Utopist Mario Sedlak im Interview

„Ein Trinkgeld für die Umwelt“


Utopia: Ihr Herzensthema ist Ökostrom. Wieso machen Sie sich ausgerechnet für dieses Thema stark?

Mario Sedlak: Generell halte ich Energie für das wichtigste Umweltschutz-Thema, da sich viele Probleme darauf zurückführen lassen, wie etwa auch die Luftverschmutzung oder der Rohstoffverbrauch. Von der Nutzung – oder besser gesagt: Plünderung – der fossilen Energiereserven müssen wir sobald als möglich wegkommen. Wenn wir das einsehen, muss einem Ökostrom ein Herzensthema sein. Noch wichtiger ist aber Energiesparen, denn global gesehen hat die Energiewende noch gar nicht begonnen. Traurig, aber wahr! Auch bei uns in Europa wurde noch kein einziges Gas- oder Kohlekraftwerk überflüssig, da der Stromverbrauch schneller gestiegen ist, als die Erneuerbaren ausgebaut werden konnten.

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Serie: Die Zukunft erneuerbarer Energien

Was ist Ihr Lieblingsargument, um Ihre Freunde von Ökostrom zu überzeugen?

M. S.: Also ich sehe den Kauf von Ökostrom als „Trinkgeld für die Umwelt“. So wie Sie dem Kellner als Anerkennung für seine Arbeit etwas geben, sollten Sie auch für Menschen, die in einer Firma aktiv an der Energiewende arbeiten, was übrig haben. Das kostet nicht die Welt. Ich zahl' grad einmal vier Euro im Monat mehr als bei meinem früheren Anbieter Wienstrom. Und um den geringen Betrag kann ich den Politikern zeigen: Da ist wer, der will wirklich Ökostrom haben, denn er akzeptiert dafür sogar einen höheren Preis. Es ist wie eine Volksabstimmung über die Art der Stromproduktion. Wenn 99 Prozent das Billigste kaufen, wird auch nur das Billigste produziert. Ökostrom ist ein Musterbeispiel für strategischen Konsum. Jeder bewusste Konsument kann hier einen Beitrag zu einer positiven Veränderung leisten.


Beziehen Ihre Eltern Ökostrom?
M. S.: Meine Eltern sind beide leider früh verstorben. Sie waren starke Raucher. Für Umweltschutz haben sie sich nicht interessiert. In meinem Familien- und Freundeskreis ist das Interesse an Nachhaltigkeit und strategischem Konsum ebenfalls sehr begrenzt. Ich versuche gar nicht, den großen „Bekehrer“ zu spielen. Das bringt nichts. Ich warte lieber auf einen günstigen Moment, wo sie von sich aus aufnahmebereit sind, etwa wenn sie fragen, ob Atomstrom aus der Steckdose kommt.

Sie leben in in Wien. Es wird oft behauptet, dass Österreich in Sachen Ökologie und vor allem dem Anbau von Bio-Lebensmitteln sehr fortschrittlich sei. Wie beurteilen Sie das?
M. S.: Es freut mich, dass Österreich diesen Ruf hat. Wir haben in der Tat viele Bio-Bauern. Der Grund dafür ist meines Erachtens jedoch weniger, dass die österreichischen Bauern besonders fortschrittlich oder umweltbewusst sind, sondern dass Österreich ein Gebirgsland ist, wo viele Bauern auf ungünstigen Flächen arbeiten, auf denen sie mit Massenprodukten keinen akzeptablen Ertrag erwirtschaften können. Dort, wo es flach ist und eine normale, industrielle Landwirtschaft möglich ist, gibt es viel weniger Bio-Bauern.

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    Bece
    schrieb am 09.09.2010 um 10:11
    Hallo! Ich leiste meinen Beitrag für die Umwelt mit der Bezahlung meiner Stromrechnung bei der Alpen Adria Energie www.aae.at. Pro Jahr werden etwa 3 Ökokraftwerke gebaut. Erfreulich ist, dass hier kontrolliert sauberer Ökostrom meist preisgünstiger ist als beim konventionellen Anbieter. In...
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    charli4rb
    schrieb am 15.06.2010 um 23:25
    Hallo Jungs, na klar ist alternative Energiegewinnung die einzige Möglichkeit, Zukunft zu sichern, "realistisch" zu gestalten. Aber ich habe grundsätzlich etwas dagegen, das die alternative Energie teurer sein muß.... Das wird solange sein, wie das Energiemonopol der großen "Versorger" besteht....
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