Erst Sänger, jetzt Designer. Wie kommt‘s?
Thomas D: Ja, als Model wollte mich leider keiner haben, also musste ich halt Designer werden. Nein, Scherz. PYUA, das Label, bei dem meine Sachen erscheinen, steht für politisch korrekte Eco-Wear. Alle PYUA-Produkte sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch verantwortungsbewusst aus Bio-Baumwolle 2 hergestellt. Das nachhaltige Prinzip von PYUA passt daher sehr gut in mein Leben. Ich versuche, auch der Umwelt etwas zurückzugeben und mit den Ressourcen sparsam umzugehen.
Bist du ein Fashionvictim, und ist das ein lang gehegter Traum?
Thomas D: Als Fashionvictim kann ich mich wirklich nicht bezeichnen. Michi Beck aus unserer Band schon eher. Wir nennen ihn auch gerne den „Fashiondiktator“. Mir kommt es vor allem darauf an, wo die Kleidung herkommt und unter welchen Umständen sie produziert wurde. Wenn sie dabei noch gut aussieht, dann ist sie genau richtig für mich. Mit PYUA versuche ich, auch genau da anzusetzen und eine Brücke zwischen Style, Funktion und Nachhaltigkeit zu schlagen.
Was ist das Besondere an deinen neuen Shirts und Sweatern für PYUA?
Thomas D: In der ersten Kollektion haben wir uns mehr auf das Thema Natur konzentriert. Bei den jetzigen Shirts spielt die Tierwelt eine große Rolle. Momentan sitzen wir an Motiven für die dritte Kollektion, die wohl im Frühjahr 2012 erscheinen wird.
Haben die Tiere auf deinen Shirts eine bestimmte Bedeutung?
Thomas D: Der Gorilla ist das stärkste Tier im Urwald und dabei gleichzeitig Veganer. Ich finde, das ist ein sehr schönes Bild, da viele sich den Veganer oder Vegetarier als einen dünnen ausgemergelten Typ vorstellen. Das Chamäleon ist durch seine Anpassungsfähigkeit einzigartig. Und außerdem sieht es so herrlich bescheuert aus.
Als welches Tier würdest du gern wiedergeboren werden?
Thomas D: Am liebsten als Eintagsfliege. Das Leben ist zwar schnell vorbei, aber die Fliege erlebt an diesem einen Tag unglaublich viel – das finde ich schon sehr spannend.
Fällt dir als Musiker die Arbeit als Designer schwer, oder machst du das mit Links?
Thomas D: Mein Hauptberuf ist nach wie vor das Musikmachen. Als Designer geht es für mich daher nicht um meine Existenz. Ich muss zum Glück keine Angst haben, dass die Leute meine Designs nicht mögen und keiner meine Shirts kauft. Aber genau aus diesem Grund kann ich so frei und kreativ sein.
Stell dir vor, Lagerfeld kommt auf dich zu und will mit dir eine Fashion-Linie rausbringen. Wie würde die Kollektion aussehen?
Thomas D: Die Sachen wären etwas extremer. Eine Mischung aus fernöstlichem Shao Linh Ninja-Style und modernen Elementen. Der Style eines futuristischen Urban-Warriors mit einem Hauch Homosexualität – das gehört wohl immer dazu, wenn man mit Lagerfeld eine Kollektion macht, so nach dem Motto: Tradition trifft Moderne. Klingt doch wirklich wunderschön, oder? Also, ich würde es kaufen!
>>Man kann mich auch als „Teilzeitveganer“ bezeichnen<< – weiterlesen auf Seite 2


Kommentare (16)
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Gerhard Schreiber
AM meisten für das Wohl der Welt könnte er machen, indem er aufhört gierig zu sein und mind. die Hälfte seiner verdienten Millionen abgibt. Da liegt doch ein Kernpunkt vieler Problem: Viele haben nix, einige zu viel... mehr weniger
siehe dazu auch:
http://www.ci-romero.de/bsci/
und den Kommentar der CCC zu Utopia-Partner Otto:
http://www.utopia.de/blog/otto-gmbh-co-kg-spzialverantwortung/unser-kontrollsystem-business-social
Vielleicht könnte Thomas D. da ja mal Nachbeserung anregen, z.b. ein Wechsel zur Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation, bei der NGOs, Gewerkschafter und Arbeitsgeber gemeinsam für die Einhaltung von Mindeststandards sorgen.
Wenn auch überwiegend nicht aus freien Stücken sind in den vergangenen Jahren diverse Outdoor-Brands in die Fair Wear Foundation eingetreten. Ob sie wirklich bereit dazu sind, die Standards auch umzusetzen, werden die nächsten Jahre zeigen, denn eine Mitgliedschaft kann auch durch Verstöße und mangelnde Änderungsbereitschaft verspielt werden. Aber zumindest ists ein Anfang. mehr weniger