, einen Fincube zu errichten. "Wir möchten mit dem Fincube auch zu einem Umdenken anregen: Wieso müssen Gebäude immer auf ewig ausgerichtet sein?", fragt Mitterer – "es wäre durchaus denkbar, dass ein Fincube für 15 Jahre aufgebaut wird, danach wird er abgebaut und der Grund wieder der Natur zurück gegeben. Dafür benötigt dann auch keiner eine Baukonzession auf ewige Zeiten, sondern eine temporäre würde reichen."
Liebe Utopisten, wie finden Sie das Konzept des Fincubes? Würden Sie in einem leben wollen? Welche Konzepte dieser Art kennen Sie? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!
Ein Musterhaus steht am Ritten, Südtirol, und kann wochentags von neun bis 18 Uhr besichtigt werden. Auf Anfrage gibt's eine Führung: info@fincube.eu
Foto: fincube.eu
Kommentare (31)
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simasch
schrieb am 03.01.2011 um 15:35 ¶visvendi
schrieb am 05.08.2010 um 15:39 ¶Kommentar schreiben
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