Nachlesen: Ikea Live-Chat
"Wir haben uns entschieden zu einer Welt beizutragen, in der wir... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Wir können zwar nicht gerade behaupten, dass ein durchschnittlicher Arbeitstag bei Utopia langweilig wäre, aber Tage wie dieser sind dennoch eine absolute Seltenheit. Renate Künast traf gegen 13 Uhr bei uns ein, nur in Begleitung ihres Pressechefs. Die pure Künast - keine Bodyguards, keine Presse, keine Schnörkel. Im 90-minütigen Vier-Augen-Gespräch zwischen ihr und Claudia Langer herrschte eine konstruktive Atmosphäre, wie Claudia im Anschluss berichtete - "Ich habe wirklich eine Menge gelernt, über Künast, über die Grünen - über Politik.
Künast ist Profi, man erkennt es in jeder Regung. Sie ist keine Blenderin, jeder ihrer Sätze hat Substanz, alles an ihr ist "grün". "Es gibt noch Politiker, die Klartext reden", nickte Community-Leiter Martin Brem anerkennend, der ironischerweise ebenfalls aus Berlin angereist war, um die Redaktion beim Live-Chat am Nachmittag zu unterstützen.
"Nicht schlecht", lautete Renate Künasts Urteil über den einstündigen Dialog mit der Community über Energiepolitik, Mobilität, Verbraucherschutz und Verbrauchermacht. "Eine extrem gut informierte, aufgeklärte Gemeinschaft, die hier entstanden ist. Respekt, ich wünschte, davon gäbe es mehr."

Foto: Utopia
Eine Randnotiz, wenn auch eine bedeutungsvolle: Als sie die Utopia-Buttons mit Slogans wie "Grün, schlau, sexy" erblickt, fährt sie herum und wendet sich an ihren Pressechef: "Das ist doch genial! Wieso ist UNS das nicht eingefallen." Schulterzucken, Gelächter. Wieder etwas gelernt.
Uns hingegen blieb der Eindruck, dass wir in Zukunft wieder mehr von Renate Künast in den Medien hören werden. Nicht nur in ihrer Eigenschaft als Grünen-Spitzenkandidatin 2009, sondern auch als engagierte Powerfrau, die weiß, was sie will und wohin sie die Gesellschaft führen möchte: In eine Zukunft, in der es sich lohnt, Dinge zum Besseren zu verändern.
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Allen Utopisten, die nicht dabei waren, können sich hier die Mitschrift des Live-Chats noch einmal in Ruhe anschauen.

Renate Künast: Wir wollen ja niemanden zwingen, sich ein neues Auto zu kaufen. Was wir wollen, ist bezahlbare Mobilität für alle und deshalb muss es scharfe Co2 Werte für Neufahrzeuge geben.
Und ein Tempolimit auf den Autobahnen.
elise: Viele Dächer von Supermärkten schreien geradezu nach Photovoltaik. Welche Anreize werden die Grünen bieten, um diese "toten" Dachflächen energetisch zu nutzen?
Renate Künast: Beides reduziert auch den Co2 Ausstoß. Wir müssen ja schließlich auf - 40% bis 2020 kommen. Da spielt der Verkehr eine bedeutende Rolle. Es gibt ja bereits Anreize durch entsprechend günstige Förderprogramme und durch die Vergütung der Einspeisung von Energie ins Netz.
Foto: Utopia
Moderator: Und weiter gehts:
Gundula: Ist die Co2-Speicherung in "Endlagern" eine Lösung für Kohlekraftwerke?
Renate Künast: Nach heutigem Stand noch nicht. Weil die Technologie zu einem hohen Effizienzverlust führt und die Frage einer sicheren Lagerung auch noch nicht geklärt ist. Wir sind also in einem frühen Stadium der Forschung. Wir dürfen jetzt denen, die neue Kohlekraftwerke bauen wollen nicht auf den Leim gehen. Sie behaupten nämlich, dass sie später mit dieser CCS-Technologie nachrüsten wollen. Aber keiner weiß, ob diese Technologie später wirklich einmal Marktreif ist. Und heute kann man niemanden rechtlich zwingen es später auch einzubauen. Deshalb heute keine neuen Kohlekraftwerke.
strandlaeufe: Tanktourismus entlastet nicht nur unsere Steuerkasse, er belastet die Umwelt in Grenzregionen durch massive Verkehrszunahme. Wieso wird dies von Ihrer Partei bisher totgeschwiegen? Unkenntnis spricht nicht für Bürgernähe.
Kommentare (5)
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armando39
schrieb am 12.09.2008 um 09:01 ¶Pulcinella
schrieb am 11.09.2008 um 09:07 ¶Kommentar schreiben
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