Simons Suche nach der vegetarischen Wurst
2Unser Redakteur Simon kämpft gegen die Fleischeslustmehr
besser: wissen - machen - kaufen
Zugegeben, so langsam wird das, was alles über Ernährung kursiert echt verwirrend. Die einen Experten befürworten die Kohlenhydrate, die andern verteufeln sie. Oder es heißt nur mittags Salat und abends die Pasta, aber Vorsicht bei der Soße. Wer Pech hat hört es einmal wieder genau umgekehrt. Einige Jahre später sind es dann die Fette, in denen der Teufel steckt. Während andere wiederum den Zucker in allen Formen ächten. Nicht umsonst widmete der „Spiegel“ einmal eine Titelstory den über all diesen Ernährungstheorien verwirrten Deutschen, die gar nicht mehr wissen, was denn nun gut ist und was schlecht.
Um die Verwirrung zu komplettieren kommt zu alldem eine weitere Komponente hinzu, eine ziemlich existentielle zudem: die der anfallenden CO2-Emission bei der Produktion von Lebensmitteln. Es geht nicht mehr nur darum, grundsätzlich das Rumpsteak oder Filetsteak zu meiden, den Schweinebraten, die Hühnerbrust, das Ei oder den Parmesankäse, weil das alles tierischen Ursprungs ist. Dennoch gilt es als strategischer Konsument zu wissen, dass die Her- und Bereitstellung all dieser Lebensmittel unsere Umwelt und das Klima belasten. Das erklärt auch, weshalb der CO2-Rucksack eines Veganers um rund zwei Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr leichter ist! Das ist bemerkenswert. Beim Vegetarier liegt die Summe bei rund einer Tonne und wer nur am Wochenende zu Fleischwaren greift, der kann seinen CO2-Rucksack schon mal um rund eine halbe Tonne verringern.
Und doch ist es so leicht erklärbar: Über ein Drittel der Weltgetreideernte wird an Tiere verfüttert, um Fleisch(-waren), Milch und Eier zu produzieren. In Deutschland sind es sogar 67 Prozent. Aus energetischer Sicht ist die Umwandlung pflanzlicher Lebensmittel, die auch der Mensch direkt verzehren kann, in tierische Produkte ineffektiv. Für die Erzeugung von einer Kalorie in tierischen Lebensmitteln werden durchschnittlich sieben Kalorien aus pflanzlichen Futtermitteln gebraucht. Dabei gehen 65 bis 90 Prozent der Nahrungsenergie aus den Futterpflanzen als so genannte “Veredelungsverluste“ verloren. Problematisch ist außerdem, dass etwa die Hälfte unserer Futtermittel aus Entwicklungsländern stammt.
Wer schon einmal Asien bereist hat kennt die Gerichte: viel Gemüse, viel Reis und als Beilage gibt’s obendrauf ein wenig Fleisch, dünn geschnitten. In ländlichen Gegenden – etwa in Kambodscha – gibt es in der Regel gar kein Fleisch zu Gemüse und Reis. Ein Tier, das geschlachtet wird, muss zuvor essen, trinken, wachsen. Bis zum fertigen „Fleisch“ werden verschiedene Ressourcen wie Getreide, Wasser und Land verbraucht. Nach einer Studie der FAO produziert die weltweite Viehhaltung rund 18 Prozent der Treibhausgase. Folglich ist die Herstellung von Fleisch für einen besonders ineffektiven Einsatz von Ressourcen verantwortlich mit unabsehbaren Schäden für das Ökosystem Erde.
Kommentare (18)
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payoli
schrieb am 15.04.2010 um 15:01 ¶lukita
schrieb am 05.03.2010 um 19:38 ¶Kommentar schreiben
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