Utopia-Konferenz: Live-Blog

 
17:28 Uhr: Beinahe klingen diese letzten Sätze nach schönen Abschluss-Statements. Von einigen Umtrünken in der Lobby und in der VIP-Lounge abgesehen trifft das für die Utopia-Konferenz auch zu. Doch der Tag ist noch lange nicht vorbei. Nach einer Umbaupause und schnellem Klamottenwechsel geht es mit dem spannungsgeladenen Teil des Abends weiter: Der Utopia Award-Verleihung 2008!

Wer wird für die Idee 2008 ausgezeichnet, wer ist Nachhaltiger Unternehmer 2008? Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden. Also bleiben Sie dran - bis gleich!



17:06 Uhr: "Wir machen schon mal weiter", formuliert ein Kuratoriumsmitglied den Utopia-Leitspruch um. Mit Plattformen wie Utopia können die Dinge, an denen Wissenschaftler wie er seit Jahren arbeiten, in eindringlichen Botschaften in die breite Gesellschaft übertragen werden.
Martin Kleene berät Unternehmen bei der Kommunikation. Der Kurator nennt die vielen Chancen, die diese Konferenz aufgezeigt hat. "Aber wann wird aus der nachhaltigen Rhetorik von Politik und Wirtschaft auch ein Action Plan?!" Von Chancen zu weiteren konkreten Projekten müsse es gehen. Axel Milberg freut sich bei einem Blick auf die Sprecherliste, dass so viele verschiedene Persönlichkeiten auf einer Plattform wie Utopia zusammenfinden.

16:56 Uhr: Rainer Grießhammer, "alter Hase vom Ökoinstitut, zoologisch betrachtet", berichtet gerade von seinem Erfolg als Filmstar. Sein Utopia-Film "Schlau in 120 Sekunden" wird nicht nur wie wild geklickt - "ich wurde noch nie so oft auf eine Puiblikation angesprochen. Danke dafür!"

16:41 Uhr: Viele bekannte Gesichter sind gekommen, aber Zeit für einen Plausch war leider kaum. Publikum fragt Kuratorium: "In meinem Freundeskreis frage ich nach Utopia, aber zu wenig Menschen wissen davon - wie geht´s vorwärts?" Claudia Langer schlägt den Rechenweg von Greg Craven vor, der hatte mit seinem YouTube-Video über den Klimawandel sieben Millionen Zuschauer erreicht: "Jeder sagt es 10 Menschen weiter." Und so entsteht, laut Craven, die positive soziale Epidemie.

16:30 Uhr: Podiumsdiskussion – Was nimmt das Utopia-Kuratorium von der Konferenz mit? Claudia Langer:"Wir müssen aufhören mit Neid und Missgunst zwischen den Lagern, wir müssen weg von atomisierten NGOs und starke Flotten bilden." Randy Hayes: "Wenn Daryl Hannah von Liebe spricht, dann müssen wir die Chefs von Exxon vielleicht hart aber herzlich anfassen. Wir müssen wieder eine zivile Mobilisierung schaffen, wie zu Zeiten Martin Luther Kings."


 
16:15 Hannahs Vortrag endet mit einem Appell: "Das Leben ist es wert. Seid mutig, legt Euch ins Zeug, seid Aktivisten! Wenn Ihr das auch noch mit Spaß und Humor tut, kann uns keiner aufhalten!"

16:08 Uhr: Less is more! Hannah spricht über den "Change", den sich ihr Heimatland vom Regierungswechsel erwartet. Sie nennt die Kleinigkeiten, die jeder im Alltag ändern kann. Keiner kann sich rausreden, daryl es zu schwer, zu teuer oder whatever wäre. Nur das anhaltende Auslösen der Foto-Kameras unterbricht die Stille im Saal.

16:03 Uhr: Nun haben sich auch die Paparazzi eingefunden, im Pressebereich wird es langsam eng. Und da ist sie schon: Daryl Hannah! Sie wird begeistert begrüßt wie sich das für einen echten Hollywoodstar gehört. Dabei präsentiert sich die Aktrice sehr bodenständig in Jeans und Kapuzenjacke – bei ihrem Charme braucht es auch nicht mehr.







16:02 Uhr: In der Pause haben wir mal die Stimmung eingefangen, hier ein paar O-Töne:


Sabine Kannengießer – Beraterin
"Ich hab die Utopia-Nummer 147, ich gehöre quasi zur ersten Generation. Ich finde, es ist eine grandiose Mischung der Redner, die positive Stimmung hier im Raum ist Wahnsinn. Ich gratuliere Utopia für die großartige Teamarbeit, die das hier alles ermöglicht hat. Für mich ist das hier allerdings erst ein Kick-off. Im ersten Jahr ist durchaus viel passiert, aber jetzt wird es Zeit, dass die Rakete startet. Das Paket für die Expedition ist geschnürt, jetzt geht’s erst richtig los."
 




Dr. Joseph Somogyi
"Professor Braungart hat mich völlig umgehauen, das ist harter Tobak. Aber im positiven Sinne. Er hat ein starkes, neues Paradigma in den Raum gestellt. Für mich war das Brainfood – fantastisch!"
 








Dr. Carsten Gerhardt
"Die Konferenz ist äußerst inspirierend. Ich freue mich besonders, dass so viele Menschen auf mich zugekommen sind, um mit mir über den Nachhaltigkeitsindex zu diskutieren und Ideen anzuregen. Es war toll Mr. Lovins mal live zu sehen."







15:25 Der Vortrag über Green Products endet mit langanhaltendem Applaus. Zeit für eine weitere Kaffeepause.


15:20 Welch fliegender Geist! Professor Braungart denkt offenbar noch dreimal schneller, als er redet. Routiniert und geistreich beantwortet er die Fragen des Publikums, zahlreiche Lacher inklusive.

15:18 Uhr: Daniel Kruse: "Der Braungart haut mich völlig um. Räumt auf mit dem falschen Schuldmanagement, der Wahrnehmung, dass wir zu viele, umweltschädliche Individuen sind. 'Die Biomasse der Ameisen entspricht 30 Milliarden Menschen. 80 Prozent der Ameisen sind keine Vegetarier. Der Unterschied: Sie machen keinen Müll.' - Ganz einfach, ganz großartig!"

15:12 Uhr: Selbst Brad Pitt hat "Cradle to Cradle" gelesen und empfiehlt es als eines der drei wichtigsten Bücher, die er je gelesen hat. Braungart witzelt über dieses VIP-Feedback zu seiner Agenda. Einer seiner letzten Sätze: "Ich möchte nicht mehr ein Neugeborenes sehen und denken, verdammte Überbevölkerung!" Der Vortrag endet mit langanhaltendem Applaus.

15:08 Uhr: Braungart stellt einige der Erfindungen vor, die bereits gemacht wurden. Bioplastik aus Algen, essbare Sesselbezüge - Dinge, die abenteuerlich klingen, aber bereits Realität sind.

15:04 Uhr: Schuldmanagement ist keine Lösung, Innovationen müssen her, Ineffizienz ist das Problem! Braungart fordert ein Umdenken, wir sollten erkennen dass wir durchaus nützlich sind, es geht nicht nur um Verzichten und Vermeiden - die Dinge müssen richtig und effizient gemacht werden.
 
14:51 Uhr: Braungart untersucht Produkte nach Chemikalien, normalerweise Spielzeug. Er erzählt, dass die bunten Toys von Mattel oder McDonalds purer Giftmüll sind, aber auch Erwachsenenspielzeuge wie Armani- oder Luis Vuitton Anzüge. Er hat’s probiert und empfiehlt augenzwinkernd, besser Fakes zu tragen, die seien wenigstens nur halb so verseucht - ein äußerst unterhaltsamer Redner.

14:49 Uhr: Prof. Dr. Michael Braungart, Verfahrenstechniker, Professor und Chemiker tritt ans Rednerpult und startet mit gleich mehreren Kalauern. Der Vorteil daran, wie er für eine Zeit in den USA zu leben, wäre, dass man in Deutschland wieder viel mehr geschätzt wird. Ausserdem habe Präsident Bush ihn motiviert. Wenn so einer es schafft, kann ich es schon lange! Jetzt stapeln Sie mal nicht so tief Herr Braungart.


14:42 Uhr: Viele Fragen und viel zu wenig Zeit. Es scheint Klärungsbedarf zu geben. Gespräche müssen allerdings in die nächste Kaffeepause verschoben werden – weiter im Programm!


14:39 Uhr: Wie können Banken und Menschen generell von Microfinancing überzeugt werden, möchte Katharina wissen. Die Microfinancing-Organisationen entwickeln sich bereits zu kleinen Banken, NGOs unterstützen dabei, erklärt Anthony. Und oha, in Indien wird das Konzept zum Beispiel mit bekannten Bollywood-Darstellern erklärt, die Versicherungstexte auf bekannte Lieder texten. Das
wäre auch in Deutschland amüsant, Herbert Grönemeyer intoniert das Kleingedruckte. Sicherlich spaßig.





14:35 Uhr: Endlich mal Zeit für die Fragerunde, die eigentlich nach jedem Vortrag vorgesehen war, bislang aber wegen Zeitmangel ausfiel. Martin aus St.Gallen möchte wissen, wie viele Kunden die Allianz in dem Bereich hat. Etwa eine Million bislang, also.


 
 
 
 
 
14:33 Uhr: Auch die Letzten scheinen es aus den Betten geschafft zu haben. Der Saal ist mittlerweile bis auf den letzten Platz besetzt, einige sitzen auf den Treppen. Gespannte Stille bei der Rede des Versicherungsmannes  Michael Anthony. So viel Aufmerksamkeit würden sich viele Vertreter seiner Zunft sicherlich einmal in ihrem Leben wünschen...


 
14:32 Uhr: Michael Anthony steht als nächster auf der Bühne. Der Projektmanager für Mikroversicherungen bei der Allianz spricht über seine Arbeit. Die Idee der Mikroversicherung hängt mit dem Tsunami Weihnachten 2004/2005 zusammen. Damals verloren hunderttausende Menschen ihr Leben, millionen verloren ihren ganzen Besitz - die Allianz als größter Versicherer weltweit musste jedoch kaum zahlen - nur die allerwenigsten der Tsunami-Opfer waren versichert. "Das ist wirklich unangenehm zu erzählen", sagt Antony. Mit Mikroversicherungen können es sich auch die Ärmsten leisten, ihr Hab und Gut - oder gar ihr Leben abzusichern.




14:21 Uhr: Rubinstein endet mit einem großartigen Lacher. Er wird gefragt, was er vom Weltfinanzgipfel, der an diesem Wochenende stattfindet, halte. „Nun ja, die Amerikaner haben endlich mal nichts zu melden!“ Das ist Antwort genug: das Publikum lacht herzlich und applaudiert begeistert. Der Nächste bitte!


14:19 Uhr: Auf die Nachfrage aus dem Publikum, ob er der aktuellen Finanzkrise auch positive Aspekte abgewinnen könne, antwortet Rubinstein: "Es sind nur positive Aspekte. Wir haben lange Zeit Süßes in Unmengen in uns reingestopft. Jetzt ist Zeit für eine Diät - wir wissen, was uns krank gemacht hat." Riesiger Beifall.


14:15 Uhr: Gute Frage: Warum invetsieren die deutschen Anleger 100 Prozent ihres Geldes in Firmen, die die Welt zerstören, um 5 Prozent Rendite zu bekommen? Wer in sinnvolle Projekte investiert, bekommt manchmal sogar mehr Rendite und profiteirt dazu von einer besseren Welt.

Gute Idee: Bei der Aufzählung, welche weltrettenden Unternehmen und Initiativen für eine Investition sinnvoll sind, steht an zweiter Stelle "utopia.de"!

Mister Rubinstein ist ein überzeugender Redner - wer an seinen Vorstellungen Zweifel hegt, der solle ihn einfach anrufen: "Gebt denen meine Nummer."

"Sozialverantwortliche Investments sind keine Nische", erklärte Robert Rubinstein, Experte für Corporate Social Responsibility. "Wir sind nur die ersten Gäste auf der großen Party". Als CEO der TBLI Group und "knowledge broker" kämpft Rubinstein seit Jahren für eine verantwortliche Wirtschaft. Finanzkrise? "Das Beste was uns je passieren konnte!" Schnapp ihn mir gleich noch zum Videointerview...
 
13:59 Uhr: Nachhaltig sein ist heute lange nicht mehr „soft stuff“, grünsein ist heute ein Geschäft! Aber nach wie vor wollen die dicken Jungs in ihren Chefetagen das Geld sehen, damit lassen sie sich überzeugen. Show me the Money. Ja, genau das macht Rubinstein jeden Tag. „Social Responsible Investment ist keine Niche, es ist eine Riesensache. Wir sind nur etwas zu früh dran."


13:58 Uhr: CSR als Dressing auf verrottetem Salat – so sehen viele Unternehmen das Engagement laut Rubinstein. Und egoistische Intentionen sind nun mal – traurig, aber wahr - die stärksten.


13:56 Uhr: Das macht doch Hoffnung: Der Gouverneur von Montana, einem großen US-Staat mit riesigen Vorkommen an Kohle und Uran prägt den Satz "Green ist good business", weil er versteht, dass der grünen Wirtschaft die Zukunft gehört. Rubinstein erläutert gerade, wieviel Jobs in der Branche für regenerative Energien geschaffen worden sind, und wie prosperierend der grüne Finanzmarkt trotz der Finanzkrise ist. Schade, dass dazu kein lustiges Bild hinten erscheint, ein ölverschmierter James Dean wäre jetzt passend.


13:54 Uhr: Lustig, lustig. Die Fotoshow, die im Hintergrund abläuft. Rubinstein spricht darüber, dass Anleger genau wissen wollen, wie ihre Rendite aussehen wird, während im Hintergrund das Bild einer kartenlegenden Wahrsagerin zu sehen ist. Kommt gut an.


13:53 Uhr: Gestärkt nach einem verdammt reichhaltigen Mittagsbüfett starten wir den dritten Teil der Utopia-Konferenz. Robert Rubinstein spricht über Grünes Investment.




13:35: Pausengespräche. Axel Milberg, Schauspieler; Alfonso Pantisano, Moderator; Randy Hayes, Umweltschützer - allesamt große Utopisten.









 
 
 



13:10 Uhr: Plötzlich da - Daryl Hannah steht einfach so mitten im Presseraum und ist entzückend. Wenn auch etwas jetlagged, wie sie sagt. Michalis platziert sie auf dem weißen Ledersofa und beginnt das Interview. Später wird sie über Aktivismus sprechen.










Stunden zuvor: Zum früheren Teil des Live-Blogs geht es hier >>>

 

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  • Doris Spohr
    schrieb am 17.11.2008 um 09:41
    Keine Ahnung wie ich dazu kam, aber ich war eingeladen und 11 Std. Fahrzeit haben mich nicht davon abgehalten für 6 1/2 Std. nach B zu fahren.
    Großartige Redner, eine super organisierte Konferenz und ein sehenswerter Ort. Da braut sich eine kritische Masse zusammen.
    Etwas Unbehagen habe ich gespürt, als Alfonso betonte, dass jemand 12 Jahre aktiv dabei ist. Eine Extra-Auszeichnung für die "Betriebszugehörigkeit"? Manche sind ein paar Monate dabei - andere eben schon ihr ganzes Leben - ist das so wichtig?
    Ein anderes Unbehagen als Braungart über die Weltbevölkerung sprach. 9 Mrd. sind kein Problem? Mag sein. Wenn aber das Wachstum u.a. durch 23 Mio. ungewollte Geburten zustande kommt? Zu dem Thema lieber eine Rednerin von der Dt.Stiftung Weltbevölkerung.
    Noch viele Konferenzen bitte!
  • zorbas
    schrieb am 15.11.2008 um 15:09
    Da ich es leider nicht mehr zur Konferenz geschafft habe freue ich mich nun besonders, daß ich zumindest über das Blog ein bißchen teilhaben kann.. Danke :-)
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