Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Unternehmen im Dialog

H&M beantwortet offene Fragen aus dem Live-Chat Teil 1


utopiaa: Wenn dies der Fall sein sollte, woraus erzielt H&M dann den Gewinn um solche Angebote weiterhin darstellen zu können?

H&M: Der Erfolg des Unternehmens basiert auf einer erfolgreichen Mischkalkulation aller Produkte. Wir freuen uns, dass wir so inspirierend für unsere Kunden wirken können.

maria28: Aber je niedriger der Preis ist, desto niedriger ist doch auch der Lohn, oder?

H&M: Ich hoffe, es erleichtert Sie, wenn ich sagen kann: Zum Glück ist dem nicht so! Für die Arbeiter in den Fabriken unserer Lieferanten ist es unerheblich, ob sie etwa an einer Badehose, einer Jeans, oder einem Wintermantel arbeiten.

bestchoice: ...ist es nicht eher interessant, wer an den 5€ alles wie viel verdient?

H&M: Ich verstehe Ihren Ansatz sehr gut, aber der Lohn der Arbeiter hängt nicht vom Endpreis des Produktes ab. Die Kalkulation hinter den verschiedenen Produkten ist sehr unterschiedlich.

Brandungskieker: Könnten Sie die Verteilung der 5€ transparent machen um exemplarisch zu beweisen, wie viel davon in die Marge bei H&M fließt und wie viel davon bei den Produzenten ankommt?

H&M: Auch das Interesse verstehe ich sehr gut. Das ist zum einen sehr unterschiedlich weil verschiedene Produkte auch verschiedene Kalkulationen im Hintergrund haben. Zum anderen wäre das natürlich eine sehr interessante Information für jeden Mitbewerber. Darum kann ich da nicht ins Detail gehen und hoffe auf Ihr Verständnis.

FabianSchäfer: Wie kann ein T-Shirt für 5€ produziert werden? Wie wird dieses Geld gerecht auf H&M, den Transport, die Rohstoffe und vor allem die Baumwollbauern und Näherinnen verteilt?

private-joker: Wie ist es möglich, dass Kleidungsstücke weniger als 10 Euro kosten? Ist es möglich die Baumwollpflücker und Produzenten ausreichend zu entlohnen, von so geringen Preisen, und was für Materialien werden für so günstige Kleidungsstücke verwendet?

H&M: Die Hauptgründe für unsere niedrigen Preise sind die großen Mengen, die wir bei den Lieferanten abnehmen. Dazu kommt unsere langjährige Erfahrung mit einer sehr effizienten Logistik und die Tatsache, dass wir ohne Mittelsmänner handeln können. Viele Bereiche, in denen H&M nur indirekten Einfluss hat, wie dem Baumwoll-Anbau, unterstützt H&M Projekte für mehr Nachhaltigkeit (z.B. Better Cotton Initiative, Textile Exchange), unabhängig vom Endpreis der Produkte.

Katharina: Haben Sie dafür ein konkretes Beispiel, wie H&M die Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt verbessert?

H&M: Da haben wir zum Glück viele: Durch unser Engagement konnten wir beispielsweise mehr als 440.000 Arbeiter über ihre Rechte aufklären und haben mehr als 9.000 Tage in Nachhaltigkeitsinitiativen in den Fabriken investiert. Wollen Sie mehr erfahren? Dann klicken Sie gerne auf hm.com/sustainability.

Katharina: Aber wie kann sich der Kunde dann sicher sein, dass H&M bestimmte Standards erfüllt, wenn lediglich eigene Mitarbeiter die Produktionsbedingungen beurteilen?

H&M: Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, mit eigenen Mitarbeitern die Kontrollen durchzuführen. Nur so können wir die Produktion auch im schlimmsten Fall stoppen. Außerdem stellen wir so sicher, dass unsere Erfahrungen weltweit auch weitergegeben werden können und wir eine Vergleichbarkeit haben zwischen den Bewertungen die wir vornehmen. Um unsere Audits an sich transparent zu gestalten, kooperieren wir mit der unabhängigen NGO „Fair Labor Association“ (FLA), die ihre Ergebnisse unabhängig veröffentlicht.

Thom: Wer soll denn Ihrer Meinung nach die Arbeiter über Ihre Rechte aufklären? Für die Unternehmen vor Ort wird das doch auch sehr unpopulär sein.

H&M: Da sprechen Sie einen wichtigen Aspekt an. Selbstverständlich kommt großen Abnehmern wie H&M da eine Schlüsselrolle zu. Wir klären aber seit vielen Jahren schon unsere Lieferanten über die Vorteile auf, die es hat sich möglichst gut an den Verhaltenskodex von H&M zu halten. Gute Werte in unseren Audits können sich in größeren Ordern wiederspiegeln. So entsteht auch eine geschäftliche Motivation, unsere Bedingungen zu erfüllen

fairskate: Unabhängige Kontrolle durch Dritte ist unablässig, wenn eine faire und ökologische Produktion realisiert werden soll. Scheut H&M den unabhängigen Blick von außen, weil schon journalistische Recherchen immer wieder schlimme Missstände bei Zulieferern aufdecken?

H&M: Nein, den scheut H&M ganz und gar nicht, im Gegenteil: Die Fair Labour Association überprüft regelmäßig unsere Audits und veröffentlicht ihre Erkenntnisse unabhängig von uns. Die Einhaltung der ökologischen Standards bei der Baumwolle überprüfen die Institute IMO und Control Union.
Generell geben wir selbst in unserem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht sehr offen Auskunft über die Schwierigkeiten und Verstöße, auf die wir bei unseren Kontrollen gestoßen sind. Sicherlich: Die perfekte Textilproduktion gibt es nicht. Aber sobald wir Probleme feststellen, arbeiten wir hart an einer Lösung. Da sind wir sehr transparent.

rebecca: Variieren die Ergebnisse, je nach dem ob die Kontrollen angekündigt sind oder nicht?

H&M: Eine sehr interessante Frage. Da kann man aber in der Tat kein Pattern ausmachen. Die Herausforderungen sind von Fabrik zu Fabrik in der Tat zu verschieden.
Der weit überwiegende Großteil aller Kontrollen (78%) geschieht aber ohne Ankündigung.

johanna_78: Führen Sie die Kontrollen an allen Produktionsstandorten durch?

H&M: Ja. Jeder, der Produkte für H&M produziert, wird auf die Einhaltung unseres Verhaltenskodex überprüft. Und zwar immer wieder.

paula: Wird darauf geachtet, dass bei einem nächsten Kontrolltermin eventuell alte Probleme beseitigt werden? Gibt es hier eine Mängelliste oder eine Rate, wie schnell diese dann behoben sein müssen?

H&M: Genau. Wenn Verstöße festgestellt werden, wird mit den Lieferanten gemeinsam ein Plan ermittelt, wie diese in Zukunft verhindert werden können. Hier wird dann auch ein Zeitplan erstellt. Das kann von technischen Verbesserungen, bis zu baulichen Veränderungen in der Fabrik oder auch Schulungen des Managements gehen.

sahri: Es ist doch davon auszugehen, dass Mitarbeiter von H&M einen Ingroup-bias haben, wenn sie die Arbeitsweise des eigenen Unternehmens beurteilen. Man merkt es sicher selber oft nicht und fühlt sich objektiv - aber es hat gute Gründe warum Evaluierungen unabhängige Bewerter brauchen.

H&M: Hier würde ich gerne zu einem tieferen Verständnis beitragen. Unsere Kontrolleure kontrollieren ausschließlich andere Unternehmen, denn jeder Lieferant ist an sich unabhängig. Unsere Kontrolleure werden intensiv ausgebildet, sind Profis vom Fach und tauschen sich oft über die Objektivierung der Ergebnisse aus. Auch wird darauf geachtet, dass nicht stets die gleichen Kontrolleure die gleichen Fabriken kontrollieren. So hoffen wir, den Effekt zu verhindern, den Sie ansprechen.

Katharina: Was spielt auf der Kontrollskala alles eine Rolle, um hier einen guten Wert zu erzielen?

rebecca: Was sind denn z.B. Punkte auf Ihrer Kontrollskala?

H&M: Das sind mehr als 90 Aspekte, die unterschiedlich stark in die Wertung eingehen. Am stärksten zählen Maßnahmen gegen Kinderarbeit, Beschwerdesysteme, Sicherheitsmaßnahmen , Diskriminierungschutz, Gesundheitsmaßnahmen und viele weitere. Wenn Sie wollen, schauen Sie gerne im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 34.

sahri: Ich verstehe jedenfalls immer noch nicht, warum sich H&M einer unabhängigen Bewertung nicht öffnet...

H&M: Das tun wir. Die Fair Labour Association überprüft und bewertet unsere Audits. Unsere eigenen Ergebnisse bewerten wir selbst innerhalb des Nachhaltigkeitsberichtes entsprechend der Richtlinie „Global Reporting Initiative“ und auch viele Experten tun dies: Die Verbraucherinitiative e.V. (Goldmedaille), Stiftung Warentest („engagiert“ in der Jeansproduktion), Stiftung Ökotest („Sehr gut“ für unseren Mascara) um nur einige zu nennen.

utopia: Woher beziehen Sie die Produkte für die Herstellung der Klamotten?

H&M: Etwa 750 Lieferanten produzieren weltweit für H&M, ein Großteil in Asien, der Rest in Europa.

Katharina: In welchen Ländern lassen Sie produzieren, und wie hoch sind die dort gezahlten Löhne?

H&M: Das variiert natürlich sehr, je nach Land. Wir verpflichten unsere Lieferanten dazu, mindestens den jeweiligen Mindestlohn zu zahlen. Das ist nach mehreren Tests von uns der einzige Standard, den wir wirkungsvoll überprüfen können.

waaijenberg: Beim Einkauf bei H&M achte ich immer wieder auf die Produktionsländer und da fällt mir auf, dass einige (Herren-) Kleidungsstücke aus der Türkei sind. Können Sie da näher berichten, wo genau in der Türkei hergestellt wird und ob die Bedingungen dort besser als in Bangladesh sind?

H&M: Die Türkei und Bangladesch sind sehr verschieden und beide Länder haben ihre Vorteile und ihre Herausforderungen. Ich fürchte, dass kann man nicht pauscchal vergleichen, bitte entschuldigen Sie.

DerThomas: Haben Sie denn in den letzten Jahren messbare Erfolge erzielt?

H&M: Oh ja, durchaus! Um nur einige Beispiele zu nennen:

Wir sind aktuell der größte Abnehmer biologischer Baumwolle weltweit, wir haben 300 Millionen Liter Wasser in der Jeansproduktion eingespart, wir haben 442.031 Arbeiter bis jetzt über ihre Rechte aufgeklärt, wir haben unseren CO2-Ausstoß relativ zum Umsatz um 5 % gesenkt, wir haben recycelten Polyesther in der Menge von 9,2 Millionen Plastikflaschen verwendet und vieles mehr! Wenn Sie Lust haben, schauen Sie gerne unter hm.com/sustainability nach weiteren Informationen.

bestchoice: Verbraucht H&M in den Entwicklungsländern sehr viel Wasser? Ist ja Trinkwasser...

H&M: Wasser ist ein sehr wichtiges Thema in der Textilproduktion. Viele Prozesse wie das Waschen, oder Färben der Produkte verbrauchen viel Wasser, aber auch indirekt haben Produkte von H&M einen großen Einfluss auf Wasserverbrauch. Baumwolle ist eine äußerst durstige Pflanze. Durch bessere Techniken im Anbau (zum Beispiel über die Better Cotton Initiative) kann man bis zu der Hälfte des Wassers sparen. In der Jeansproduktion haben wir besonders große Erfolge erzielt. In nur einem Jahr haben wir mehr als 300 Millionen Liter Wasser sparen können. Auch wenn man sich die Wassereffizienz der Lieferanten in den letzten Jahren anschaut, sind die Entwicklungen vielversprechend. Mit der Kollektion „H&M for Water“ unterstützt H&M regelmäßig Projekte für besseren Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen. Allein 2011 haben wir so 38.000 Menschen geholfen.
Übrigens: Auch hier vor Ort, im Logistikzentrum Allermöhe, gehen wir sorgsam mit Wasser um: Jedes Jahr werden fast 7 Millionen Liter Regenwasser wiederverwendet.
Zum Thema Wasser haben wir auch sehr viele Informationen auf hm.com/sustainability.

safran: Mich würde interessieren, wie Sie mit der Tatsache umgehen, dass in einigen Ihrer wichtigsten Produktionsländer freie Gewerkschaften verboten sind. Gibt es konkrete Bemühungen, alternative Formen der betrieblichen Arbeitnehmer_innen-Vertretung zu fördern?

H&M: Ja, eindeutig. Eine funktionierende Arbeitnehmervertretung ist Voraussetzung, um bei H&M die höchste Bewertung hinsichtlich des Verhaltenskodex zu bekommen. In vielen Ländern, in denen eine Arbeitnehmervertretung noch nicht etabliert ist, haben wir die Initiative übernommen um von uns aus aktiv die Arbeiter über ihre Rechte aufzuklären. Damit haben wir mehr als 440.000 Arbeiter weltweit bis jetzt erreicht.

Stand: 05.07.2012 von

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    schrieb am 19.07.2012 um 09:36
    Hallo Brandungskieker,

    danke für die Erklärung. Es ist auf jeden Fall unser klarer Anspruch, dass 100 % der Arbeiter, die an der Produktion von H&M Produkten beschäftigt sind, Arbeitsplätze haben die sicher und sauber sind, die Gesundheit nicht gefährden und dass der Lohn fair ist. Das sind, neben vielen weiteren, die klaren Bedingungen in unserem Verhaltenskodex, den alle Lieferanten und Sub-Lieferanten unterschreiben und dessen Einhaltung wir kontrollieren.

    Sie fragen aber auch, ob wir es garantieren können, das diese Standards eingehalten werden - Es wäre unseriös, das zu behaupten. Wir sehen, dass einige Lieferanten nach wie vor bestimmte Bedingungen nicht erfüllen und das wir teil hart gemeinsam an einer Verbesserung arbeiten müssen. Die Probleme, die wir über das Jahr in unseren Kontrollen finden, listen wir auch transparent in unserem Nachhaltigkeitsbericht auf. Über 2.000 Kontrollen haben wir allein 2011 bei unseren Lieferanten durchgeführt, 78% davon unangekündigt.

    Was wir aber sehen ist, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Weit über die Hälfte aller Produkte bei H&M kommen von Lieferanten, die einen Kontrollwert von über 81 % erhalten. Auch sieht man deutlich, dass die Werte der Fabriken steigen, wenn diese länger mit H&M zusammen arbeiten.

    Auch wenn man also keine perfekte Textilproduktion garantieren kann, so kann man doch alles tun um die Produktion so gut wie möglich zu machen, und das tun wir. Unser Ziel ist es, die 100 % zu erreichen. mehr weniger
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    schrieb am 18.07.2012 um 17:45
    Präzisierung zu meiner Frage "Können Sie zusichern, dass 100% der Beschäftigten in ihren Produktionsbetrieben durch ihre Arbeit nicht schlechter gestellt werden in Bezug auf Gesundheit, Entlohnung und Arbeitssicherheit?"

    Ich meinte, dass ein Arbeitnehmer bei der Herstellung der Produkte kein gesundheitliches Leid erfährt und außerdem einen Lohn erhält, der seiner geleisteten Arbeit entspricht. mehr weniger
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    schrieb am 16.07.2012 um 11:00
    Hallo Leona,

    das ist schade, dass du den Ausführungen von H&M hier nicht glaubst. Ich habe immer versucht, unsere Angaben zu belegen mit externen Quellen und bin auch weiterhin sehr gerne bereit dazu.

    Wenn wir also in einem Bereich der dir wichtig ist, noch Informationen nachreichen können, tun wir das gerne.

    Vielen Dank auf jeden Fall an dich und die zahlreichen anderen User, die Kommentare abgegeben haben.
    Wir freuen uns auf den weiteren Austausch und das Feedback aus der Community, auch zu den offenen Fragen, zu denen ja noch Antworten folgen. mehr weniger
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    schrieb am 16.07.2012 um 10:11
    Auch ich bedanke mich bei utopia für diesen LIveChat.

    Meiner Meinung ist das alles "Greenwashing", was H&M da sagt.

    Ich glaube keinem einzigen Unternehmen mehr irgendwas - außer vielleicht die Verkaufszahlen.

    Die Lösung liegt ganz woanders.Oder zumindest ein Teil der Lösung, denn natürlich habe auch ich keine(Lösung) in der Schublade zu liegen.

    Wir müssen aufhören zu glauben, wir müssten alle paar Tage oder Wochen eine neue Klamote kaufen. Wozu um alles in der Welt müssen wir alle so viele Klamotten haben, dass die Kleidrschränke aus allen Nähten platzen?

    Auch ein Hartz IV-Empfänger kann sich ein T-Shirt für 30 Euro von z.B. amedangels leisten und es dann tragen, bis es kaputt ist. Anstatt sich 6 Shirts von H&M für denselben Preis zu kaufen.

    Außerdem könnten wir alle wunderbar unsere Kleidung in SecondHand-Läden kaufen, wie ich es seit Jahren praktiziere. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, was für tolle Klamotten ich habe und wo ich die denn her habe. Aber das nur am Rande.

    Leider bin auch ich selbst noch weit vom Konsumverzicht entfernt, aber zumindest verdient an mir kein Unternehmen wie H&M, Zara, C&A und wie sie alle heißen auch nur einen Cent.

    Und außerdem gehe ich sämtlichen Freundinnen und Bekannten unaufhörlich auf den Geist, indem ich ihnen von den Arbeitsbedingungen in Bangladesh erzähle, entsprechende links verschicke und auch jedes Mal einen Kommentar abgebe, wenn mir die neuesten Schnäppchen von H&M & Co. stolz präsentiert werden. Mir ist es egal, ob ich den Leuten damit auf den Geist gehe.

    Danke nochmal an Utopia, macht weiter so! mehr weniger
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    schrieb am 05.07.2012 um 19:55
    Danke für die Mühe, das alles zusammen zu tragen.
    Danke an die Fragensteller, immer wieder nachzuhaken.
    Danke an H&M, sich den Fragen zu stellen und danke an Utopia, den Austausch überhaupt möglich zu machen.

    Ein Aspekt möchte ich noch einbringen:

    Grasmücke fragt
    "Ist es also fair das sich nur die Reichen leisten können nachhaltig zu leben?"

    Lukita antwortet
    "Der Lebensstandard hier geht aktuell schlichtweg auf die Kosten von Mensch und Umwelt in anderen Ländern."

    Wir müssen uns darüber im Klaren sein, daß es nicht nur auf Kosten von Mensch und Umwelt in anderen Ländern geht, wenn wir die Billig-Klamotten von H&M kaufen.

    Es geht auch auf unsere eigenen Kosten.
    Wir leben in einer globalisierten Welt, wo dank ESL sogar die Frischmilch billig aus dem Osten importiert werden kann.
    Wenn wir Kleidung kaufen, die in Bangladesch zu einem 30€ Monatsgehalt produziert wurde, dann ist es auch unsere Zukunft, daß die Geringverdiener immer geringer verdienen.

    Deswegen lautet meine Antwort auf Grasmückes Frage:
    "Nein, es ist nicht fair, daß sich nur Reiche nachhaltige Sachen kaufen können.
    Und deswegen müssen wir aufhören, billige Sachen zu kaufen, die die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer machen".

    Wie man das mit wenig Geld in die Praxis umsetzt?
    Sicher nicht bei H&M, wo die T-Shirts nach 3x Waschen ausgeleiert sind.
    Mir ist auch noch keine andere Lösug eingefallen, als gute Marken-Klamotten im Second Hand Laden zu kaufen... mehr weniger
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