Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Der Utopia-Fragebogen: Sarah Wiener

“Ich schwinge große Reden! Aber ob das ein besseres Klima macht ...?”


Ich brauche... ein warmes, nicht zu weiches Bett, gute Grundprodukte zum Kochen, viel Liebe. Dann bin ich glücklich!

Ich kann verzichten auf... alles, was nicht lebensnotwendig ist - wenns sein muss.

Ich bin abhängig von... sauberem Wasser. Wenn man einige Zeit in England war, schätzt man unser Trinkwasser aus der Leitung gleich wieder umso mehr!

Ich habe gelogen, als ich... dachte, das muss jetzt sein.

Ich könnte weinen, wenn... es zu emotional wird. Und dann mach ich es auch oft.

Ich werde furchtbar böse bei... Leuten, die nicht nett zu meiner Familie und zu wehrlosen Menschen sind.

Ich bin glücklich mit... meinem Leben wie es gerade ist. Besonders wenn ich Pläne habe, die langsam wahr werden. Oder wenn ich wandern gehe.

Meine größte Öko-Sünde: Zu viele Reisen, zu viele Klamotten.

Was mich antreibt: Das Leben, mein Leben.

Welches Auto fahren Sie? Ein altes rotes VW Cabriolet. Privat allerdings sehr selten.

Wer ist Ihr Stromanbieter? Naturstrom.

Welches nachhaltige Projekt inspiriert Sie? Urban gardening.

Welche Person ist Ihr „grünes“ Vorbild? Alle, die sich bescheiden können, und damit glücklich sind.

Was tun Sie für ein besseres Klima? Ich benutze so weit es geht kein Plastik, fahre kaum Auto, habe keine Standby-Geräte, koche mit Emaille-Töpfen und esse selten (aber doch) Fleisch. In meiner Firma haben wir Firmenfahrräder, Elektroautos, Recyclingpapier (auch für meine Kochbücher) und bedrucken Papier beidseitig. Unsere Lebensmittel kaufen wir regional und saisonal ein und unterstützen kleine, regionale Anbieter und Produzenten. In den Restaurants bieten wir eine große Auswahl vegetarischer Speisen an. Wir halten unsere eigenen Hühner und ich unterstütze die Zucht einer Bio-Weizensorte. Im SPEISEZIMMER haben wir eine eigene ernährungspolitische Lesereihe namens „Happen fürs Hirn“ , die zum Nachdenken und Nachahmen anregen soll. Mit meiner Stiftung engagiere ich mich im Bereich Ernährungsbildung: Wir bilden pädagogische Fachkräfte weiter, die an ihren Einrichtungen Kochkurse geben. Zum Programm gehört auch immer ein Ausflug zu einem Biobauernhof. In Zukunft wollen wir uns auch dem Bereich Schulgärten widmen.
Und: Ich "schwinge große Reden"! Aber ob das ein besseres Klima macht...?

Welchen Tipp geben Sie einem Anfänger in Sachen Nachhaltigkeit? Treppen laufen und keine Plastiktüten, sondern immer die gleiche Tasche zum Einkaufen mitnehmen.

Was ist Ihr Lebens-Motto?
Da wo meine Füße sind, da bin ich.

Schon mal bei einem „grünen“ Label geshoppt oder gar Stammkunde?
Na klar. Ich trage sogar gerade ein grünes Kleid.

Stand: 18.10.2011 von

Kommentare (15)   abonnieren

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    schrieb am 18.10.2011 um 18:31
    Unter anderem das 'Geständnis' "Ich könnte weinen, wenn... es zu emotional wird. Und dann mach ich es auch oft." find´ich sehr sympathisch; Warum ich das gerade herausgreife; unter anderem, weil ich überzeugt bin, dass die Menschheit nicht nur mehr Rationalität braucht (das in einem weiten Sinn auch) sondern auch viel mehr Emotionalität dieser Art - statt Hass und ein Gehabe des "Starkseins"; auch statt oberflächlichen Humor, der über andere, evtl solche Menschen, die gerade Erfolglose sind, lacht - oder über Tiere in Shows, die in Wahrheit Tierquälerei sind ...) Schon in den Minima Moralia von Th. W. Adorno stand dazu eine sehr weise Notiz. Das hat also eigtl schon mehr als ein halbes Jahrhundert gegolten ... vielleicht schon vor 10.000 Jahren; Wie lang auch immer, jedenfalls ist heute Erfolgsdruck in der Gesellschaft fast krankhaft hoch, kombiniert mit dem Tabu, Gefühle zu zeigen, ja sogar überhaupt zu haben, die als "Schwäche" ausgelegt werden können. Und das fördert im Kleinen wie im Großen, lokal wie global, Verhältnisse, die letztlich alle unglücklich machen; Gut, wenn wir das nicht zulassen, sondern Gefühle, die zu Tränen führen, seien es Tränen der Trauer oder Tränen der Freude
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    schrieb am 18.10.2011 um 18:37
    A propos "Nahrung" hab ich neulich erst einen Blogeintrag geschrieben: http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/nahrung-fuer-die-seele-beethovens , denn viele Arten von Musik halte ich auch für eine Art von Nahrung; Beethovens Klaviersonaten gehören dabei zu meinen 'Leibspeisen' ;`)
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    schrieb am 19.10.2011 um 11:28
    Saharah Wiener ist für mich in ihrer emotionalen Art, die auch rüberkommt, einfach ehrlich.
    No body is perfekt, aber auch sie denkt, dass man jeden Tag was Neues lernen kann.
    Vielleicht schafft sie auch den Sprung in ein vegetarisches, veganes Leben und beglückt uns dann mit den entsprechenden Menues im Fernsehen, natürlich auch in ihrem Restaurant.
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    schrieb am 19.10.2011 um 21:52
    Ja, das wäre doch wirklich der Hit, endlich mal ein vegane Kochshow mit anständigem Sendeplatz - sehr gerne mit Sarah Wiener, so wie ich sie in Sendungen erlebe, könnte man ohnehin den Eindruck gewinnen, dass sie Vegetarierin oder Veganerin sei. Und sie ist auf jeden Fall die einzige Köchin, die ich in dem gesamten Pool der konventionellen TV-Köche, gut ertrage. Liebe Grüße, Gita
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    schrieb am 20.10.2011 um 10:15
    Ich schließe mich dem Vorredner gerfi bezüglich seiner Einschätzung der Person Sarah Wieners gerne an. Seinem Wunsch nach einem Sprung derselben in das Reich der Vegetarier bzw. Veganer möchte ich mich so jedoch nicht anschließen. Im Bereich der Ernährung bin ich eher der Verfechter des Sowohl als Auch. Allerdings finde ich, dass der Bereich vegetarische/vegane Küche insgesamt total unterrepräsentiert ist und vielleicht wäre ja Frau Wiener die richtige Person und Köchin, dort ein wenig mehr Anregungen zu verbreiten. Diese Einschätzung basiert auf meinen Erfahrungen in Restaurants vorrangig im südwestlichen BW und einigen sporadischen Kochsendungen im Deutschen Fernsehen.

    Ansonsten möchte ich sagen, dass ich mich bei meiner Nahrungssuche sehr von meinem "Gefühl" leiten lasse. Überwiegend fleisch- und fischlos, aber mit Ausnahmen.
    Fleisch habe ich schon soweit ich zurückdenken kann (so mit 5-6 Jahren) nicht gemocht und mit viel Einfallsreichtum versucht, dieses beim Mittagessen zu umgehen. Leider gelang das nicht immer, da meine Eltern ja auch keine Dummen waren. Musste ich es schlucken, hat es mich unglaublich gewürgt...
    Erst viel später kam dann der Gedanke an die "Schlachtindustrie" und unserem generellen Umgang mit Tieren dazu. Da gibt es noch viel zu tun, denke ich...
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    schrieb am 20.10.2011 um 15:04
    Sarah Wiener ist auf jeden Fall eine nachhaltige Köchin mit Leidenschaft.
    Ich denke auch, das es nicht angebracht ist jetzt jeden zu Veganern machen zu wollen.
    Das wichtiger ist doch, das wir alle lernen, bewusst zu konsumieren und zu essen. Nahrung wieder zu genießen, wie es ja auch Sarah Wiener und (alle) anderen Köche immer wieder bewusst machen.
    Wer sich wieder Zeit nimmt zum kochen und essen, der wird den Unterschied zwischen qualitativ guten von schlechten Lebensmitteln auch raus schmecken.
    Bewusst einkaufen heißt eben auf regionale, saisonale Produkte achten und wenig Fleisch und Fisch essen, und wenn dann vom regionalen Biobauern, wo man weiß das es den Tieren wirklich gut geht und sie keinen Stress haben.
    In Sarah Wieners Kochbüchern sind übrigens gute vegetarische Rezeptr drin.
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    schrieb am 20.10.2011 um 19:01
    ..."wie es ja auch Sarah Wiener und (alle) anderen Köche immer wieder bewusst machen...", ich kann nun nicht gerade erkennen, wo und wie all' die konventionellen Köche zu einem bewussten/nachhaltigen Essen animieren. Ein Querschnitt durch sämtliche Koch-Sendungen zeigt mir vielmehr, dass die nicht einmal in der Lage sind, einen einzigen Gang eines sechs-Gänge-Menüs vegetarisch (geschweige denn vegan) zu kochen und dass meist nur super ausgefallene und teure Zutaten verwendet werden. Dass sich konventionelle Esser weder Butter noch Wurst vom Brot nehmen lassen, ist mir schon immer klar, von daher werden weder Sarah Wiener noch ein anderer Koch jeden Zuseher zum Veganer machen. Es geht doch eher darum, den Leuten die Vielfalt der veganen Ernährung endlich mal massentauglich näherzubringen (dann müsste ich vielleicht nicht mehr so oft die nervige Frage "und was kannst Du eigentlich noch essen?" beantworten). Wenn sich diese frohe Botschaft doch nur mal so schnell etablieren lassen würde, wie das Märchen von den glücklichen Tieren, die auf dem Biohof tot gestreichelt werden, um als "Biofleisch" zu enden *seufz*. Viele Grüße, Gita
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    schrieb am 21.10.2011 um 11:00
    "ich kann nun nicht gerade erkennen, wo und wie all' die konventionellen Köche zu einem bewussten/nachhaltigen Essen animieren."

    Ich bei ihr schon: In allen der letzten drei Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in denen ich sie gesehen habe, hat sie klar und deutlich die vielen negativen Auswirkungen von Massentierhaltung beim Namen genannt und diese Positionen trotz Gegenwind aus der Gesprächsrunde stets bekräftigt und begründet. Das ist unverzichtbar, damit möglichst viele Menschen mit der Botschaft: "Massentierhaltung ist schlecht für die Tiere, die Menschen, die Umwelt, das Klima." erreicht werden. Ich bin ihr dankbar dafür, obwohl ich persönlich ihre "Fleisch-Kreationen" nicht bräuchte. Andererseits erreicht sie gerade dadurch, dass sie nicht komplett auf Fleisch verzichtet, eine große Zahl von Menschen, und das ist wichtig.

    Ihre Ausführungen zur obigen Frage "Was tun Sie für ein besseres Klima?" sind auch löblich.
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    schrieb am 20.10.2011 um 17:33
    Kann mir mal einer erklären, was es mit den Emaille-Töpfen auf sich hat? Warum sind die gut fürs Klima?
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    schrieb am 20.10.2011 um 17:35
    Sarah Wiener ist ein tolle Frau!
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    schrieb am 21.10.2011 um 08:24
    Sie weiß sich sehr gut zu verkaufen!
    ..."große Reden schwingen".. und auf einer ihrer Speisekarten muss ich leider lesen: "Gefüllte Entenkeule mit Rotkohl und Grünkohl, dazu Haselnuss-Topfenknödel". Kauft sie die beim Wiesenhof?
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    schrieb am 22.10.2011 um 18:49
    Ja, Liebe geht einfach durch den Magen. Meine Erfahrung ist, dass es sogar spürbar ist, ob der Koch mit Liebe gekocht hat oder nicht. Hoffentlich gibt es immer mehr solche tollen Köche und Köchinnen! Hier habe ich was dazu geschrieben: http://tiny.cc/p78zz
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    schrieb am 29.10.2011 um 13:16
    A propos Kochen: auch unter anderem ein interessanter Buchtip über essbare Wildkräuter etc., in der Literaturliste in diesem Beitrag (geht eigtl. über Heilpflanzen - und zwar echte, nix vonwegen 'Esoterik' oder sowas ;`)
    http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/thymianoel-gegen-bakterien-heidelbeeren-gegen-krebs-und
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    schrieb am 29.10.2011 um 13:23
    Übrigens fänd ich es sowohl wg Klimaschutz, als auch wg mittel- und langfristiger Welternährungsfrage, als auch wg Tierrechten / Tierschutz ein ganz riesig tolle, erfreuliche Sache, wenn eine bekannte Starköchin wie S. Wiener öffentlich und deutlich so etwas wie eine sehr weitgehend "vegane Wende" vollzieht und andere dazu ermuntert (noch viel mehr, als es mit den bisherigen z.T. vegetarischen Rezepten der Fall ist)
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    schrieb am 29.10.2011 um 15:36
    bernie zitierte Adorno: Wie lang auch immer, jedenfalls ist heute Erfolgsdruck in der Gesellschaft fast krankhaft hoch, kombiniert mit dem Tabu, Gefühle zu zeigen, ja sogar überhaupt zu haben, die als "Schwäche" ausgelegt werden können. Und das fördert im Kleinen wie im Großen, lokal wie global, Verhältnisse, die letztlich alle unglücklich machen; Gut, wenn wir das nicht zulassen, sondern Gefühle, die zu Tränen führen, seien es Tränen der Trauer oder Tränen der Freude"

    ja das sehe ich durchaus auch so,Gefuehle zeigen ist heutzutage bei vielen Menschen mit falscher Scham verbunden,man muss ja cool sein,um jeden Preis.
    Dabei erstickt man das Lebendige in sich und ich denke es ist sogar richtig ungesund alles in sihc reinzufressen.Und man verlernt mit seinen Emotionen vernuenftig d.h. angemessen umzugehen.
    Es kann dohc kein Ideal sein wie ein zombie durchs Leben zu gehen.

    Auch Hass ist ein Gefuehl und sollte finde ich nicht als ein Falsches bewertet werden. Auch gerechtfertigter,nihct auf Suendenboecke gerichteter Hass ist wertvoll weil er uns hilft uns zu orientieren und uns zu schuetzen,in dem wir ein Verhaeltnis (wie auch immer geartet) veraendern,oder wenn es nicht anders geht kaempfen. Ohne Wut und Hass kann man nicht ueberleben,diese Emotionen sind nicht ohne Grund im Menschen angelegt ,von Mutter Natur.was verletzt loest ganz natuerlich spontanen Hass aus,der aber verfliegt wenn er durchlebt wird und die situation sich bessert.Dann ist wieder Platz fuer alle anderen Emotionen und man verschleppt ncihts und tut anderen unschuldigen Unrecht die wir als Projektionsscheibe fuer unsere unterdrueckten Gefuehle benuetzen muessen.

    ich weiss wie unpopulaer diese Meinung ist. Aber ich halte es fuer wahr.
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