Utopistin "SushidieSau" im Interview

„Plastik meide ich wie den Teufel“


Utopia: Sie leben in Gronau und studieren in der niederländischen Nachbarstadt Enschede Musik. Wie umweltfreundlich erleben Sie Holland?

SushidieSau: Viele Holländer schwingen sich gern und oft aufs Radl, was gleichzeitig umweltfreundlich und gut für die Gesundheit ist. Meist ist die ganze Gegend ums Konservatorium herum zugepflastert mit Fahrrädern.

Leider gibt es in Holland bei hohem Plastikverbrauch – die Holländer sind, was Verpackungen, Tüten, Einwegflaschen und so weiter angeht, auch nicht weiter als hier, da erlebe ich Deutschland sogar noch etwas fortschrittlicher – immer noch keine Mülltrennung. Angeblich soll diese aber demnächst eingeführt werden.

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Bio-Lebensmittel gibt es dort schon in einigen Supermärkten, auch eine Biosupermarkt-Kette namens „Natuurwinkel“ findet sich dort, allerdings sind biologisch angebaute Lebensmittel dort oftmals noch viel teurer als in Deutschland, was sie für viele unerschwinglich macht. Gerade in Sachen tierische Lebensmittel ist das sehr schade, da in Holland vegetarisches oder gar veganes Essen noch kaum Popularität erreicht hat. Auch werden hier sehr viel Fleisch und Käse so wie andere Milchprodukte gegessen. Wie es mit kleinen unabhängigen Naturkost- oder Hofläden aussieht, kann ich nicht sagen, da ich mich ja meistens nur in Enschede aufhalte, dort gibt es keinen.

Was mir positiv auffällt, ist, dass es in holländischen Supermärkten auch einige fairtrade-zertifizierte Lebensmittel gibt. Zum Beispiel Brotaufstriche, Dips, Bananen und Schokolade. Und meistens sind die Sachen durchaus auch aus einem mageren Studentenportemonee bezahlbar.SushidieSau

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist auch noch, dass die Holländer zu ihrer Umwelt freundlich sind. Damit meine ich ihre Mitmenschen. Eingentlich mag ich keine Pauschalisierungen, aber es ist wirklich angenehm, locker und witzig, mit den meisten Holländern zu reden. An unserem Konservatorium herrscht eine sehr gute, freundschaftliche Stimmung.

Musik spielt eine große Rolle in Ihrem Leben. Die Musikszene steht allerdings mehr für „Sex, Drugs and Rock’n Roll“ als für grünen Lifestyle. Oder ist da gerade alles im Wandel?

SdS: Die Musikszene an sich gibt es für mich nicht. Das Feld der Musik ist so breit, bunt und schillernd, dass man zu jeder Lebenseinstellung die passenden Musikkünstler finden würde. Was mir nicht gefällt, ist die Lebensauffassung, die in der durchschnittlichen Chartsmucke und der damit verbundenen Celebrity-Szene so oft propagiert wird. Dort wird ein exzessiver und verschwenderischer Lebensstil ohne Rücksicht auf Verluste vorgelebt, schnelllebig, konsumgeil und auf Äußerlichkeiten reduziert. Entsprechend schnell werden dort die Stars und Sternchen verheizt, ist der/die eine ausgereizt, wird ein anderer künstlich hochgehyped. So etwas sagt mir nicht und ich kann mir den immensen Druck, den ich wohl verspüren würde, wenn ich ein Teil dieses knallharten Business wäre, gar nicht ausmalen. Das alles kommt mir völlig entmenschlicht vor.

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    JBM
    schrieb am 10.08.2010 um 10:23
    :-)> Erfreu Dich an Deiner Musik Sushi. Sag mir bescheid wenn es soweit ist.
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    acte
    schrieb am 09.08.2010 um 20:59
    Bin auch schon gespannt.
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