Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Tanja Busse "Gegen die Ernährungsdiktatur"

Bio-Bashing ist Trend


„Dioxin in Bio-Eiern! Da sieht man´s mal wieder!“ So, stelle ich mir vor, haben die Bio-Hasser gefeixt, als Anfang Mai bekannt wurde, dass 2500 Tonnen dioxin-haltiger Bio-Mais aus der Ukraine in Hühnerfutter gelandet waren und ein Dutzend Betriebe gesperrt wurden. „Hab ich doch schon immer gesagt: Bio ist nicht besser!“

Bio-Bashing ist gerade in Mode, und da kommt so ein Fund gerade recht. Wie im Janur 2005, zu der Zeit, als Renate Künast die Käfighaltung verbieten wollte und die umstrittenen Kleinvolieren gleich mit. Da warnte die „Bild am Sonntag“ nach einer Dioxin-Messung genüsslich vor der Giftgefahr in Freilandeiern. Und der Leser bekam den Eindruck, als liefen alle Biohühner dieses Landes auf dioxinverseuchter Erde. „Kampagnenopfer Öko-Ei“, schrieb das Greenpeace-Magazin damals.

Natürlich muss darüber berichtet werden! Und natürlich müssen sich die betroffenen Betriebe fragen, wie sie künftig solche Gifte im Futter verhindern können. „Wir haben aus dem Nitrofen-Fund im Getreide im Sommer 2002 gelernt“, erzählt Helgo Schmidt, der in Bonn einen Öko-Hof hat, der kein Dioxin-Futter bekommen hat. „Wir haben damals unseren Futtermittellieferanten quasi gezwungen, das Bioland-Futter in einer eigenen Mühle zu verarbeiten. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“

Doch wenn die Medien über die Dioxin-Eier schreiben, darf nicht der Eindruck entstehen, als sei das ein spezifisches Bio-Problem. Der Fachjournalist Leo Frühschütz hat auf „Biohandel-Online“ daran erinnert: Im EU-Schnellwarnsystem für Futtermittel sind seit Anfang des Jahres vier Warnmeldungen wegen Dioxinrückständen erschienen – jedoch in konventionellem Futter.

Dioxine können bei großer Hitze entstehen, bei der Herstellung von Pestiziden zum Beispiel, aber auch wenn Holz verbrennt. Der Bauckhof in Niedersachsen schrieb an seine Kunden: „Kinder, die mit Gitarre am Lagerfeuer sitzen, den Qualm einatmen und Stockbrot essen, leben deutlich gefährlicher.“ Die Hühner auf dem Bauckhof leben vorbildlich in mobilen Ställen, die von Wiese zu Wiese gefahren werden. Das meiste Futter kommt vom Hof selbst, der Rest von bekannten Demeter-Betrieben. Dioxin im Futter schließen die Hühnerhalter trotzdem nicht aus: Falls ein Huhn an einem Strohhalm pickt, der dort gewachsen ist, wo frühere Generationen ein Lagerfeuer gehalten haben.

Was können wir Konsumenten daraus lernen? Dioxin bleibt ein Risiko, Bio-Futtermittel müssen noch besser überwacht werden, Lieferungen von bekannten Betrieben sind überschaubarer als Importe aus dem Ausland – aber die ganze Geschichte darf nicht von den größeren Missständen ablenken: Nämlich erstens von den industriellen Prozessen, bei denen Dioxine in großen Mengen entstehen.

Und zweitens von den skandalösen Umständen in der konventionellen Tierhaltung. Dort werden nämlich trotz Käfigverbot noch immer Legehennen in viel zu kleinen Käfigen gehalten, die natürlich nicht Käfig, sondern Kleinvoliere genannt werden. Und den geschundenen Masthähnchen in Bodenhaltung geht es nicht viel besser.

Ernährungsdiktatur - BusseErnährungsdiktatur - BusseTanja Busse: Die Ernährungsdiktatur. Warum wir nicht länger essen dürfen, was uns die Industrie auftischt, Blessing Verlag 2010. Beim lokalen Buchhändler über ISBN 978-3-89667-420-3 bestellen.

 

 

 

 

 

 

 

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Stand: 25.05.2010 von

Kommentare (34)   abonnieren

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    schrieb am 25.05.2010 um 15:37
    Ich frag mich so oft, was es mit dem Hass auf BIO auf sich hat. Glaub da läuft bei vielen Leuten echt was schief. Mal ehrlich (zu sich selbst) über die Problematik nachzudenken würde bei vielen ein Umdenken bewirken, aber genau das ist es wovor Menschen Angst haben: die eigene Meinung zu ändern. Danach muss man ja dann auch eigentlich handeln, oder? Och nö. BIO ist Blödsinn.

    Hrm :/



    Aber schöner Artikel, und notwendig bei so viel Bio-Bashing.

    Danke!
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    schrieb am 25.05.2010 um 15:42
    Ich hab da einen Geheimtipp für alle, die etwas gegen Dioxin in Eiern und Hühner in Käfigen tun wollen:
    Hört auf, Tierprodukte zu kaufen!
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    schrieb am 25.05.2010 um 18:42
    Diesem Tipp kann ich mich nur anschließen! Liebe Grüße, Gita
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    schrieb am 25.05.2010 um 16:54
    Ja stimmt schon, daß Bio-Bashing im Trend ist.
    Andererseits gibt es einfach Probleme, die nicht von der Hand zu weisen sind.
    Im konkreten Fall ist ein Problem, daß nicht genug Bio-Futter in Deutschland vorhanden war, deshalb der Zukauf in der Ukraine.

    Dioxin im Futter kann auf verschiedensten Wegen dorthin gelangen, z.B. durch Anbau des Futters in der Nähe einer Müllverbrennungsanlage.
    Wer kann sowas schon kontrollieren auf die Entfernung?

    Das Dioxin wurde entdeckt und das belastete Futter aus dem Verkehr gezogen.
    Im Konventionellen Futter wäre es evt. unentdeckt geblieben.

    Daß Bio genug Hasser hat ist ja wohl eigentlich klar.
    - Es ist der Neid, weil Bio noch Zuwachszahlen schreibt
    - Es ist der Neid, weil Bio-Bauern zeitenweise mehr gefördert wurden
    - Es ist der Neid, weil Bio-Bauern einen höheren Preis erzeugen
    - Es ist der Ärger, weil ein nicht Bio-Produzent sich gewisse kritische Fragen stellen lassen muß
    - Es ist die Angst vor allem Neuen
    - ....u.s.w.

    Nicht ärgern, wäre Bio kein Erfolgsmodell, dann gäbe es weniger Kritiker
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    schrieb am 25.05.2010 um 17:11
    "Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du... " soll Mahatma Gandhi gesagt haben.

    :-) werner
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    schrieb am 25.05.2010 um 21:36
    Bio-Bashing hat etwas mit Neid und viel mit Moral zu tun. Moral weil viele Bio-Apostel sich für bessere Menschen halten, weil Bio-Anbau als die bessere Landwirschaft gesehen wird, dieses aber wissenschaftlich nicht haltbar ist. Man kann sich drüber streiten, aber mehr nicht. Und überall wo Moral auftaucht ist die Doppelmoral nicht weit. Aufgedeckte (oder vermutete) Doppelmoral verkauft sich sehr gut in den Medien. darunter leiden dan nicht nur die ehrlichen Biobauern sondern (beispielhaft) z. Zt.die ehrlichen Katholiken........
    Wenn man sich für etwas besseres hält werden Fehler und Verfehlungen von der Presse ausgekostet die Leser gieren danach.......
    Das Müller von Müllermilch ein Schlimmer ist, interessiert niemanden... das ist keine Pressemeldung wert.
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    schrieb am 25.05.2010 um 22:05
    Manches an dem Kommentar finde ich ansatzweise richtig (es gibt Doppelmoral, und es gibt auch überhebliche "Ökos" - aber einige sind eben noch lange nicht alle. Beim Draufhauen sind vor allem vorurteilsbehafte Feindbilder im Spiel, die z.B. Einzelfällle pauschal verallgemeinern, sei es auch nur subtil (Propaganda ist ja oft subtil).

    Besser ist Bio-Landwirtschaft nachweislich in mehreren Punkten, z.B. vgl. die Tausende km Transportwege von Futtermitteln oft sogar aus zerstörten Urwäldern bei der herkömmlichen Landwirtschaft, dazu der extreme Energieaufwand für die Kunstdüngerherstellung und diese Energie wird großteils aus Atom- und Kohlekraftwerken gewonnen.

    Wer allerdings leugnet, dass besagte Kraftwerke große Gefahren und -schäden für Menschen und übrige Natur implizieren oder auch, dass Klimaschädlichkeit erfunden sei (mal von den Umweltschäden ganz abgesehen, die z.B. die Tanker, welche die besagten Futtermittel transportieren, allein durch ihre Schwerölverbrennung verursachen) u.s.w. kann auch z.B. gleich leugnen, dass in Afghanistan Krieg herrscht oder manches andere. Bei so viel Vorurteilsverblendung wäre dann eine Diskussion verschwendete Zeit
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    schrieb am 25.05.2010 um 22:16
    die (dioxinhaltigen) Bio-Futtermittel kamen ja auch von weit her. Bio-Futtermittel werden genau so aus der ganzen Welt zusammengekarrt wie konventionelle Futtermittel auch.
    Zur Stickstoffversorgung sei gesagt: Mann kann hier Fläche durch Energie (für die Stickstoffproduktion) ersetzen.
    Vielleicht wäre es ja mal eine Aufgabe diesen Stickstoff mittels Solarenergie (z.B. mit Solaröfen) zu erzeugen. Elementare Luftstickstoff und Luftsauerstoff müßten nur zu NO3 synthetisiert werden
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    schrieb am 26.05.2010 um 12:46
    @bhellweg: Die Ukraine ist verglichen mit Südamerika wohl kaum "auch von weit her". Immerhin ist Südamerika mindestens 7 Mal weiter entfernt.

    Das Problem der Bioindustrie ist doch, dass es nicht genügend Betriebe in Deutschland gibt und deshalb aus dem Ausland zugekauft werden muss.
    Bei der konventionellen Landwirtschaft ist es etwas ganz anderes. es gibt eine enorme Überproduktion in Deutschland und der EU (siehe Milchpreise), weshalb/obwohl es sogar Exportsubventionen gibt. Trotzdem werden immer weniger Futtermittel in Deutschland angebaut und immer mehr aus Südamerika importiert, weil es billiger ist. Es ist aber nur deshalb billiger, weil die Futtermittel auf Kosten der lokalen Bevölkerung und der Umwelt angebaut werden und weil die Transportkosten verhältnismäßig günstig sind.
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    schrieb am 26.05.2010 um 13:24
    @ Dude, auch die Biobauern kaufen ihr Futter nicht nur in der Ukraine, sondern weltweit. Im konventionellen Bereich wird der überwiegende Teil des Eiweissfutters eingeführt, überwiegend aus Nord- und Südamerika. Die Hauptnachfrage kommt aber nicht mehr aus Europa sondern aus Ostasien. Viel schneller als die Furttermittelproduktion dehnt sich in Südqamerika aber die Produktin von Energiepflanzen (Bio-Äthanol) aus. Das ist mittlerweile das Geschäft im Agobussiness.
    http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=18485&Itemid=519
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    gelöscht am 26.05.2010 um 13:25 von bhellweg
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 31.05.2010 um 15:54
    @bhellweg
    woher hast du die Info, dass Biofuttermittel genauso aus aller Welt herangekarrt sei wie konventionelle?
    Laut Bioland- und Naturlandrichtlinien müssen beispielsweise mindestens 50% des Futters vom eigenen Hof oder einer regionalen Kooperation stammen.
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    schrieb am 31.05.2010 um 18:03
    @mela,
    ja theoretisch schon, falls nicht vorhanden, darf zugekauft werden.
    Offensichtlich gab es einen Engpass...
    Siehe Stellungnahme von Naturland:
    http://www.naturland.de/futter.html
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    schrieb am 25.05.2010 um 23:27
    Ehrlich gesagt sind mir die Bio-Dauerskeptiker egal - sie tun mir fast schon leid. Uninformiert, unreflektiert und uninteressiert - so könnte man sie wohl beschreiben. Sollen sie doch den konventionelle Dreck essen - ich lasse mich von solchen Meldungen nicht irritieren. Es geht mir aber auch nicht nur um gesündere und giftfreie Ernährung sondern in erster Linie um Umweltschutz und Artenvielfalt.

    Auch sollte man immer schauen, in welchen Medien (Bild, Bunte, Focus?) solche Meldungen breitgetreten werden. Und man sollte schauen, welche Produkte (in diesem Fall EU-Bio bei Discountern) betroffen sind.

    Und - dass es in Deutschland nicht genug Biobauern gibt und entsprechend viel importiert werden muss liegt an unseren glorreichen Politikern - allen voran von CDU/CSU und FDP! Diese haben die Umstiegshilfen zum Teil drastisch gesenkt oder sogar gestrichen.

    Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nur Produkte der guten alten Bioverbände (z. B. Demeter, Bioland) kaufen. Die müssen ihr Futter nämlich fast ausschließlich selber erzeugen.
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    schrieb am 26.05.2010 um 07:13
    Diese "Lifestyl" Sprache geht mir auf den Sack, um es mal ganz platt zu sagen. Kinder können mit dem Begriff Bio-Bashing nichts anfangen, und auch ich müßte mich jetzt bemühen zu schauen was es mit diesem Wort auf sich hat.

    Deutsch kommt übrigens von Deut - lich. Etwas deutlich machen. Dafür ist unsere Sprache auch bestens geeignet.

    Wieso können wir hier nicht deut - lich Deutsch schreiben ?

    Diese englischen Begriffe nerven mich einfach.

    Steilische Grüße
    (( | ^^
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    schrieb am 26.05.2010 um 12:12
    Du sprichst mir aus der Seele...
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    schrieb am 26.05.2010 um 13:13
    Einerseits: Zu viele Modewörter nerven mich auch manchmal, aber das gilt auch für deutsche Modewörter (wobei die Grenzen was deutsch oder nicht mehr deutsch ist, genau betrachtet noch nie in der Geschichte eindeutig war, auch heute nicht). Diese Wirkung verstärkt sich vor allem durch die Werbesprache. Daran angelehnt sind dann Modebezeichnungen, die "cool" und "modern" und auf der Höhe der Zeit u.s.w. klingen sollen.

    Andererseits finde ich es sehr praktisch (Vorsicht: "praktisch" kommt aus dem Altgriechischen ;`)) wenn spezielle Bedeutungen durch Entlehnungen aus anderen Sprachen ausgedrückt werden können. Das vermehrt zwar den Gesamtwortschatz (was dann manche Leute evtl. überfordert), aber es ist oft kürzer, als eine Umschreibung mit schon bestehenden deutschen Wörtern, deren Bedeutung schon für andere Bedeutungen besetzt ist. Schön kurz und prägnant finde ich auch diesen Begriff : Bio-Bashing. Ein anderes Beispiel ist das Wort Handy (finde ich viel schöner und treffender, auch kürzer, als das englische Cell Phone)

    Zudem ist es auch sehr eine Gewohnheit. z.B. ist "Fenster" ein Lehnwort aus dem Lateinischen. (sonst mag ich aber Latein weniger, außer vielleicht ein schönes Gedicht von Ovid oder so etwas)

    Und nicht zu vergessen sind auch Fachbegriffe, die - aus historischen Gründen und wegen der internationalen Verständlichkeit - aus dem Altgriechischen, Lateinischen oder heute v.a. auch dem Englischen entlehnt sind.
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    schrieb am 26.05.2010 um 20:58
    @berniewa
    Danke für die umfassende Aufklärung von Klarheiten. Logisch, dass wir noch grunzen würden wenn sich nicht eine Sprache herausgebildet hätte, die sich auch aus einem internationalen Wortschatz heraus bedient hat. Darum ging es mir mit meinem Kommentar aber nicht. Was ich meine, ist das Tempo der Amerikanisierung mit der unsere Sprache einfach zugemüllt wird. Das ist für mich so wie Fast Food in den Städten. Überall MAC Donald. Und das Wort cool finde ich ätzend. Es wird für zig Gefühlslagen benutzt und bedeutet für mich eine echte Verarmung im Ausdruck. Genauso doof finde ich das Wort Stylisch. Jeder Depp nimmt es in den Mund und meint damit doch nur das, was ihm gerade durch die Werbefuzzis aufgedröhnt wird.

    mit steilischen Grüßen (( | ^^
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    gelöscht am 10.07.2011 um 17:56 von YouMe
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 26.05.2010 um 10:32
    In Zeiten, wo in Berlin jeder Politiker circa fünf Lobbyisten auf seinem Schoss sitzen hat, wundert mich das Bashing kein Stück.

    Die großen Betriebe mit der Käfighaltung wollen doch nicht auf Gewinne verzichten, weil Bio auf dem Vormarsch ist. All diese teuren Produktionshallen sollen sich nun doch nicht als Investition rechnen?

    Nein, da müssen diese Geschichten schön ausgeschlachtet werden. Wobei das Dioxin mit Sicherheit ein Schadstoff ist, der aus der konventionellen Produktion von Gütern kommt.
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    schrieb am 26.05.2010 um 20:41
    @JBM

    Man kann doch aus dem Artikel lesen, und zwar in deutsch, was es mit Bio-Bashing auf sich hat ;)

    Zum Artikel:

    Wenn man vegan lebt, hat man keine Probleme mit Eiern ;D.
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    schrieb am 26.05.2010 um 21:01
    @ Rollbrettterrorist - Danke für den Tip ! Aber dazu hätte ich den Artikel auch lesen müssen. (( | ^^
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    schrieb am 26.05.2010 um 21:08
    :D

    Dann auch nicht beschweren, wenn man den Artikel eh nicht liest ;)
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    schrieb am 27.05.2010 um 09:45
    Dioxin in Bio-Eiern - nicht nur dort.!Jedoch sollte das Ganze ausschließlich als Bioskandal verkauft werden.Es waren auch konventionelle Betriebe betroffen. Dies wurde aber erst auf Nachfrage der TAZ Redaktion zugegeben.
    Den Artikel dazu gibt es hier:
    http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/dioxinfutter-auch-in-konventionellen-hoefen/


    Bananenrepublik ist noch viel zu harmlos für dieses dreiste Geflecht aus Lug und Betrug innerhalb der Ministerien und Gremien.
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    schrieb am 27.05.2010 um 10:28
    Das Einprügeln auf Bio geht weiter. Jetzt mit einer Studie aus London, die fast ein Jahr nach ihrem Erscheinen in einer gemeinsamen Aktion der Medien durch unser Land gejagt wird. So kommt "Bio-Lebensmittel enthalten genauso viel Vitamine, wie andere Lebensmittel" als die zurückhaltendere Variante, "Bio-Kost ohne Nutzen" als die ebenso falsche aber härtere Version der Schlagzeilen daher. Was veröffentlichte dei Food Standards Agency am 29. Juli 2009? Eine Auswertung von Veröffentlichungen der vergangenen 50 Jahre, die sich auf den Unterschied im Nährstoffgehalt zwischen biologisch und konventionell angebauten Lebensmitteln bezogen.
    D.h. es wurden keine eigenen Untersuchungen durchgeführt, sondern die Forscher der ILondon School of Hygiene and Tropical Medicine bereiteten alte Untersuchungen noch ein Mal auf.

    Gill Fine, der FSA Director of Consumer Choice and Dietary Health wird mit den Worten zitiert: What it shows is that there is little, if any, nutritional difference between organic and conventionally produced food and that there is no evidence of additional health benefits from eating organic food. ( Was sie ( die Studie) zeigt ist, dass es, wenn überhaupt, nur einen geringen Unterschied bei der Ernährung zwischen biologisch und konventionell produzierten Lebensmitteln gibt und das es keinen Beleg für einen Zusatznutzen durch das Essen von Bio-Lebensmitteln gibt. ) http://www.food.gov.uk/news/newsarchive/2009/jul/organic

    Die "Studie" ist hier zu finden http://www.food.gov.uk/news/newsarchive/2009/jul/organic
    und gleich zu Beginn zeigt sich, dass die Unterschiede im Gehalt an Schadstoffen wie zum Beispiel Herbiziden, Pestiziden oder Fungiziden nicht Teil der Untersuchung war.
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    schrieb am 28.05.2010 um 19:31
    Sehr guter Hinweis von robinawood !

    Dass die Studie immerhin wenigstens so ehrlich ist, zu sagen, dass die Unterschiede im Gehalt an Schadstoffen wie zum Beispiel Herbiziden, Pestiziden oder Fungiziden nicht Teil der Untersuchung war, rettet sie gerade noch ans Ufer der Wissenschaftlichkeit. Aber zugleich ist es doch ein Eingeständnis einer riesigen Lücke, die da zu füllen (gewesen) wäre. Nun, aktuelle Studien haben dies ja nachgeholt und belegt, dass Giftstoffe in Bio-Lebensmitteln sehr deutlich viel seltener sind.

    Ganz ausgeblendet wird freilich z.B. die quasi "indirekte" Schädigung durch Nicht-Bio-Landwirtschaft, z.B. des Klimas, z.B. durch den viel höheren Energiebedarf, z.B. wegen der Kunstdüngerherstellung und der abertausende weiten Transportierung von Futtermitteln, für die oft noch dazu Urwälder zerstört wurden.

    P.S: Andere Studien auszuwerten finde ich allerdings schon Okay. Das ist sogar immer wieder mal wichtig - bei der Menge an Studien, die es weltweit gibt (und noch dazu werden immer wieder Daten gefälscht, was dann evtl. beim Vergleich mit anderen Studien eher auffällt)
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    schrieb am 28.05.2010 um 19:18
    Wer ein Ei isst, sollte sich bewusst sein, dass für jedes Huhn, das ihm das Ei gelegt
    hat, ein neugeschlüpftes Hähnchen ermordet wird. Die Definition für Mord ist
    juristisch das Töten aus niedrigen Beweggründen. Sind Gewinnmaximierung seitens
    des Züchters und Genusssucht seitens des Essers keine niedrigen Beweggründe?
    Wenn das Hähnchen Glück hat, wird es vergast, wenn es Pech hat, wird es lebenden
    Leibes zerhackt. Das geschieht, wenn dem Züchter das Gas zu teuer oder zu um-
    ständlich ist.
    Wie Legehühner gehalten werden, dürfte sich schon herumgesprochen haben.
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    schrieb am 28.05.2010 um 19:18
    Wer ein Ei isst, sollte sich bewusst sein, dass für jedes Huhn, das ihm das Ei gelegt
    hat, ein neugeschlüpftes Hähnchen ermordet wird. Die Definition für Mord ist
    juristisch das Töten aus niedrigen Beweggründen. Sind Gewinnmaximierung seitens
    des Züchters und Genusssucht seitens des Essers keine niedrigen Beweggründe?
    Wenn das Hähnchen Glück hat, wird es vergast, wenn es Pech hat, wird es lebenden
    Leibes zerhackt. Das geschieht, wenn dem Züchter das Gas zu teuer oder zu um-
    ständlich ist.
    Wie Legehühner gehalten werden, dürfte sich schon herumgesprochen haben.
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    schrieb am 28.05.2010 um 20:02
    was sollte man mit den Hähnchen denn machen? Eier werden die nie legen... Auch nicht bei den Bio-Bauern
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    schrieb am 29.05.2010 um 15:48
    Lieber fischer543!
    Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Moralität Vegetarier/Veganer allen anderen Mitmenschen ihre "Wahrheiten" um die Ohren hauen! Ich habe - zu der Zeit konsquent vegetarisch mich ernährend - von meinen Kindern lernen müssen, wie unverkrampft, undogmatisch, unbeeinflußt von jeglicher Werbung o. ä. ( wovon wir damals unsere Kinder bewußt fern gehalten hatten ) mit dem Thema umgingen und mit Appetit u. Begeisterung den selbstgefangenen Hering, die überzähligen Hähnchen aus unserem kleinen Hühnerhof im Garten verspeist haben!
    Sind denn z. B. alle Indianer, Eskimos, Nomaden in der Mongolei o. andere, noch weitgehend traditionell lebende Völker potentielle Mörder??! - Das kann doch kaum Dein Ernst sein. Wir sollten in Achtung vor der gesamten Schöpfung leben, industrielle Auswüchse nicht tolerieren, aber gleichzeitig nicht dogmatisch verkrampft mit so einem Thema, mit uns u. unseren Mitmenschen umgehen.
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    schrieb am 29.05.2010 um 13:38
    Ich bin weder für kaputtschreiben noch für schönschreiben. Die Wahrheit ist auf Dauer am glaubwürdigsten.
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    schrieb am 29.05.2010 um 15:31
    Moin!
    Soweit, so gut ist der Artikel ja zutreffend... - nur in einem m. E. ungenau, bzw. wird ein Irrtum ( Bauckhof ) transportiert. Meines Wissens entstehen Dioxine ( u. meist gleichzeitig: Furane ) nur in Verbindung bei Verbrennung von Kunststoff-, Spritzmittel- o. Holzschutzmittelhaltigen Materialien o. Mitteln, seien es Stroh, Hölzer o. sonst etwas, die in irgendeiner Form auf Chloralkali-Chemie basieren, bzw. damit kontaminiert sind u. dann vorzugsweise/besonders bei niedrigeren Temperaturen ( unter 1.000° C ).
    Das bei Verbrennung unbelasteter Hölzer am Lagerfeuer Dioxine entstehen könnten, wäre mir neu... .

    Das Dioxine z. B. auch in Milch auftauchen, liegt i. d. R. daran, daß die Melkanlagen mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln gespült werden ( bei einigen Bio-Betrieben löblicherweise mit kochendem Wasser ).
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    schrieb am 09.06.2010 um 14:09
    Sehr geehrter Herr Stoldt,

    Folgendes möchte die Autorin dazu ergänzen:

    "Was der Bauckhof schreibt ist richtig: Dioxine können bei Bränden
    entstehen, an denen Chlor beteiligt ist. Und weil Pflanzen auch Salze
    enthalten, die wiederum Chlor enthalten, kann auch bei einem ganz
    gewöhnlichen Lagerfeuer Dioxin entsteht.

    Allerdings sind das wesentlich geringere Mengen als beim Verbrennen von
    behandeltem Holz oder PVC oder anderen Produkten der Chlorchemie."

    Gruß aus der Redaktion!
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    schrieb am 09.06.2010 um 15:09
    Danke für die Aufklärung. Ich habe auch schwer darüber gegrübelt, ob das so stimmt mit dem Dioxin. Die Idee mit den Salzen ist mir zwar gekommen, ich war mir aber nicht sicher. Brauch es eigentlich noch mehr Vorbedingungen als nur Chlor? Muss es z.B. besonders heiß sein?
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