Studie vom Öko-Insitut

Atomkraft treibt Strompreis in Höhe


Dass es “keinen Zusammenhang zwischen hohem Kernenergie-Anteil und Strompreisniveau“ gibt, dazu kommt der Vergleich der Strompreisniveaus in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten. “Im Gegenteil: Es finden sich sowohl Staaten mit hohen Kernenergieanteilen und sehr hohem Preisniveau für Haushalts- und Industriekunden als auch Staaten mit niedrigem Kernenergieanteil und niedrigem Preisniveau“, schreiben die Autoren Felix Chr. Matthes und Hauke Hermann. In der Untersuchung wurden zwei Leitfragen behandelt: Könnte erstens eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke – über den mit der Atomgesetz-Novelle von 2002 festgelegten Auslauf-Pfad hinaus – zu einer Minderung oder Dämpfung von Strompreisen führen? Und welchen Umfang könnten zweitens solche Effekte gegebenenfalls haben?

Passend zum Beginn des Bundestagswahlkampfes rückt mit der Studie das Thema Kernenergie wieder einmal in den Mittelpunkt. Denn die Große Koalition ist in der Frage der Laufzeit von Atomkraftwerken nach wie vor zerstritten. Der von der rot-grünen Vorgängerregierung beschlossene Atomausstieg besteht fort, da es in den Koalitionsverhandlungen vor knapp vier Jahren zu keiner Einigung kam. Mit dem Ausstiegsbeschluss haben die Kernkraftwerke Reststrommengen "erhalten". Nach deren Verbrauch die Betriebserlaubnis für das jeweilige Kraftwerk erlischt. Noch sind 17 Meiler am Netz. Während die SPD strikt am Ausstiegsbeschluss festhält, spricht sich die Union dagegen aus. Dass neue Kernkraftwerke errichten werden, lehnt indes auch die CDU ab. Die Kernkraftwerksbetreiber wiederum argumentieren, Deutschland könne es sich nicht leisten, aus der Kernkraft auszusteigen. Und sie werden nicht müde, zu betonen, wie wichtig die Bedeutung der Kernkraft für den Klimaschutz sei – die Halbwertszeit des Atomendmülls verschweigen sie dabei. Natürlich.

Die Unternehmen werben außerdem damit, längere Kernkraftwerkslaufzeiten könnten eine strompreisdämpfende Wirkung haben. Aus Sicht des Öko-Instituts hätte ein “Ausstieg aus dem Ausstieg“ möglicherweise aber sogar preistreibende Effekte. Ein besonderes Augenmerk legten die Gutachter des Instituts auf Frankreich, weil dort der Stromanteil aus Kernkraftwerken bei knapp 80 Prozent rangiert, in Deutschland dagegen bei knapp 30 Prozent. Dennoch ist das Strompreisniveau in Frankreich laut Öko-Institut in einzelnen Marktsegmenten sogar höher als in Deutschland. Die mit einer Laufzeitverlängerung einhergehende Unsicherheit würden dagegen laut dem Öko-Institut “zu einem gedämpften Modernisierungsprozess und damit verbunden eher zu höheren Strompreisen führen“.

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Download der Studie

 

 

 

Fotocredit: Greenpeace Jugend/ flickr

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    Changemaker
    schrieb am 11.08.2009 um 23:13
    Brauchen wir überhaupt Atomkraft!? Neulich habe ich einen Film über Energieerzeugung aus dem Meer gesehen. Darin wurde darüber berichtet, daß man mit besonderen kraftanlagen sehr günstig Energie aus Wellen erzeugen kann. Wer weiß mehr darüber? Und warum wird so etwas im Wahlkampf nicht erwähnt.
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    kade
    schrieb am 29.06.2009 um 15:59
    Eine weitere aktuelle Studie vom Wuppertal Institut für das BMU belegt die negativen Auswirkungen einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke auf Erneuerbare Energien: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg.): Hindernis Atomkraft: Die Auswirkungen einer...
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