Im Vergleich zu derlei Extravaganz wirken die Ambitionen von Vilde Svaner aus Weimar geradezu bodenständig. 2008 von Antje Wolter und Anne Gorke gegründet, will das Newcomer-Label vor allem eins: moderne, puristische und elegante Mode machen – nachhaltige Umsetzung und Werte wie Vertrauen, Beständigkeit und Aufrichtigkeit sind dabei selbstverständlich. Die wunderbar tragbaren, jungen und schlicht-extravaganten Kleidungsstücke für Herren und Damen werden vollständig aus Biobaumwolle und recycelten Herrenhemden hergestellt, die zertifizierten Materialien stammen von Zulieferern in Deutschland, produziert wird regional. Die Modemacherinnen entschieden sich bewusst zu einer eigenständigen, intimen Präsentation in einem Showroom in Berlin-Mitte. „Wir wollen in erster Linie über das Design überzeugen, nicht über den Stempel grün oder nachhaltig.“ Die anwesenden Gäste haben sie damit überzeugt, hoffentlich bald auch Handel und Endverbraucher!
Den direkten Weg zum Kunden hingegen sucht Umasan, ein kompromissloses Gesamtkonzept, das durchaus als kleine Sensation betrachtet werden darf. Das Label der Schwestern Sandra und Anja Umann setzt ausschließlich auf Eigenvertrieb, die Entwürfe gibt es ab Mitte Februar im eigenen Flagshipstore in Berlin-Mitte, ein weiterer Shop in New York sowie ein Online-Versand sind noch für 2010 geplant. Umasan legt großen Wert auf den Verzicht von tierischen Erzeugnissen, jedes der Kleidungsstücke für Damen und Herren ist zu hundert Prozent vegan, die Designer setzen auf innovative Proteinfasern, Baumwolle und Layerings, also dem guten, alten Zwiebellook. Ökologische und humane Produktionsverfahren sind bei Umasan ebenso selbstverständlich wie natürliche und nachhaltige Ressourcennutzung. Sandra Umann erklärt: „Wir wollen einen Ruhepol im Modewirbel darstellen. Uns geht es darum, die Schnelligkeit der Modewelt zu durchbrechen. Wir zeigen zwei Kollektionen im Jahr, Dinge wie Sales wird es nicht geben, weil unsere Mode nicht an Wert verliert.“
Nicht von ungefähr erinnern die zeitlosen Stücke an fernöstliche Kulturen. Umasan ist eng mit der Philosophie des Yoga verknüpft, Anja Umann arbeitete viele Jahre im Atelier von Yohji Yamamoto, eine Erfahrung, die heute für die außergewöhnliche Schnittentwicklung von großer Bedeutung ist: „Was wir entwerfen, ist nie hauteng. Im Gegenteil: unsere weiten, schlichten Schnitte folgen der Bewegung und betonen so den Körper ganz unbewusst - eine Symbiose aus Funktion und Ästhetik. Sie sind verfeinert mit kleinen Details: Mal wird schräg geknöpft, mal ist die rechte Seite länger als die linke, oder der Saum verläuft perspektivisch verzogen." Es war nicht nur die Durchdachtheit der Kollektion, sondern sicherlich auch die überzeugte und ruhige Ausstrahlung der beiden Macherinnen, die die anwesende Presse und potenziellen Kundinnen begeisterte.
Ein Fazit der Modewoche: während die einen Einigkeit fordern, gehen die anderen lieber eigene Wege. Nachhaltige Mode ist längst nicht mehr gleich nachhaltige Mode – die Differenzierung und Verfeinerung schreitet voran und das steht der Szene ausgesprochen gut!
Zur Messe Thekey.to online:
Zum Video-Rundgang mit Utopia-TV.
Foto: Umasan Lookbook 2010.


















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