Alternativen zum alltäglichen Plastik-Konsum
12Utopia hat sich fünf Plastik-Klassiker des täglichen Bedarfs... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Kennt jemand noch Dicki Hoppenstedt, den kleinen pummeligen Jungen, der als Weihnachtsgedicht ein gelangweiltes "Zickezacke Hühnerkacke" mault und sich keinen Deut über seine Geschenke freut? In Loriots berühmtem Weihnachtssketch ertrinkt Familie Hoppenstedt im Verpackungsmüll, und spätestens da ist einem klar, dass die Satire ganz dicht dran ist an der Wirklichkeit:
Rund 55.000 Tonnen Müll sammeln sich bei den Deutschen zum Weihnachtsfest an. Auch wenn das Auspacken oft viel schöner ist, als das Geschenk selbst: Verpacken Sie es mit Bedacht! Utopia.de zeigt Ihnen, welche Verpackungsmaterialien Sie problemlos verwenden können, und von welchen Sie besser die Finger lassen sollten.

Warum packt man Geschenke ein? Weil ein Geschenk eine Überraschung ist, und sich die Laune bis zur Bescherung halten sollte. Wer schon vorher weiß, dass er sich später beim Umtauschschalter trifft, dem hilft auch das hübsch Verpackte nicht über die Enttäuschung hinweg. Durchsichtiges Geschenkpapier ist vor allem eines: überflüssig. Biologisch abbaubares Plastik ist uns zumindest als Geschenkfolie noch nicht untergekommen. Der Herstellungsaufwand ist groß, Erdöl ist auch mit drin – Finger weg!
Handhabung: Ein Geschenk hübsch in Kunststofffolie zu verpacken, kann wahnsinnig machen. Sie selbst sind elektrisch aufgeladen und haben kaum noch Tesafilm auf der Rolle. Wenn Sie dann mit dem Präsent eine längere Reise unternehmen, können Sie sicher gehen, dass das Ganze nicht mehr annähernd so hübsch aussieht, wie noch zuhause. Eine falsche Bewegung oder ein Windstoß genügt, und sie kommen vollkommen bedient bei Ihren Gastgebern an: 1 von 5 Punkten
Aussehen: Haben Sie sich in den 80er Jahren über durchsichtig eingeschlagene Kunstofftabletts gefreut, auf denen Gläser standen, die mit Plastikumrührern und albernen Glasperlen garniert waren? Vergessen Sie nicht: Das ist jetzt auch schon ein Vierteljahrhundert vorbei. Wir geben für das Retro-Feeling noch 1 von 5 Punkten
Umweltfreundlichkeit: Wir wollen hier nicht wieder über die Plastiktüte dozieren, die Jahrtausende braucht, um sich komplett aufzulösen. Aber mit Kunststofffolie verhält es sich nicht anders. Und da Klarsichtfolie bei vielen nur in Verbindung mit silbrigem Geschenkband eine stilistische Symbiose einzugehen scheint, entwickeln sich entsprechend eingeschlagene Präsente schon fast zu Sondermüll. Keinen Punkt!
Gesamtpunktzahl: 2

Tapeten kleben in der Regel fünf bis zehn Jahre an der Wand. Der Zyklus Herstellung und Entsorgung ist also sehr lang, und darüber freut sich die Umwelt. Wenn Sie Ihr Geschenk originell in einer Tapete einschlagen, dann bitte nur dann, wenn Sie noch alte Reste davon im Keller haben. Wenn Sie extra ins Tapetengeschäft laufen, um Ihren Geschenken einen individuellen Pfiff zu verleihen, dann nur, weil Sie sowieso tapezieren müssen. Tapeten werden mit einem wesentlich höheren Energieaufwand hergestellt, als Geschenkpapier. Sie sind speziell imprägniert und behandelt, und das ist ein Aufwand, der sich für ein 20-Minuten-Happening unter dem Weihnachtsbaum ganz bestimmt nicht lohnt.
Handhabung: Ein Geschenk in eine dicke Tapete einzupacken, das danach auch noch hübsch aussehen soll, verlangt Fingergefühl und Geduld. Vorteil: Stärkere Materialien halten mit etwas Geschick auch ohne Klebestreifen. 3 von 5 Punkten
Aussehen: Je nach Tapetenmuster – wer aber ästhetisch nicht polarisieren möchte, hat ein Problem. Omi schaut bestimmt etwas irritiert. Wir geben deshalb nur 3 von 5 Punkten
Umweltfreundlichkeit: Alte Tapetenreste, die sowieso entsorgt werden müssten, gehen vollkommen in Ordnung. Alles andere wäre aber reine Verschwendung. 3 von 5 Punkten
Gesamtpunktzahl: 9

Jute ist eine Bast-Faser aus den Stängeln der Corchorus-Pflanzen, weiß Wikipedia. Das sagt uns jetzt nicht gar so viel, aber wir können ableiten, dass Jute rein pflanzlich ist. Und es hält lange, denn Sankt Nikolaus ist damit immerhin schon einige Jahrhunderte unterwegs.
Handhabung: Wunderbar! Egal wie sperrig Ihr Geschenk sein mag, Sie werden immer einen Jutebeutel in der richtigen Größe finden. Und das Geschenk ist schwuppdiwupp eingepackt – klasse! 5 von 5 Punkten
Aussehen: Jute an sich ist vielleicht nicht das, was man als besonders festlich oder gar glamourös empfinden mag. Aber zu Weihnachten passt es, denn nach dem Nikolaus ist ja auch der Weihnachtsmann hier stilbildend. So geadelt ist Jute fast schon Avantgarde, und wenn Sie das ganze noch mit einer roten Stoffschleife (ebenfalls jedes Jahr wiederverwendbar) zubinden, dann sind Sie auf der sicheren Seite. 4 von 5 Punkten
Umweltfreundlichkeit: Jute hält lange, die Stoffschleifen ebenfalls, und sollte im Eifer des Bescherungsgefechtes mal was reißen, dann nähen Sie es halt – oder sie werfen es ganz einfach auf den Komposthaufen. 5 von 5 Punkten
Gesamtpunktzahl: 14






Kommentare (24)
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Kerstin1980
schrieb am 22.11.2011 um 11:00 ¶as-grown
schrieb am 21.11.2011 um 19:40 ¶Kommentar schreiben
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