Media-Saturn auf dem Prüfstand

Sternhagel...nachhaltig?


Von Volker Eidems

Bereits seit 1990 gehören Teile der Media und Saturn-Märkte demselben Besitzer, zunächst der Solventa GmbH, seit 1996 schließlich befinden sich die beiden Elektromärkte in den Händen des Hauptgesellschafters Metro AG. Die Metro Group – zu der neben den Metromärkten auch Real und Galeria Kaufhof gehören – erwirtschaftete 2008 weltweit einen Umsatz von über 67 Mrd. Euro, der Gewinn vor Steuern lag bei über 1,6 Mrd. Euro. Und der Konzern verfügt über eine Nachhaltigkeitsstrategie, die für seine Tochterfilialen gilt. Nach Veröffentlichung der Unternehmensklimabilanz 2008 hat man sich etwa verpflichtet, die Treibhausgasemissionen „pro Quadratmeter Verkaufsfläche bis zum Jahr 2015 um 15 Prozent zu reduzieren“, wie es im Geschäftsbericht heißt. Außerdem „bevorzuge“ man Papier, das vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert wurde.

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Unternehmen auf dem Prüfstand

Nachhaltigkeitsrat mit vielen Aufgaben

Ende September gründete die Metro AG einen eigenen Nachhaltigkeitsrat, mit dem sie ihre „strategische Ausrichtung ergänzen“ will. In dem Gremium bearbeiten vier Arbeitsgruppen die Themen "Qualität, Gesundheit und Umwelt", "Energie- und Ressourcenmanagement", "Mitarbeiter und Soziales" sowie "Gesellschaftspolitik und Stakeholderdialog". Inwieweit sich deren Vorgaben durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Beim Tochterunternehmen Saturn etwa heißt es, der Erfolg sei der Eigenständigkeit der jeweiligen Geschäftsführer zu verdanken, die freie Hand bei Sortiments- und Preispolitik ihrer Filiale hätten. Ob sich der Rat dagegen durchsetzen kann, oder ob er zu einer ähnlichen Funktion verdammt ist wie etwa der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung, sollte kritisch beobachtet werden.

Langer Weg vom Saulus zum Paulus

In der Selbstdarstellungsbroschüre „Was uns wichtig ist“ von Saturn findet sich das Wörtchen Nachhaltigkeit ebenso wenig wie der Begriff Energieeffizienz – dasselbe gilt für das Pendant vom Media Markt. Vielleicht ist damit bereits alles gesagt, vielleicht aber verzichtet die Media-Saturn-Holding auch einfach auf Floskeln und schreitet schweigend zur Tat? Was zeigt der Blick auf die Details?

Im Jahr 2005 etwa kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die mangelnde Energieverbrauchskennzeichnung von Elektrogeräten in einigen Märkten. Da diese Kundeninformation sogar gesetzlich vorgeschrieben ist, drohte die DUH am Ende mit einer Klage, nachdem sich Media-Saturn zunächst nicht besonders kooperativ gezeigt hatte. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch prangerte damals die Marketingkampagne an und forderte eine Qualitätswende: „Die bewusst ausgelöste „Geiz-ist-geil“-Hysterie schadet oftmals dem Verbraucher und führt zu Kollateralschäden beim Umwelt- und Klimaschutz“, kritisierte Resch in einer Presseerklärung.  

Tatsächlich hat sich seither etwas getan, so bekräftigt etwa Saturn in seiner Imagebroschüre, die Zeit des „Geiz ist Geil“ wäre vorbei, habe seinerzeit aber „die aktuelle gesellschaftliche Grundstimmung in prägnante Worte“ gefasst: „Seit Herbst 2007 schlagen die Kampagnen einen anderen Ton an. Sie spiegeln die inzwischen gewandelte Haltung der Verbraucher wider. [...] Mit der Botschaft 'Wir lieben Technik! Wir hassen teuer! greifen Anzeigen und Spots diese Einstellung auf." Allerdings ist der Abstand zwischen den Slogans nicht besonders groß. Vielmehr wird deutlich, dass Media-Saturn gern auf die Verbraucher verweist. 

 


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  • gelöscht am 15.04.2010 um 16:39 von StudentIHM
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    m_nsch
    schrieb am 11.01.2010 um 23:34
    Da geht noch viel mehr - aber leider nicht unter den real existierenden marktwirtschaftlichen Bedingungen. Das liegt an den Käufern und den Märkten. Leider sind wir verführerisch und die im Stakkato erscheinenden Werbebeilagen scheinen sich zu lohnen. Es werden in Massen Geräte verkauft, die...
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