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Speichen stellen für die Zukunft: Elektrobikes von Vectrix und ErockIT



Fahrrad Speiche Ventil Felge grün






Text: Klaus Rathje


Fahrräder mit Hilfsmotoren fördern oft eher den Tiefschlaf, als dass sie eine echte Alternative im Straßenverkehr darstellen würden. ErockIT hingegen ist ein Gefährt, das Pedalkraft und Elektromotor zusammenbringt. Zugegeben - es ist ein Fahrzeug für gut betuchte Weltretter, dennoch ist das Konzept ein Renner und verdient genaueres Hinschauen.

ErockIT BikeDer österreichische Erfinder Stefan Gulas hat vor vier Jahren mit der Entwicklung des ErockIT-Konzepts begonnen. Inzwischen ist seine Firma auf acht Mitarbeiter angewachsen und testet den vierten, seriennahen Prototypen. Er ist ästhetisch zwischen einem futuristisch-filigranen Motorrad und einem wuchtigen Mountainbike angesiedelt. „Das Fahrgefühl ist aber wie bei einem Fahrrad“, erklärt der 37-jährige Unternehmer. Der Stromverbrauch des bis zu 80 Stundenkilometer schnellen ErockITs liegt bei etwa fünf bis sieben Kilowattstunden auf 100 Kilometern. „Dabei muss der Fahrer selbst in die Pedale treten, dann wird seine Tretkraft über den Motor um das 50-fache multipliziert“, erklärt Gulas weiter. Eine echte Rakete eben.

Der Clou liegt darin, dass der Fahrer das Gefühl verliert, auf einem motorbetriebenen Gefährt zu sitzen, denn „die Muskelkraft-Motor-Kopplung beschert einem das Gefühl, übernatürliche Kräfte zu haben“, schwärmt der Schöpfer.

2009 wird eine erste Kleinserie auf den Markt platziert - zu einem fünfstelligen Stückpreis. Dafür enthält die Speichen-Rakete edelste Materialien und wird in Handarbeit gefertigt. Unser Tipp: Unbedingt im Auge behalten.

Vectrix ElektrobikeEtwas konservativer geht es die US-Marke Vectrix an. Unter diesem Namen ist inzwischen auch in Deutschland ein Motorroller auf den Markt gekommen, der komplett emissionsfrei läuft, da er ausschließlich mit Strom betreiben wird. Auch die Geräuschentwicklung bleibt auf einem minimalen Level. „Dieser Sound fehlt den meisten zunächst“, erklärt Isabel Löbl, Geschäftsführerin von Vectrix Deutschland. „Unser Roller gleitet fast lautlos durch die Stadt.“

Die Beschleunigung kann sich sehen lassen: Auf einem Vectrix schnellt der ökobewusste Rollerfahrer in 3,6 Sekunden auf 50 Stundenkilometer. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei stolzen 100 Sachen. Damit kann der Strom-Scooter absolut mit klassischen Motorrollern mithalten.

Die Betriebskosten liegen bei etwa einem Zehntel, verglichen mit den Benzin-getriebenen Geschwistern. Allerdings hat es auch hier der Kaufpreis noch in sich. So beläuft sich der Preis für einen „Vectrix Maxi Scooter“ auf rund 11.000 Euro. Noch kostet Umweltschutz leider mehr Geld, auf Komfort und Leistung muss man indes nicht mehr verzichten. Für die Zukunft plant man bei Vectrix eine richtige Rennmaschine, die es auf über 200 Stundenkilometer bringen soll. Wir bleiben gespannt.

 

 



 

Kommentar

Stand: 20.08.2008 von

Kommentare (5)   abonnieren

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    schrieb am 19.08.2008 um 18:14
    Durch die hohen Preise der elektrisch betriebenen Fahrzeuge hält sich natürlich die Nachfrage sehr in Grenzen. Die berühmte Katze die sich in den Schwanz beißt. Kausal: Hoher Preis bedingt geringe Nachfrage bedingt kleine Stückzahlen bedingt hohen Preis. Inzwischen wäre es für einen der großen Rollerproduzenten ohne weiteres möglich einen alltagstauglichen Roller zum Preis eines Benziners zu produzieren aber es fehlt am Willen, denn die großen Aktienbesitzer der Kfz Firmen stammen aus der Ölbranche und die will einfach nicht begreifen, dass Erdöl viel zu wertvoll ist um im Individual Verkehr verbrannt zu werden.
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    schrieb am 20.08.2008 um 17:58
    Elektro-Motorroller sind im Kurzstreckenbereich eine interessante Alternative zum Auto. Die Stromkosten belaufen sich auf unter 1 Euro pro 100 km bei der Nutzung von Naturstrom. Für tägliche Fahrten von ca. 40 km reichen die Batterien völlig aus. Preiswerte und zuverlässige Akkus für längere Strecken sind zur Zeit am Markt noch nicht erhältlich. Die GUF GmbH Gesellschaft für umweltbewußte Fortbewegung bietet ihre Modelle in der Preisklasse zwischen 1.100 und 2000 Euro an. Die Neuauflage des GECO42 wird ab Spätherbst erscheinen und in Deutschland hergestellt.
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    schrieb am 20.08.2008 um 22:55
    Das ErockIT-Rad wäre für mich eine gute Ergänzung für "mal eben schnell" und für Fahrspaß satt Auto. Nun ist meine Euphorie aber heute etwas gedämpft worden. Der Gründer-Geist der Erfinder wird auf der Website www.erockit.net nicht deutlich, anrufen soll man offenbar nicht und kaufen auch nicht. Sie schreiben mir nun, sie würden eine Kleinserie von 10 Fahrzeugen herstellen und 2009 und 2010 ausliefern. Eine verbindliche Bestellung wird durch das zurücksenden des Bestellformulars und durch die Überweisung einer Anzahlung i.H.v. 25.000 EUR abgegeben. Der Endpreis eines Fahrzeugs wird 30.000 betragen. Auch, wenn ich es abschreiben könnte: Bin ich Krösus?
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    schrieb am 28.08.2008 um 13:05
    Da es in Deutschland (und in den meisten europäischen Ländern) zu oft regnet, fehlt diesen beiden Geräten ein Regendach (wie bei dem inzwischen nicht mehr gebauten BMW C1-Motorroller). Damit hätten wir erst das richtige, umweltfreundliche Stadt- und Umland-Nahverkehrsmittel.
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    schrieb am 29.08.2008 um 00:06
    Die Strategie, Fahrräder zu echten Konkurrenten des Autos im Berufsverkehr zu machen ist auf jeden Fall ein Schritt in die Zukunft - und ein bischen Unterstützung durch den Saft aus der Steckdose könnte dieses Transportmittel sicherlich für manchen attraktiver gestalten!

    ErockIT ist nicht der einzige Vertreter seiner Art. Sportlich beschleunigende Elektroräder werden auch in den USA von Optibike, einem noch jungen Start-up Unternehmen gebaut: die Modelle sind jedoch bereits auf dem Markt.

    Beim derzeitigen Dollarkurs könnte man sich überlegen, ob sich ein Direkt-Import aus den USA lohnt. Die Schmuckstücke gibt's schon ab ca $5000, und weitere Dokumentation ist im Internet verfügbar unter www.optibike.com

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