Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Trau, schau, wem? Die Hintergründe des Vertrauensbarometers.


Dass das ein heißer Ritt werden würde, war ja klar.

Deutschlands größte Unternehmen, Klimaschutz und Verbraucher-Vertrauen sind ein explosives Gemisch. Viele Unternehmen haben Angst davor, in Bausch und Bogen verurteilt zu werden. Viele Utopisten wollen sich nicht nur zum Thema Klimaschutzmaßnahmen äußern, sondern die Unternehmen in ihrer Gesamtheit beurteilen.

Bei Utopia berichten wir oft über „ökorrekte“ Unternehmen, die von Grund auf nachhaltig wirtschaften. Meistens handelt es sich dabei um mittelständische oder kleine Unternehmen. Ihr Verhalten, ihre Konsequenz und ihre Motivation sind inspirierend und nachahmenswert. Und natürlich werden wir immer weiter und immer mehr über diese vorbildlichen Unternehmen berichten.

Aber wenn wir unsere Utopie einer lebenswerten Welt für unsere Kinder und Kindeskinder Wirklichkeit werden lassen wollen, müssen wir uns auch mit den großen Unternehmen auseinandersetzen. Sie treiben die Wirtschaft, beschäftigen Tausende Menschen, verbrauchen enorme Ressourcen und dienen mit ihren Aktienkursen vielen Menschen als Altersvorsorge.

Große Unternehmen = großer Hebel.

Wenn die Industrieriesen sich wirklich in Bewegung setzen, dann hat das einen großen Effekt. Und wenn sie sich auf Druck von außen in Bewegung setzen, ist das ein gutes Zeichen und kein schlechtes. Denn es beweist, dass die Unternehmen reagieren müssen, wenn die Verbraucher es fordern.

Es bringt also nichts, die Großunternehmen zu verteufeln und ihnen den Dialog zu verweigern. Wir müssen die Kommunikation mit ihnen suchen und wir müssen die Themen dieser Kommunikation selbst definieren.

Aus dieser Überlegung entstand das erste Utopia-Vertrauensbarometer. Deswegen haben wir den 50 größten deutschen Unternehmen ganz konkrete Fragen zum Klimaschutz gestellt. Deswegen erwarten wir auch konkrete Antworten. Wir wollen uns ein möglichst genaues Bild davon machen, was die Unternehmen in Sachen Klimaschutz planen, und wir wollen den Unternehmen darauf unser Feedback geben; ihnen sagen, was wir gut finden und was nicht; ihnen mitteilen was wir als Verbraucher erwarten und damit Zeichen setzen für ein nachhaltiges Wirtschaften.

Keine Chance für Greenwasher.

Natürlich haben die großen Unternehmen viel Geld für Marketing und Lobbying. Aber nur weil es geschliffen formuliert ist, müssen wir ja nicht glauben, was sie uns sagen. Natürlich erhalten wir teilweise sehr schwammige Aussagen. Aber die können wir ja auch bewerten.

Umso wichtiger ist, dass wir möglichst konkret nachfragen. Nur wenn wir klare Anforderungen stellen, können wir erkennen, wer es ernst meint und wer es mit reinem „Greenwashing“ versucht.

Die Teilnahme an unserer Umfrage ist für die Unternehmen kein gefundenes Marketing-Fressen. Schließlich sind die Utopisten die kritischsten Konsumenten, die man sich vorstellen kann. Wer hier mit hohlem Marketing-Gerede versucht, ein grünes Mäntelchen über schmutzige Geschäfte zu werfen, der wird damit wohl wenig Erfolg haben. Und selbst, wer mit großem Engagement und konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz vorangeht, muss erstmal fürchten, unter Generalverdacht zu stehen.

Für die Unternehmen steht viel auf dem Spiel.

Märkte werden jetzt neu verteilt. Ethik und Verantwortung werden als Kaufentscheidungen immer wichtiger. Natürlich werden die großen Unternehmen weiter profit-orientiert arbeiten, aber sie verstehen immer mehr, dass sie diesen Profit nicht mehr über die Köpfe der Verbraucher hinweg machen können.

Trotzdem gibt es auch für grundsätzliche Kritik an Kapitalismus und Globalisierung einen begründeten Platz und Organisationen (z.B. attac) die sich damit auseinandersetzen. Bei Utopia wollen wir positive Veränderungen voranbringen. Wir verstehen uns weniger als Protest-Bewegung, sondern als ein Bündnis von Menschen, die sich auf den Weg machen, diese Welt nachhaltiger zu gestalten.

Wir erleben heute eine Phase des weltweiten Umbruchs und Aufbruchs. Und wir sind in einer machtvollen Position, denn immer mehr Unternehmen hören uns zu. Also lasst uns Feindbilder und Vorurteile über den Haufen werfen und aktiv mitgestalten!

Zum Vertrauensbarometer geht es hier.

Und hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Vertrauensbarometer.

Stand: 10.02.2008 von

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    schrieb am 03.12.2008 um 10:21
    Und wir sind in einer machtvollen Position, denn immer mehr Unternehmen hören uns zu. Also lasst uns Feindbilder und Vorurteile über den Haufen werfen und aktiv mitgestalten!


    Ich weiß nicht, mir fehlt hier was. Ein Untermehmen setzt sich aus vielen Menschen zusammen. Wer von diesen Menschen hört wem aus unseren Reihen zu, Claudia?

    Bei Utopia wollen wir positive Veränderungen voranbringen. Wir verstehen uns weniger als Protest-Bewegung, sondern als ein Bündnis von Menschen, die sich auf den Weg machen, diese Welt nachhaltiger zu gestalten.


    Positive Veränderungen, was heißt das? Für UnternehmeInnen ist Gedlgewinn das Positivste, erlebte ich gerade wieder brühwarm im Coaching, das mir auf dem Weg in die Selbstständigkeit helfen wollte und in Existenzgründer Seminaren, inmitten Berlins! mehr weniger
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    schrieb am 09.08.2008 um 23:18
    das ist der beste artikel den ich bisher bei utopia gelesen habe.den letzten satz von claudia langer sollte jeder utopist leben,ich zitiere :
    "Bei Utopia wollen wir positive Veränderungen voranbringen. Wir verstehen uns weniger als Protest-Bewegung, sondern als ein Bündnis von Menschen, die sich auf den Weg machen, diese Welt nachhaltiger zu gestalten.

    Wir erleben heute eine Phase des weltweiten Umbruchs und Aufbruchs. Und wir sind in einer machtvollen Position, denn immer mehr Unternehmen hören uns zu. Also lasst uns Feindbilder und Vorurteile über den Haufen werfen und aktiv mitgestalten!"

    so erreichen wir gemeinsam unsere ziele.

    mehr weniger
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    schrieb am 01.03.2008 um 21:15
    Danke an Claudia Langer für diesen Artikel.

    Ich vermute ja, dass schon so einige Kommunikations- und Marketingstrategen Rede und Antwort stehen mussten, weil das Vertrauensbarometer ein paar ganz grundsätzliche Fragen innerhalb der Unternehmen aufgeworfen hat.
    Die großen Unternehmen wissen sehr wohl, dass Ignoranz in der Kommunikation und die typischen Auswirkungen des Massengeschäftes, wie abwimmelnder Kundenservice, keine nachhaltigen Geschäftsstrategien mehr sind.
    Die Fragen heißen: Wie (un-) zufrieden sind meine Kunden? Oder: Womit genau sind meine Kunden unzufrieden? In dieser Fragestellung sind mehr als nur die bloßen Produkteigenschaften eingeschlossen.

    Ich bin wirklich gespannt, welche Strategien gefahren werden, wenn die zweite Runde vom Vertrauensbarometer beginnt. mehr weniger
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    schrieb am 18.02.2008 um 17:12
    danke für den aufruf -insbesondere für den letzten absatz.
    wie wollt ihr mit dem ergebnis des barometers weiter machen?
    warum nicht in den klassischen massenmedien veröffentlichen? wäre ja eine schöne pr-trächtige geschichte über die "öko-medien" hinaus.

    barbara
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    schrieb am 15.02.2008 um 13:48
    Danke, Claudia,

    ich denke mit diesem Hintergrund werden viele Fragen von Utopisten, die das Barometer sehr kritisch sehen, beantwortet.

    Es wäre noch hilfreich den weiteren Ablauf zu erfahren: wie lange bleibt das Barometer für Rezensionen geöffnet (bis ich durch alle Firmen durch bin, dauert es sicher noch eine Weile)? Soll es zu einem bestimmten Zeitpunkt geschlossen werden? Werden die Firmen dann nochmals kontaktiert? Wird nachgehakt?

    Grüße
    Andrea mehr weniger
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