Erste Entwürfe exklusiv auf Utopia

TW4XP oder: Die Menschmaschine


Von Christoph M. Schwarzer

Ein Lenkrad gibt es nicht im TW4XP. Das ist sicherer, weil es bei einem Unfall nicht dem Kopf im Weg ist. Stattdessen nimmt ein Steuerknüppel die Befehle des Fahrers entgegen. Platz für einen Beifahrer gibt es auch in dem kleinen Gefährt, dass hinten zwei und vorne ein Rad hat. Daher kommt der Name TW4XP, Threewheeler For X Prize. Übersetzt: Das ist ein Dreirad, mit dem ein US-amerikanischer Preis für extrem sparsame Autos gewonnen werden soll. Mit Elektromotor und Muskelunterstützung.

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Exklusiv: Erste Entwürfe des "TW4XP"

Mindestanforderungen bei Verbrauch und Fahrleistungen


Um am Automotive X Prize teilnehmen zu können, muss der Prototyp bis Ende April fahrfertig sein. Die Mindestanforderungen in diesem mit 2,5 Millionen Euro dotierten, ökologisch ausgerichteten Wettbewerb sind streng. Von null auf 96 Stundenkilometer (entsprechend 60 US-amerikanischen Meilen) dürfen maximal zwölf Sekunden vergehen. Mindestens 130 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit sind ebenso gefordert wie eine Reichweite von über 160 Kilometern. Dabei darf der Stromverbrauch nicht über zehn Kilowattstunden pro 100 Kilometer steigen. Das ist ungefähr die Energiemenge, die in einem (!) Liter Benzin steckt. Auf Elektroantrieb umgebaute Porsches wie der eRuf mit extrem starken Motoren brauchen es also gar nicht erst versuchen. Grips und Köpfchen sind gefragt, und alle Teilnehmer sind eine Nummer leichter, kleiner und windschlüpfriger.

Serienfahrzeug kann schwächer sein – oder stärker


Der Motor im TW4XP leistet 17 kW. Weil mancher noch in PS denkt: Das waren mal 23 davon – oder etwa so viel wie in einem Citroen 2CV mit dem Spitznamen Ente. „Die 17 kW brauchen wir für die Anforderungen im X Prize“, sagt Barbara Wilms, Pressesprecherin des Projekts. „Für den Alltag würde auch weniger Leistung ausreichen“, weiß sie. Dann würden die Beschleunigungswerte etwas leiden. Am Ende entscheiden die zukünftigen Kunden und die Reaktionen auf Beiträge wie diesen: Sollte ein solches Fahrzeug ganz auf Mindestfahrleistungen und minimalen Verbrauch getrimmt sein? Oder darf es zu einem höheren Preis sogar noch etwas mehr Power sein?

Ordentlich in die Pedale treten


Der eigentliche Clou am TW4XP sind die Pedale, die im Wettbewerbsfahrzeug nicht eingebaut, aber für die Serie als Option vorgesehen sind. Wer will, kann den Elektromotor dann mit eigener Muskelkraft unterstützen. Das senkt den Stromverbrauch, ist gut für den Kreislauf und noch besser fürs eigene Gefühl. Die langen Gesichter der anderen Verkehrsteilnehmer, an denen man scheinbar nur radelnd vorbeizieht, dürften unbezahlbar sein. Dieser Effekt ließ sich bereits bei einem anderen Mensch-Maschine-Hybrid beobachten, dem Motorrad ErockIT (www.erockit.net).

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    Doris Spohr
    schrieb am 25.01.2010 um 10:40
    Ab auf den Nürburgring! Kürzlich las ich, dass der ziemlich leer steht, weil Ferrari und Co. kaum noch Publikum anziehen. Wie wäre es, wenn dort zukunftsweisende Mensch-Maschine-Hybride wie ERockIT, Twike usw. ihre Runden drehen würden und man sie sogar ausprobieren könnte?
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    der Michel
    schrieb am 23.01.2010 um 17:59
    Schönes Ding. Schade ist nur das solche Vehikel zur Zeit noch solche saftigen Preise haben. Damit sind sie nicht für die Mehrheit erschwinglich. Auch wenn die Energiekosten sehr gering sind. Stauraum ist ja nunmal fast nicht vorhanden. Und das wäre für mich ein K.O. Grund, wenn ich in der Lage wäre...
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