Utopist Klaus Scheiblhofer im Interview

„Fleischloses, faires Essen wird immer wichtiger“


Utopia: Die Deutschen geben 14 Prozent Ihres Monatslohns für Essen aus, die Franzosen und Italiener 29 Prozent. Was ist wohl der Grund dafür?

Klaus Scheiblhofer: Dafür sehe ich mehrere Faktoren.

1)    Für die Franzosen und Italiener ist Essen sehr emotional besetzt. Die Familie kommt zusammen, man tauscht sich untereinander aus und dazu wird gegessen, was Mama am besten kann oder gerade saisonal verfügbar ist.

2)    Die Lebensmittelkosten sind in Frankreich und Italien höher als in Deutschland und Österreich, damit kommt auch der höhere prozentuale Wert zustande.

3)    Essen hat in diesen beiden Ländern einen höheren Stellenwert. Dieser Stellenwert fehlt im deutschsprachigen Raum. Mitunter auch durch die „Geiz ist Geil“-Mentalität, die leider auch im Lebensmittelsektor wirkt.

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Würden Sie hier zustimmen: Lebensmittelqualität ist gleich Lebensqualität?

K.S.: Ja, voll und ganz. Wenn das Augenmerk auf Qualität gesetzt wird und diese schon in einer regionalen Produktion Berücksichtigung findet, unterbindet das die quantitative Konzentration von Produktionsabfällen oder Giften. Unterstützt durch eine biologische Produktion steigert dies nochmals die regionale Nachhaltigkeit und damit die Lebensqualität.

Der Tourismus profitiert ebenso sehr stark wie auch die Wohn-und Lebensqualität für die Bürger. Eine positive Wertschöpfung könnte dadurch in einer Region gesichert werden.

Leider muss aber auch angemerkt werden, dass gerade die kleinstrukturierten, landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe durch die EU-Vorgaben immer stärker unter Druck kommen. Damit wird eine Stärkung der Groß-und Massentierhaltungsbetriebe vorangetrieben.

Hier sehe ich die Pflicht, seitens des Konsumenten verstärkt regionale Produkte einzufordern und dann auch zu kaufen.

Sonst könnten in ein paar Jahren regionale Spezialitäten nicht mehr verfügbar sein, wenn der Markt diese nicht nachfrägt und kauft.

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    bhellweg
    schrieb am 08.12.2010 um 09:04
    Natürlich kann sich jeder so ernähren wie er möchte ob bio, oder fleischlos oder vegan oder nur Rohkost....... Das soll jeder halten wie er es mag. Natürlich geben wir nur gut 10 % unseres einkommens in Deutschland für Essen aus, das ist wenig. Würden die Preise für Agrarrohstoffe steigen brauchten...
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    StefanCzimmek
    schrieb am 07.12.2010 um 18:00
    Darauf wollte ich hinaus. Diejenigen, die den Wandel befördern müssen, sollten auch diejenigen sein, die sich dazu verpflichtet fühlen und es sich leisten können. Das kann dann eine kritische Masse ergeben. Je mehr Bio gekauft wird, desto günstiger kann das produziert werden! Die Preise von...
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