Schadstoffe in Vibratoren, Dildos und Co.

Sextoys: Grüne Undercover-Lover


Warmes Licht empfängt die Kundin an der Kurfürstenstraße. An den weißen Wänden schwarze Stangen mit Dessous, lange Bücherreihen und Regale voll bunter, geformter Vielfalt. Im „Ladies First“, Deutschlands erstem und immer noch Münchens einzigem Erotik-Shop für Frauen, ist die Kundschaft zwischen 16 und 80 Jahre alt. Die Kundinnen kaufen vor allem Vibratoren, Liebeskugeln und erotische Literatur. In dieser Reihenfolge. Mit großem Abstand liegen die Vibratoren an erster Stelle. Nicht nur Farbe, Größe, Durchmesser der über 200 Modelle fallen ins Auge, auch die Materialeigenschaften haben den Weg aus dem Kleingedruckten gefunden: „Hypoallergenes Silikon“, „frei von Phthalaten/Weichmachern“ steht in Großbuchstaben an prominenter Stelle.

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Liebt Euch selbst – und die Umwelt

Noch vor wenigen Jahren stand es schlecht um die Beschaffenheit des Penis-Ersatzes. 2001 hatte das Eco-Umweltinstitut im Auftrag des Magazins Stern verschiedene Dildos getestet. Die Prüfer stellten dabei erhebliche Konzentrationen von Phthalaten fest. Diese „Schmiermittel für Kunststoffmoleküle“ lassen nicht nur das im Originalzustand starre PVC elastisch werden, sondern gelten auch als krebserregend und können Störungen des Hormonhaushalts sowie der Leber- und Nierenfunktion auslösen. Seit 1999 sind Phthalate in Beißringen und aufblasbaren Plastiktieren verboten. Für die Verwendung bei der Herstellung von Sexspielzeug gibt es nach wie vor keine gesetzlichen Regelungen. Im Jahr 2006 kamen dann bei Ökotest 22 Vibratoren verschiedener Preiskategorien auf den Prüfstand. Fast die Hälfte fiel durch – ebenfalls wegen der hohen Phthalate-Konzentration.

Vibratoren im Test

Drei Jahre später ist die Einkaufsabteilung des Magazins „Ökotest“ erneut losgezogen, um Vibratoren, Gleitgele und Kondome einzukaufen. Wie bei anderen Produkttests auch wurden zuvor die beliebtesten Kaufobjekte recherchiert, um nicht eventuelle Auslaufmodelle oder Ladenhüter zu testen. Für das „Jahrbuch Gesundheit für 2010“ sind diese Tests nun aktualisiert worden. Das Ergebnis: Zwölf von 18 Vibratoren bekamen die Note „sehr gut“, drei ein „ungenügend“. Bei Letzteren wurden die hochgiftigen zinnorganischen Verbindungen Dibutyl- und Tributylzinn in teilweise stark erhöhter Konzentration festgestellt. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wurden gefunden, von denen einige ebenfalls als krebserregend gelten.


Diese gefährlichen Materialien stehen nicht auf der Verpackung. Doch zum einen verrät die Bezeichnung „Jelly“, dass Weich-PVC verwendet wurde. Zum anderen lässt sich die fatale Beimischung leicht erschnuppern. „Diese Stoffe riechen nach Erdöl, nach Tankstelle“, sagt Jürgen Steinert, verantwortlicher Ökotest-Redakteur im Ressort „Gesundheit“. Wer Sexspielzeug im Geschäft und nicht online kauft, ist somit dank der Möglichkeit von Augenschein und Geruchstest auf der sicheren Seite. Allein der Preis ist kein Garant für Unbedenklichkeit. Nicht nur Billigprodukte aus Asien waren unter den beanstandeten Vibratoren, sondern auch ein Modell aus dem obersten Preissegment. Ein übergestülptes Kondom bietet im Übrigen keinen Schutz vor den Schadstoffen. Weil diese ihren Weg durch die hauchzarte Hülle finden.

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    Barbara Link
    schrieb am 18.07.2011 um 20:11
    und noch ein Update: Sicheres Sexspielzeug ist Sache der EU http://www.stern.de/gesundheit/weichmacher-in-sexspielzeug-gefaehrliche-dildos-bleiben-erlaubt-1707428.html
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    LouieLou
    schrieb am 04.07.2011 um 10:44
    Ganz aktuell: http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/gesundheitsschaedliche-stoffe/gruene-besorgt-ueber-chemie-dildos-sextoys-weichmacher-18492520.bild.html Grüne sorgen sich um Inhaltsstoffe in Sextoys :) Gut das mein Shop nur phtalatfreie Produkte anbietet. Bei Interesse http://www.vitamin6.de
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