Die besten Unternehmen, Vorbilder, Produkte und Organisationen des...
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Ausgewählt wurden die zehn Preisträger von der prominent besetzten Experten-Jury des Utopia-Stiftungskuratorium und durch das Publikum, das sich aus den Mitgliedern der Community, den Utopisten, und den Lesern der Partnermedien zusammen setzt.
Die Preisträger der ersten Kategorie, die am Donnerstagabend von Utopia in der Berliner Malzfabrik ausgezeichnet wurden, stellten die beiden Schauspieler Bettina Zimmerman und Hannes Jaenicke vor. Als Organisationen sahnten drei Urban Gardening Projekte den Utopia-Award gleich doppelt ab: Sie bekamen den Preis für "Nachhaltigste Organisation" von der Jury als auch vom Publikum. Als die beiden Vertreter der Prinzessinnengärten in Berlin den Award entgegen nahmen, sprachen sie die Hoffnung aus, dass sich zukünftig auch andere durch ihr städtisches Gartenkulturprojekt dazu angeregt fühlen, zunächst eher eigen und außergewöhnliche Ideen in die Tat umzusetzen. Während die Vertreterin der Münchner Krautgärten feststellte, dass diese Idee inzwischen immer mehr Anhänger finde. Auch die Stiftung Interkultur zählt zu den drei ausgezeichneten Urban Gardening Projekten.
Als nachhaltigstes Unternehmen des vergangenen Jahres hat sich die Jury für die Drogeriemarktkette "dm" ausgesprochen, weil in dieser unternehmerische Entwicklung mit sozialen und ökologischen Belangen in Einklang gebracht werde und dabei der Mensch im Mittelpunkt stehe – mit dieser Philosophie ist "Drogerie-Markt" seit fast 40 Jahren erfolgreich. Unternehmensgründer Götz Werner stehe auch persönlich für die Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft ein. Das Publikum wiederum, die Utopia-Community, für den Sportartikel- und Outdoorhersteller Vaude ausgesprochen, weil dieses Unternehmen Nachhaltigkeit und Transparenz in allen Bereichen bereits seit längerem realisiert.
In der Kategorie Produkte hat sich die Utopia-Jury für das Zeolith-Trocknungssystem für Geschirrspüler von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH ausgesprochen. Denn die Zeolith-Spüler sind 20 Prozent sparsamer als die Geschirrspüler der besten Energieeffizienzklasse A. Kann ein Geschirrspüler die nachhaltige Entwicklung beschleunigen? Die Jury des Utopia Awards 2010 beantwortete diese Frage mit einem klaren „Ja“: „Durch den Zeolith-Spüler wird ein neuer Effizienzwettbewerb bei den Haushaltsgeräten eröffnet“, sagte Jury-Vorsitzender Rainer Grießhammer vom Öko-Institut Freiburg. Und das Publikum? Es hat sich für "Sol-Arch2" des Architekten Jürg Wegmüller ausgesprochen. Das Plusenergiehaus in Matten ist ein energieeffizientes Gebäude, welches mittels Solarelementen mehr Energie produziert als von den Benutzern für Heizung, Warmwasser und Haushaltstrom übers Jahr benötigt wird. Es wurde zudem nach dem strengsten Minergie Standard gebaut. Dies bedingt ein eigenständiges, am niedrigen Energieverbrauch orientiertes Gebäudekonzept, welches auch den hohen Anforderungen der gesunden aber auch ökologischen Bauweise gerecht wird.
In der Kategorie Vorbilder entschied sich die Jury für Heffa Schücking, die sich seit 1992 mit ihrem Verein „Urgewald“ für die Interessen von Menschen, die unter den Folgen globaler Umweltzerstörung leiden. Im Vordergrund stehen dabei weniger symbolkräftige Aktionen als der hartknäckige Dialog in den Chefetagen von Politik, Banken und Unternehmen. Dort kommt die Wirkung Ihres Namens inzwischen jener einer Urgewalt ziemlich nahe. Wenn hierzulande Entscheidungen gefällt werden, die Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen im „globalen Süden“ zur Folge haben, schreitet Heffa Schücking ein. Mit ökonomischer Sachkenntnis und detailliertem Wissen über die lokale Situation benachteiligter Populationen fordert die studierte Biologin von den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft immer wieder einen anderen Weg. In ihrer Dankesrede rief sie dazu auf, dass doch alle am 6.11. "nach Gorleben" kommen mögen.
Vom Publikum wurde Jochen Stay gewählt, der für die Renaissance der tot geglaubten Anti-Atom-Bewegung steht. Der 45-Jährige arbeitet als Autor, Vortragsreisender, Organisator und Aktivist – vor allem im Atom-Widerstand. Und dessen Wiedergeburt ist Jochen Stay gelungen. Der ehemalige Hausbesetzer hat es geschafft, das Hippie-Image der Atomkraft-Gegner mit zeitgemäßen Mitteln aufzupolieren und jüngere Generationen als Mitstreiter gegen die Atomkraft und Ihre Lobby zu aktivieren. Mit der Anti-Atom-Kampagne „Ausgestrahlt“ setzt Jochen Stay vollends auf die Zauberformel des Web 2.0: mitmachen.
Eine Besonderheit hat es außerdem gegeben: Es wurde ein Sonderpreis ausgelobt für die APO 2.0., deren "Headquarter sich neuerdings in Stuttgart befindet", wie es Laudatorin Kirsten Brodde treffend auf den Punkt brachte. Stellvertretend für alle Menschen, die in den vergangenen Monaten auf die Straße gegangen sind. Eine Person aus dem Publikum hat den Preis stellvertretend für alle Aktivisten in ganz Deutschland für diese "Außerparlamentarische Opposition" entgegen genommen.
Kommentare (5)
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toberg
schrieb am 09.07.2011 um 10:39 ¶Kommentar schreiben
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