Jedes Mal, wenn ich als Einkaufsrevolutionärin unterwegs bin und Vorträge halte, fragt einer der Zuhörer nach meinem Schlussappell: „Politischer Konsum schön und gut, aber das ist ja ganz schön kompliziert, oder? Man kann doch nicht vor jedem Einkauf erst im Internet recherchieren!“
„Das muss man ja auch nicht“, sage ich dann, „das lernt man doch ganz schnell! Bei Lebensmitteln zum Beispiel gibt es ja nicht so viele Label, das sechs-eckige EU-Bio-Siegel und die Zeichen der Anbauverbände, Demeter, Bioland, Naturland, Gäa... - ach ja, das Fairtrade-Siegel muss man auch noch kennen, und Neuland ist noch wichtig, das ist zwar kein Bio-Verband, hat aber die besten Tierschutz-Standards.“ Und rasch wird meine Liste länger und mein Argument schwächer.
Seit Juli kommt noch ein neues Siegel dazu, das neue EU-Bio-Siegel, zwölf Sterne auf frischgrünem Grund, in Form eines Blättchens angeordnet. Es sieht organischer aus als das Stoppschild-förmige deutsche EU-Bio-Siegel, aber auch nichtssagender. Ein bisschen wirkt es wie eine Produkt-Illustration, ein Hauch Frühlingswind, nichts was ins Auge springt.


Kommentare (22)
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Wir dürfen uns das nicht mehr gefallen lassen, müssen selbst aktiv werden und zusammen für ökologische und faire (für Mensch Tier) Bedingungen auf dem weltweiten Handelsmarkt eintreten. Bei Firmen und der Regierung!
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http://fashionfairvegan.blogspot.com/ mehr weniger
In Deutschland sind hier die führenden VertreterInnen:
Prof. Angela Brand
- http://www.angela-brand.eu/ -
- http://www.fh-bielefeld.de/article/fh/6888/1/192?NavCatID=285 -
und der Bundesverband Deutscher Genologen
- http://www.genologen.de/ - mehr weniger
Weiter muss diese Recht muss ja anwendbar sein von Riga bis Lisabon. Regionen mit sehr unterschiedlichen naturräumlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und sehr unterschiedlichen Entwicklungssituationen in Hinblick auf öko Landbau und Markt! Das ist Fakt. Dies erfordert eine gewisse Anpassungsfähigkeit.
Dennoch wer sich die Mühe macht mal reinzuschauen in das Bio Recht wird erstaunt feststellen, dass dort erstaunliches steht. Keinesfalls kann von "verwässern" gegenüber der alten Bio Verordnung gesprochen werden! Ganz im Gegenteil die neue Verordnung hat große Ziele in den Gesetzestext aufgenomen die nach und nach verwirklicht werden sollen. Der technische Korpus ist fast unveränder übernommen worden und wurde nur jedoch präzisiert. (Ob die neue "Grundlagenorientierung" unter juristischen Gesichtspunkten vernünftig ist wird sich herausstellen. )
Ich teile desweiteren vollkommen die Auffassung, dass jedoch mit "Bio" das Denken nicht aufhören sollte. Es gibt auch andere wichtige Themen wie z.B. Regionalität, Gerechtigkeit...... mehr weniger
den Wirrwarr der Bio Deklarationen zu entwirren, war wohl nur ein weiterer Grund der neuen Schöpfung.
Hauptsächlich geht es doch nur darum wieder einmal Unmengen an Geld auszugeben um neue Drucke und Formulare zu generieren.
Die Kosten der Industrie dürften unermesslich sein und es wäre mit Sicherheit sinnvoller, endlich einmal den Wirrwarr der verschiedenen Verbände zu vereinheitlichen.
Demeter, Bioland, Naturland......
Und jeder will sich seinen Säckel füllen.
Hier ist der Verbraucher eindeutig überfordert und auch getäuscht.
Würde es nicht mehr Sinn machen, die Bio Vorgaben für alle Erzeuger zu vereinheitlichen und mit gleichem Maß festzulegen.
Man muß erleben, welche Dimensionen das Prüfverfahren der Verbände erreicht hat.
Dazu müssen die Produzenten, bzw. der Handel gewaltige Beträge bereitstellen, die einer marktgerechten Vermarktung im Wege stehen.
Was nutzt zudem das neue europäische Zeichen, wenn Produzenten die Bio Rohstoffe im osteuropäischen Ausland, bzw. in Asien zukaufen ?
Die Skandalwelle ist bereits vorprogrammiert und trifft uns, sobald die Untersuchungen dementsprechend in die richtige Richtung gehen.
Siehe letzten Skandal bei Bio Geflügelfutter mit Dioxinbelastung.
Mich würde interessieren, welche Lobby hier einer Verbreitung der Nachrichten im Wege stand ?
Sind wir mittlerweile an der Grenze des Überprüfbaren im Bio Bereih angelangt ?
Jeder Insider weiß, daß die Fläche die nötig wäre um das deutsche Bio Sortiment in unseren Regalen laut der Vorgaben der Verbände zu decken, in einer Anbaufläche analog der asiatisch verfügbaren landwirtschaftlichen Anbaufläche aufgehen würde.
Wo also kommen die Rohstoffe her und wer überprüft die Bio Kriterien im Osten ?
Dort wird bekanntlich gegen Devisen jeder Stempel und jedes Zertifikat aufgedrückt........
Aber der Glaube soll ja helfen...... mehr weniger