Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Media-Saturn auf dem Prüfstand

Sternhagel...nachhaltig?


Von Volker Eidems

Bereits seit 1990 gehören Teile der Media und Saturn-Märkte demselben Besitzer, zunächst der Solventa GmbH, seit 1996 schließlich befinden sich die beiden Elektromärkte in den Händen des Hauptgesellschafters Metro AG. Die Metro Group – zu der neben den Metromärkten auch Real und Galeria Kaufhof gehören – erwirtschaftete 2008 weltweit einen Umsatz von über 67 Mrd. Euro, der Gewinn vor Steuern lag bei über 1,6 Mrd. Euro. Und der Konzern verfügt über eine Nachhaltigkeitsstrategie, die für seine Tochterfilialen gilt. Nach Veröffentlichung der Unternehmensklimabilanz 2008 hat man sich etwa verpflichtet, die Treibhausgasemissionen „pro Quadratmeter Verkaufsfläche bis zum Jahr 2015 um 15 Prozent zu reduzieren“, wie es im Geschäftsbericht heißt. Außerdem „bevorzuge“ man Papier, das vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert wurde.

Nachhaltigkeitsrat mit vielen Aufgaben

Ende September gründete die Metro AG einen eigenen Nachhaltigkeitsrat, mit dem sie ihre „strategische Ausrichtung ergänzen“ will. In dem Gremium bearbeiten vier Arbeitsgruppen die Themen "Qualität, Gesundheit und Umwelt", "Energie- und Ressourcenmanagement", "Mitarbeiter und Soziales" sowie "Gesellschaftspolitik und Stakeholderdialog". Inwieweit sich deren Vorgaben durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Beim Tochterunternehmen Saturn etwa heißt es, der Erfolg sei der Eigenständigkeit der jeweiligen Geschäftsführer zu verdanken, die freie Hand bei Sortiments- und Preispolitik ihrer Filiale hätten. Ob sich der Rat dagegen durchsetzen kann, oder ob er zu einer ähnlichen Funktion verdammt ist wie etwa der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung, sollte kritisch beobachtet werden.

Langer Weg vom Saulus zum Paulus

In der Selbstdarstellungsbroschüre „Was uns wichtig ist“ von Saturn findet sich das Wörtchen Nachhaltigkeit ebenso wenig wie der Begriff Energieeffizienz – dasselbe gilt für das Pendant vom Media Markt. Vielleicht ist damit bereits alles gesagt, vielleicht aber verzichtet die Media-Saturn-Holding auch einfach auf Floskeln und schreitet schweigend zur Tat? Was zeigt der Blick auf die Details?

Im Jahr 2005 etwa kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die mangelnde Energieverbrauchskennzeichnung von Elektrogeräten in einigen Märkten. Da diese Kundeninformation sogar gesetzlich vorgeschrieben ist, drohte die DUH am Ende mit einer Klage, nachdem sich Media-Saturn zunächst nicht besonders kooperativ gezeigt hatte. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch prangerte damals die Marketingkampagne an und forderte eine Qualitätswende: „Die bewusst ausgelöste „Geiz-ist-geil“-Hysterie schadet oftmals dem Verbraucher und führt zu Kollateralschäden beim Umwelt- und Klimaschutz“, kritisierte Resch in einer Presseerklärung.  

Tatsächlich hat sich seither etwas getan, so bekräftigt etwa Saturn in seiner Imagebroschüre, die Zeit des „Geiz ist Geil“ wäre vorbei, habe seinerzeit aber „die aktuelle gesellschaftliche Grundstimmung in prägnante Worte“ gefasst: „Seit Herbst 2007 schlagen die Kampagnen einen anderen Ton an. Sie spiegeln die inzwischen gewandelte Haltung der Verbraucher wider. [...] Mit der Botschaft 'Wir lieben Technik! Wir hassen teuer! greifen Anzeigen und Spots diese Einstellung auf." Allerdings ist der Abstand zwischen den Slogans nicht besonders groß. Vielmehr wird deutlich, dass Media-Saturn gern auf die Verbraucher verweist. 

 


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Stand: 03.01.2010 von

Kommentare (23)   abonnieren

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    schrieb am 06.01.2010 um 07:01
    Alleine schon dass hinter den beiden reißerischen Riesen-Märkten der selbe Laden steckt (was viele Konsumenten nicht wissen), reicht doch aus, um anderswo zu kaufen. Zumal die in Wahrheit ja gar nicht so billig sind, wie sie vorgeben. Hier will man nur eins: verkaufen!
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    schrieb am 07.01.2010 um 11:03
    Viele Zubehör-Produkte sind dann um einiges teurer als woanders. Was man halt noch so braucht, wenn man den supergünstigen Fernseher aus dem Prospekt kauft: Kabel, Batterien/Akkus fürs Ladegerät, Verteilersteckdosen. Soll besonders heftig sein bei Computerzubehör. Gibt ja auch die Vermutung, dass darauf geschaut wird, dass sich immer Schlangen vor den Kassen bilden, damit die Kunden noch genug Zeit haben zu schauen, was da noch so rumliegt.

    Lieber zu einem kleinen Händler, dort beraten lassen und dann auch dort kaufen. Stärkt auch die lokale/regionale Infrastruktur.

    :-) werner
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    schrieb am 07.01.2010 um 11:06
    Und die Gewerbesteuer der regionalen Fachgeschäfte kommt auch der Kommune und damit einem selbst wieder zu Gute !
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    schrieb am 06.01.2010 um 08:19
    Märkte wie Saturn, Mediamarkt und Co. haben genau das Gegenteil von Nachhaltigkeit erreicht.

    Letztlich setzen diese Märkte, durch das verammschen von Auslaufware, immer wieder neue untere Preismarken die sich beim Verbraucher festsetzen, die Hersteller wiederum sind dadurch im Zwang bei Nachfolgeprodukten diese Preismarken zu besetzen.

    Das ist dann nur über einer verminderte Qualität, der Herstellung in Billiglohnländern oder mit beiden Maßnahmen möglich.
    Im Endeffekt haben es diese Märkte zu verantworten das viele deutsche Qualitäts Hersteller als erste Maßnahme ihre Herstellungsstandorte hier in Deutschland dicht gemacht haben und letztlich , weil dann kein Qualitätsvorteil mehr bestand, sich ganz vom Markt verabschiedet haben.
    Im gleichen Maße drangen Noname Billighersteller auf den Markt, die grundsätzlich Wergwerfartikel herstellen und nur selten Ersatzteile anbieten.
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    schrieb am 06.01.2010 um 10:59
    Richtig, urwalder, der Fisch stinkt vom Kopfe her: Die Grundpfeiler des Geschäftsmodells von Saturn, Mediamarkt usw. sind das genaue Gegenteil von Nachhaltigkeit - diese Aussage gilt im übrigen in vollem Umfang auch für andere Branchen, z. B. den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel und hier insbesondere die Discounter. Da bringen die im Artikel erwähnten, eher "kosmetischen" Maßnahmen recht wenig, so lange sich die Mentalität/Philosophie der Unternehmen nicht grundlegend ändert (die zitierten Aussagen halte ich für nicht viel mehr als Lippenbekenntnisse). Und auch die Abwälzung auf die Verbraucherverantwortung ist ein echt schwaches Argument - schließlich steuern diese Riesen-Ausverkaufsunternehmen das Verbraucherverhalten (aus ihrer Sicht nicht einmal ungeschickt), indem sie in ihren Werbekampagnen den Gierreflex ("haben wollen, weil [scheinbar] billig") aktivieren.
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    schrieb am 06.01.2010 um 14:33
    Es ist allein schon dadurch dezent gruselig, dass sowohl Media Markt als auch Saturn zur Metro - Gruppe gehören. Hört sich für mich nach absolutem Monopol an. Kann denen noch jemand das Wasser reichen? Ob man durch Marktimperialismus Nachhaltigkeit wirklich erreichen kann, wage ich zumindest anzuzweifeln.


    Marc
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    schrieb am 07.01.2010 um 10:54
    Und die gleiche Werbeagentur haben sie auch: http://www.redblue.de/de/referenzen/saturn.html
    Die gehören auch zu metro.
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    schrieb am 07.01.2010 um 08:39
    Staatliche Vorgaben würden helfen, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Rücknahmeverpflichtung von alten Geräten, Vorgaben für den Energieverbrauch usw.
    Vollmundige Selbstverpflichtungen der Industrie und des Einzelhandels werden oft nicht eingehalten.
    Liebe Metro, wie wäre es mit einer gezielten Schulung Ihrer Mitarbeiter zur Beratung der Kunden in Sachen Nachhaltigkeit?
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    schrieb am 07.01.2010 um 09:16
    Nun,
    vielen dank für diesen Beitrag.

    Zwar dachte ich mir bereits, dass Saturn, weil so groß, einem größeren gehören würde, wusste aber nicht, dass es zur METRO AG gehört.

    Wie kauft man nun als Konsument ordentlich Technik und IT? Direkt über den Hersteller online? Es gibt doch kaum noch kleine Elektronikgeschäfte in den Städten....

    Klar ist, dass die großen es sich mal wieder verdammt einfach machen. Klar entscheidet letztendlich der Konsument, doch verkauf doch als Riese ordentlichen Kram und übernimm Verantwortung.

    corp.
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    schrieb am 07.01.2010 um 09:20
    In einem stimme ich den Pressesprechern durchaus zu: Die Entscheidung darüber, was er kauft, trägt der Kunde. Und es sind nun einmal meist die weniger solventen Einkäufer, die bei Schnäppchenriesen ein günstiges Geschäft machen wollen. Seien wir ehrlich: Denen ist Nachhaltigkeit egal, allein das vorrechnen einer sich binnen eines Jahres (maximal) rentierenden Stromverbrauchsersparnis brächte da dem Verkäufer den Durchbruch.

    Wichtig, und ganz klar allein in der Verwortwortung der Holding UND der einzelnen Geschäftsführer liegend, ist dann eben der EINKAUF der Märkte nach ökologischen Prinzipien. Hier könnte sicherlich mehr erreicht werden - aber der Trend ist auch gerade erst ins Bewußtsein der Strategen gerückt, traurig, aber wahr.

    Eine in meinen Augen absolut sinnvolle Sofortmaßnahme, die auch mit ganz geringem zusätzlichen Kostenaufwand umzusetzen wäre, ist die Umstellung der Büros der einzelnen Märkte und der Verwaltungsgesellschaft. Ein erster Schritt wurde vor geraumer Zeit getan, als die Ablage der Buchhaltung auf ein optisches Archiv umgestellt wurde, Unmengen an Papierverbrauch und -lagerung damit wegfielen. Öko-Bleistift statt Wegwerfkuli, Notizpapier aus Fehldrucken, Energieefiiziente UND im Verbrauchsmaterial umweltschonende Bürogeräte... die Möglichkeiten auf diesem Sektor sind noch mannigfaltig und stünden Saturn wie Mediamarkt gut zu Gesicht.
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    schrieb am 07.01.2010 um 10:31
    "Leider sind derzeit noch wenige Verbraucher bereit, einen höheren Preis für besonders energieeffiziente Produkte zu akzeptieren." - Da frage ich mich nun: Warum muss ein effizienteres Produkt gleich um ein vielfaches teurer sein? Wird da nicht über die Preispolitik entschieden, welches Produkt der Käufer zu kaufen hat?

    Das gleiche Problem sehe ich bei den sogenannten Öko-Produkten, die ja meist gar keine Öko-Produkte im herkömmlichen Sinne sind, denn dann könnten sie nicht in solchen Massen hergestellt werden, dass jeder Supermarkt sie anbietet: Da wird etwas weggelassen, also Chemie-Zusätze und Arbeitsgänge gespart - und zum Schluss ist das entsprechende Produkt um ein vielfaches teurer... Das verschließt sich meiner Logik, es sei denn, es soll nur eine monetäre Elite in die Lage versetzt werden, gesündere und nachhaltige Produkte zu kaufen, oder diesen Produkten soll es sehr schwer gemacht werden, eine breite Akzeptanz zu finden....

    "Und es sind nun einmal meist die weniger solventen Einkäufer, die bei Schnäppchenriesen ein günstiges Geschäft machen wollen. Seien wir ehrlich: Denen ist Nachhaltigkeit egal," Das finde ich, pardon, mama-proofed, eine ziemlich überhebliche Ausdrucksweise den Menschen gegenüber, denen eine menschenwürdige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben versagt wird - nämlich über Arbeitslosigkeit oder Niedrig-Löhne... Wenn diese Menschen könnten, würden sie sicherlich sehr gern nachhaltige und umweltschonende Produkte kaufen, jedoch wird ihnen das über den Preis unmöglich gemacht... Es ist immer gut, zweimal zu denken und hinter die Oberfläche zu schauen, bevor ein Urteil über Menschen gefällt wird!
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    schrieb am 07.01.2010 um 10:49
    Als privater Konsument kann man mit einem Recherchebericht nicht mithalten, man müsste sonst jeden Monat mehrfach dort konsumieren, wo recherchiert wird. Meine Einlassungen sind deshalb subjektiv begrenzt. Aber ich kann beobachten, z.B.Presseberichte und Ihre Folgen. Zur Nachhaltigkeit gehört z.B. der soziale Umgang mit Mitarbeitern. häufige Lebensmittelskandale. Deshalb habe ich in den letzten Jahren Metro- Firmen gemieden. Gehört auch die Art der Selbsdarstellung z.B. in der Fernsehwerbung. Die in jeder Hinsicht unzumutbare geistige Unterforderung des Slogans GEIZ IST GEIL - hier hat bei der Formulierungsfindung dem Kopf einmal Geiz nicht gut getan-war ein weiterer Grund, mich mit MediaMärkten nicht mehr zu beschäftigen. Ich erinnerte mich aber, dass ich vor Jahren einmal einen Herd in einem SaturnMarkt gekauft habe: die Beratung war erstklassig, die Lieferung kam pünktlich und die Rechnung war korrekt; indess: der Lieferdienst hatte keine Ahnung, nicht einmal wie man die Kabel richtig verbindet, um den Herd anzuschliessen; der Herd funktionierte nicht; es dauerte Tage, bis ein funktionierendes Exemplar geliefert wurde. Seit dieser Erfahrung bestelle ich wieder beim örtlichen Handel. Denn auch diese mit dem Einkauf verbundenen Dienstleistungen zählen zur Nachhaltigkeit.

    Zur Argumentation von Media-Saturn: Natürlich entscheidet der Kunde - und ist dann unter Umständen der Dumme. Mir hat bisher noch niemand einleuchtend erklären können, was daran unmöglich oder gar schlecht sein könnte, die besten Produkte mit einem grünen Punkt zu versehen- also den Gesamtrvorteil des Produkts hervorzuheben händlerseitig - und die Produkte, die in den inzwischen vielfältigen Tests wirklich schlecht abgeschnitten haben, händlerseitig mit einem roten Punkt zu versehen ( oder am besten gar nicht mehr anzubieten ). Warum man das nicht macht? Natürlich gibt es immer Gründe, u.a.
    dass die herstellende Firma dem Händler Sonderkonditionen einräumt; das gilt für Produkte mit unverbindlich empfohlenem Ladenpreis, also für nahezu alle Produkte, wie auch für die ganz wenigen Produkte mit Preisbindung, als z.B.für preisgebundene Bücher und verschreibungpflichtige Pharmacie, bei denen der Kunde mit dem Händler keinen eigenen Preis aushandeln kann. Dass Händler sich nicht bewegen, hat nicht nur mit der schieren Größe von Firmen wie Media-Saturn zu tun, sondern auch mit der mangelnden Bereitschaft der Kunden, sich über ihre Einkaufsrechte zu informieren. Auch das zählt zur Nachhaltigkeit. Händler reagieren sehr genau auf Verweigerung des Kunden. Die Laufzeit von Geiz ist geil ist überhaupt nicht anders erklärbar.
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    schrieb am 07.01.2010 um 11:50
    Da sowohl mediamarkt als auch saturn zur metro gehören, kommt für mich der Einkauf dort nicht in Frage, da sie bekanntermassen mit scientology unter einer Decke stecken!
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    schrieb am 07.01.2010 um 22:22
    Gibt es dafür seriöse Quellen?
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    schrieb am 10.01.2010 um 12:13
    Und wie..... *LACH* Realmarkt und Galeria Kaufhof gehören auch dazu...kannst mal ganz rechts auf der Seite schauen....
    http://www.metrogroup.de/servlet/PB/menu/-1_l1/index.html
    Zu Scientology: nichts zu finden...Gerüchte und möglicherweise nur Dreckgewerfe....vor 30-40 Jahren hätte man gesagt: "Die sind ja alle schwul!", nur um irgendetwas Negatives zu sagen.......
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    schrieb am 07.01.2010 um 22:21
    Hmm,

    über einen Satz im letzten Abschnitt bin ich gestolpert: "Verbraucher sollten [...] nur noch nachhaltig einkaufen, und zwar ausschließlich das, was sie wirklich brauchen."

    Ist das wirklich so gemeint? Ich dachte, ein Motto von utopia.de heißt: "Kaufen und gönnen Sie sich was,
    aber das Richtige!" ...
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    schrieb am 08.01.2010 um 09:41
    _Saturn und Mediamarkt? Nein danke!!! Da gibts doch fast nur Lockangebote, die keine 2 Stunden nach Marktöffnung schon vergeben sind. Dafür verschwende ich keine Energie ...
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    schrieb am 08.01.2010 um 23:42
    Ein Beauftragter für Nachhaltigkeit sollte für jedes Unternehmen selbstverständlich sein, so wie es in größeren Unternehmen einen Sicherheitsbeauftragten oder jemanden für die Azubis. Immerhin lassen sich in einigen Bereichen sogar Kosten sparen und nicht zuletzt werden die Ressourcen geschont.

    Ansonsten: Saturn und Media-Markt bemühen sich ein Billig-Image zu erzeugen und wenn die es oft genug wiederholen, glauben die Verbraucher es irgendwann. Das wissen die genau und deshalb tun sie es. Um einen mündigen Verbraucher zu erzeugen, muss das natürlich vermittelt werden und zwar am besten schon bei der Erziehung und der Schule. Deshalb informiert euch und euren Nachwuchs über die Welt da draußen, um der fiesen Marketingpsychologie wenigstens ein bisschen aus dem Weg zu gehen.
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    schrieb am 09.01.2010 um 01:40
    Da kann man nur sagen:"Geist ist geil!"
    ...
    Das stammt nicht von mir...ich habe es letztens - wenn ich mich jetzt richtig erinnere - auf www.egoisten.de gelesen....
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    schrieb am 09.01.2010 um 08:47
    Grundsätzlich ist es lobenswert wenn auch große Konzerne immer mehr in Nachhaltigkeit investieren!Natürlich steht an erster Stelle der Umsatz und der Gewinn,wie bei ALLEN!!!Doch generell müssen natürlich die Großen Konzerne Umdenken weil immer mehr Menschen ökologisch denken und handeln. Das haben die da oben natürlich auch gemerkt und handeln dementsprechent. Doch zuletzt entscheidet nur der Verbraucher selbst. Und das ist auch eine Frage des Geldes, leider. Natürlich möchte ich selbst für mich verantwortlich sein:energiesparende Geräte kaufen,nur frische Lebensmittel kaufen,mich gegen alles und jeden versichern, zusatzversichern für meine Zahnversorgung und meine Altersversorgung,mich gesund ernähren und Sport treiben und und und.........Und das alles von einem Stundenlohn von 6€50!!!!Wie in allen Dingen zeigt sich auch im täglichen( Über) Leben : Theorie& Praxis sind eben immer noch zweierlei Dinge!!!!
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    schrieb am 11.01.2010 um 23:34
    Da geht noch viel mehr - aber leider nicht unter den real existierenden marktwirtschaftlichen Bedingungen. Das liegt an den Käufern und den Märkten.

    Leider sind wir verführerisch und die im Stakkato erscheinenden Werbebeilagen scheinen sich zu lohnen.

    Es werden in Massen Geräte verkauft, die jeder hat aber sich trotzdem neu kauft.

    Beispiel 1: Flachbild-TV der ersten und nächsten und immer nächsten Generation. Jede Generation im Zyklus von vielleicht 24 Monaten toppt in Qualität und günstigem Preis die vorige. Der Bedarf soll nie abebben, und erstaunlich viele Verbraucher machen das mit. Ich habe seit etwa 15 Jahren immer noch meinen 2. 36-cm Röhrenfernseher (im Gegensatz zum ersten in Farbe), den man GANZ (nicht nur Standby) abschalten kann. Mal sehen, wie lang er noch durchhält. Vielleicht wäre ein LED/LCD-TV energiesparender, aber erst, wenn der alte wirklich entsorgungsreif ist. und wenn ich dann nicht die Bildschirmdiagonale verdreifache, was manche auch gerne tun, wenn sie sich schon einen neuen kaufen.

    Beispiel 2ff: Computer, Kamera, Telefon, Handy, Kompakt- oder andere Stereoanlage. Auch hier gilt: Solange das alte noch funktioniert, warum ein neues kaufen? Nur weil es scheinbar mehr und das besser kann? Dem Wahn war ich als 25-Jähriger auch mal verfallen. Hand aufs Herz: Wieviel Geräte für Klangwiedergabe habt ihr zuhause, egal ob kaputt oder gängig? Zählt mal. Ich komme - oh Schreck - im 4-Personen-Haushalt auf 15 Stück. Nicht schummeln, alle mitzählen: Autoradio, Handy mit MP3-Player / Radio, MP3-Player/iPod, das Küchenradio von Aldi, das alte Kofferradio von Tante Erna, die erste Stereoanlage (bei mir gibt's die noch funktionsfähig und nie repariert, 30 Jahre alt von Dual - damals noch wirklich aus dem Schwarzwald), die nächste, die übernächste Stereoanlage, die Dolby-Surround 7.1 Multimedia-Anlage, die Playstation, die CD- und DVD-Player, der Tuner, die Kompaktanlage(n) im Kinder-, Arbeits- und Hobbyzimmer, der PC, das Note- und Netbook, das Internet-Radio...na, wieviel sind's?

    Zum Thema Garantieverlängerung: Das heißt einfach, nach 3,4,5 Jahren nehmen die dein altes Gerät an Und dann? Da es dann in der Regel keine Ersatzteile mehr gibt und sich die Reparatur eines Geräts, das unter 150 Euro kostet, eh nicht lohnt, wird es verschrottet, du bekommst den Zeitwert(!) erstattet und darfst dir vom Warengutschein ein neues kaufen. Punkt. Was soll daran umweltfreundlich sein? Nichts. Außerdem: Für Media-Saturn ist das ein profitables Geschäft. Kaum ein Mensch nimmt die Garantie nach dieser Zeit noch in Anspruch. Entweder ist der Kassenbon auf Thermopapier ausgebleicht oder man findet ihn nicht, ist verzogen, hat keinen Bock.

    Ich habe mal gehört, die durchschnittliche Nutzungsdauer von bei Mediamarkt gekauften Geräten sei 9 (in Worten NEUN) Monate. Das liegt nicht nur daran, dass die Geräte so schnell kaputt gehen, sondern dass die Benutzer mit der Bedienung überfordert sind oder eben doch lieber wieder was neues kaufen, wenn etwas wegen Software-Bugs oder billigen Elektronikbauteilen nicht mehr funktioniert.

    Der ganze Elektronikkram ist auf geplanten Verschleiß und Veraltung gebaut. Ich habe mal SONY gefragt, warum sie nicht für ihre Walkman, Handys etc. einen einheitlichen Akku bauen und den zum Standard machen oder sogar wie bei CDs einen branchenweiten Standard für Akkus etablieren (abgesehen davon dass es ja die üblichen AAA-u.a. Größen gibt). Machen die nicht und schwallen von ihrem großartigen Umweltgewissen.

    Sorry, aber diese Branche kann so wie sie gebaut ist, niemals umweltfreundlich sein. Ein klein wenig anders mag es bei weißer Ware sein, aber für Media-Saturn lohnt es sich nicht nur Miele-Waschmaschinen zu verkaufen, die 30 Jahre halten. Was sollen die dann in ihren vierzehntägigen Zeitungsbeilagen anpreisen?

    Wenn Media-Saturn wollten, könnten sie als Marktführer ein nachhaltiges Geschäftsmodell mit der gleichen Anzahl an Arbeitsplätzen aufbauen. Behaupte ich mal. Aber ihnen fehlen die Ideen dazu.

    Ich vermisse an diesem Beitrag, den ich hier kommentiere, die Zahlen: Wieviel setzt die Branche im Jahr um? Wie viel muss ein Laden an Umsatz pro Tag machen, um profitabel zu sein? Wie viel Kunden gehen täglich in den Laden? Wie lange ist die durchschnittliche Nutzungs- oder Lebensdauer der Geräte? Wieviel Tonnen Elektronikschrott werden jährlich ordentlich entsorgt, wieviel wild? etc. pp. Das hätte ich mal interessant gefunden.
  • gelöscht am 15.04.2010 um 16:39 von StudentIHM
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    gelöscht am 22.04.2010 um 12:36 von MacNehl
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