Utopia Award 2010 - Kategorie Vorbilder

Mit gutem Vorbild voran!


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Heffa Schücking kämpft seit 1992 mit ihrem Verein „Urgewald“ für die Interessen von Menschen, die unter den Folgen globaler Umweltzerstörung leiden. Im Vordergrund stehen dabei weniger symbolkräftige Aktionen als der hartknäckige Dialog in den Chefetagen von Politik, Banken und Unternehmen. Dort kommt die Wirkung Ihres Namens inzwischen jener einer Urgewalt ziemlich nahe. Wenn hierzulande Entscheidungen gefällt werden, die Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen im „globalen Süden“ zur Folge haben, schreitet Heffa Schücking ein. Mit ökonomischer Sachkenntnis und detailliertem Wissen über die lokale Situation benachteiligter Populationen fordert die studierte Biologin von den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft immer wieder einen anderen Weg. Die 50-Jährige erhebt Ihre Stimme zum Beispiel für brasilianische Kleinbauern, deren Land wegen Zellstoffplantagen nicht mehr von ihnen selbst bewirtschaftet werden kann. Oder für kanadische Indigene, die gegen die Kahlschläge ihrer Wälder durch große Holzkonzerne kämpfen oder für Dorfgemeinschaften in Indien, die sich gegen ihre Vertreibung wegen des Baues großer Staudämme zur Wehr setzen. Wenn die eigene Überzeugungskraft nicht ausreicht, greift der beherzte Einfallsreichtum einer erfahrenen Campaignerin: Als sie im Jahr 1999 versuchte, den Bau des besagten Staudamms durch die Hypo-Vereinsbank und andere deutsche Konzerne zu vereiteln, brachte sie kurzerhand eine Betroffene aus der indischen Region zur Aktionärsversammlung nach München. Ins weite Aktionärs-Rund stellte sie sodann die Frage, ob es denn Gesprächsbedarf mit potentiellen Opfern gäbe, bevor deren Heimat zerstört wird. Nicht nur den Bau dieses Damms hat Heffa Schücking mit ihrem Einsatz für eine gerechtere Welt bisher verhindern können.

 

Jochen StayJochen Stay

„Atomkraft? Nein Danke!“, der Aufkleber-Spruch klingt beinahe antik, die Problematik drängt vielleicht mehr denn je. Dem trägt Jochen Stay Rechnung, er steht für die Renaissance der tot geglaubten Anti-Atom-Bewegung. Der 45-Jährige arbeitet als Autor, Vortragsreisender, Organisator und Aktivist – vor allem im Atom-Widerstand. Und dessen Wiedergeburt ist Jochen Stay gelungen. Der ehemalige Hausbesetzer hat es geschafft, das Hippie-Image der Atomkraft-Gegner mit zeitgemäßen Mitteln aufzupolieren und jüngere Generationen als Mitstreiter gegen die Atomkraft und Ihre Lobby zu aktivieren. Mit der Anti-Atom-Kampagne „Ausgestrahlt“ setzt Jochen Stay vollends auf die Zauberformel des Web 2.0: mitmachen. Die Aktion rief unter anderem zum bundesweiten „Stör-Fall-Mob“ auf. In sozialen Netzwerken wurden Menschen mobilisiert, in zahlreichen deutschen Städten zeitgleich und gemeinsam die tödlichen Folgen eines schweren Störfalls in einer Atomanlage zu simulieren. Im Gedränge der Innenstädte zogen die Atomkraftgegner die Aufmerksamkeit zahlloser Passanten auf sich, auf Flickr, Facebook und Co. wurde ein wahres Medienfeuerwerk entzündet. Fast klassisch mutet dagegen die Menschenkette als Protestform an, fast unwirklich klingen die Dimensionen: Am 24. April 2010 trafen sich in Schleswig-Holstein 120.000 Atomkraftgegner zur 120 Kilometer langen „Ketten-Reaktion“ zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel. Die Anti-Atom-Bewegung lebt – dank Jochen Stay.

Ulrike Ulrike SaadeSaade

Den Menschen und das Fahrrad zusammenbringen – dieses Ziel verfolgt Ulrike Saade seit nunmehr 30 Jahren. Das klingt gut, aber simpel. Die bedeutsame und folgenschwere Ambition, die sich dahinter verbirgt, wird vielleicht erst beim zweiten Blick sichtbar. Nach wie vor regieren Autos das Bild unserer städtischen Straßen, nicht selten betrachten es ihre Fahrer als Prestigeobjekt. Sinnvolle, nachhaltige Mobilität scheint mit dem PKW aber kaum möglich zu sein – Autoverkehr ist bekanntermaßen einer der größten Klimafeinde. Darum setzt sich die 56-Jährige mit ihrer Agentur, der „Velo-Konzept Saade GmbH“, für ein Umdenken und Umsatteln aufs Fahrrad ein. Das Verhalten der Menschen in Sachen Mobilität zu verändern, ist ohne Zweifel eine große Herausforderung. Die Unternehmerin forciert den Wandel mit Fahrradmessen, Kongressen, Kampagnen und Schulungen, bei denen es stets auch darum geht, die Fahrradbranche mit Politik, Wirtschaft und Dienstleistern zu vernetzten. Dabei möchte sie dazu anregen, Städte neu zu denken und zentrale Fragen zukünftiger Mobilität zu diskutieren: Wie kann etwa der vorhandene Platz der Straße neu aufgeteilt werden, um alternativen Fortbewegungsmitteln – insbesondere dem Fahrrad – den Raum zu gewähren, den sie benötigen? Ulrike Saade gibt mit ihrem Engagement wichtige Impulse für unser modernes urbanes Leben. Mit weniger Autos auf den Straßen und mehr Menschen auf den Satteln wird dieses voraussichtlich noch lebenswerter!

Utopia – Around the world in 36 hoursFolgen Sie unseren Vorbildern und bewerben sich als Redner!

Sie haben selbst eine großartige umsetzbare Idee zum Wandel? Sie möchten auf die Bühne und mit Ihrem Projekt zum nachhaltigen Wandel beitragen? Dann bewerben Sie sich mit einem kurzen Anschreiben für einen Platz als Redner auf der diesjährigen Utopia-Konferenz! Unter allen Einsendungen entscheidet die Utopia-Community per Online-Voting, welche zehn Bewerber sie in Berlin sehen will.

Senden Sie Ihre E-Mail an:
bewerben@utopia.de

 

Bildergalerie

Unsere Award-Preisträger 2009

Foto: privat, www.ausgestrahlt.de/ presse.html

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    HolK
    schrieb am 27.09.2010 um 17:10
    Herzlichen Glückwunsch den drei Finalisten! Das Publikum bzw. die Community kann übrigens noch aus anderen Kandidaten wählen. Zum Beispiel konnte ich mich selbst noch nachnominieren. So gab es auch in den vergangenen zwei Jahren Unterschiede darin, wen die Jury und wen die "breite Masse"...
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    walia
    schrieb am 19.08.2010 um 11:23
    Hut ab, für alle 3 Anwärter. Sie haben Kreativität, Mut und Durchsetzungskraft bewiesen. Am meisten aber favorisiere ich im Moment Heffa Schücking, da sie sich für die absolut Schutzlosen einsetzt. Trotzdem ist eine Wahl sehr schwer. Da jeder auf seine Weise dazu beiträgt, die Öffentlichkeit...
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