Vitra ist Changemaker!
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besser: wissen - machen - kaufen
Wenn der Hintern eines 70 Kilo schweren Mitteleuropäers nach einem Meter freien Fall auf einen Fahrradsattel knallt, wirkt auf das Fahrrad in diesem Moment etwa das Gewicht eines 150 Kilo schweren Sumo-Ringers. Das lehren uns die Newtonschen Gesetze. Wenn ein Fahrrad das überlebt, dürften ihm normale Belastungen keine Probleme machen. Christian Hintze probiert es aus: mit Schwung lässt er sich in den Sattel des selbst gebauten Bambusrades plumpsen. Der 30-jährige Diplom Psychologe unternimmt gerade seine erste Testfahrt auf einem Gefährt aus nachwachsenden Rohstoffen:
Leicht mit einem Baum zu verwechseln ist Bambus in Wirklichkeit ein Süßgras mit erstaunlichen Eigenschaften: schlank, flexibel und fest. In Asien entstehen daraus Hochhausgerüste – in einer mit Graffiti überzogenen Hinterhofbaracke am Nordrand Berlins seit neuestem Fahrräder. Berlin Bamboo Bikes ist eine studentische Initiative, entstanden an der hiesigen Technischen Universität. Ziel ist es, den nachwachsenden Rohstoff auf die Straße zu bringen. In Workshops können Radfahrer ihr eigenes Bambusrad bauen. Ein Projekttutorium an der Technischen Universität soll nachhaltige Werkstoffe für den Fahrradbau entwickeln.
Das große Interesse zeigt, dass die Gruppe um den engagierten Langzeitstudenten der Luft -und Raumfahrttechnik, Thomas Finger (38), und den Maschinenbau-Studenten Johannes Fischer (25) einen Nerv getroffen hat. Bisher verzeichnen sie eine Welle des Medieninteresses, eine Auszeichnung der Standortinitiative 'Deutschland - Land der Ideen' und mehrere Dutzend Workshop-Anmeldungen.
Christian Hintze ist frisch gebackener Psychologie-Absolvent und will sich zum Start der Fahrradsaison sein persönliches Bambusrad bauen. Er hat in einem E-Mail-Verteiler umweltbewusster Psychologen von dem Projekt erfahren und war sofort begeistert. „Es ist halt ein nachwachsender Rohstoff, das find ich gut. Außerdem ist da noch der Drill, was Selbstgebasteltes zu fahren“. Er fügt hinzu: „Ich habe zwei linke Hände. Und das würde ich gerne mal ändern.“
Wer sein Rad selbst baut, kann es individuell anpassen. Christian blättert durch eine englische Anleitung zur Bestimmung der Rahmeneigenschaften. „Estimate crank arm length, pedal stack height and shoe toe arc“, empfiehlt diese. Suchend wendet er sich um: „Äh, Johannes...?“ Die Initiatoren helfen tatkräftig mit. Aber langfristig soll noch vieles vereinfacht, manches rationalisiert werden.
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Kommentare (16)
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inaktiver User 37802
schrieb am 22.08.2010 um 19:37 ¶roy.ly
schrieb am 22.08.2010 um 19:22 ¶Kommentar schreiben
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