Wer 2009 in eine Photovoltaikanlage investieren möchte, darf sich freuen. Denn die Preise für Solarzellen und -anlagen sind durch die Wirtschaftskrise rapide gepurzelt. Die Herstellungskosten seien auf einem Rekordtief angelangt, teilte der amerikanische Solarzellen-Hersteller First Solar am 25. Februar laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mit. Dies markiere einen "Meilenstein in der Entwicklung der Solarindustrie", ließ das Unternehmen weiter wissen.
Experten hatten bislang spätestens für das Jahr 2014 die so genannte Netzparität erwartet. Von da an wäre der Strom aus Sonnenenergie nicht mehr teurer als herkömmlicher Strom aus der Steckdose. Dank der jüngsten Fortschritte ist dieser Zustand greifbar nahe.
Während Umweltschützer und Verbraucher jubeln, kommen Solarunternehmen hierzulande in die Bredouille: Die Wirtschaftskrise wirft einen großen Schatten auf die bisher erfolgsverwöhnte deutsche Solarbranche. Entsprechende Zahlen veröffentlichten laut Deutscher Presse-Agentur jetzt mehrere führende Solarunternehmen. Demnach erwarten etwa die Solarfirmen Solon, Ersol und Q-Cells nach einem blendenden Geschäftsjahr 2008 ein schwächeres Umsatzwachstum für dieses Jahr als bisher angenommen.
Dass in der Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Solarenergie sinkt, war zu erwarten. Die Hersteller von Solarmodulen trifft die Krise allerdings besonders hart. Denn in Deutschland wie in anderen Ländern gibt es ein Überangebot an Solarfabriken. Weltweit wurden massiv Produktionsstätten aufgebaut - schon bald könnte Unternehmer hierzulande und im Ausland deshalb gezwungen sein, sich mit anderen Betrieben zusammenzuschließen.
Langfristig werden auch Fusionen den Unternehmen nicht aus der Krise helfen. Experten rechnen damit, dass Solarbetriebe auf Dauer nur dann wettbewerbsfähig sein können, wenn Solarstrom günstiger produziert wird als heute. Die purzelnden Preise für Solarzellen - und anlagen im Zuge der Wirtschaftskrise sind ein Anfang. Vorbei sind die fetten Jahre für Solarherstellenzeller mit üppigen Gewinnmargen von bis zu 30 Prozent. Der Ausbau von Sonnenenergie weltweit lässt sich verbraucherfreundlicher beschleunigen.
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Kommentare (6)
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Wenn nun viele, die bisher wegen der hohen Zellenpreise gezögert haben, sich entschließen, nun doch zuzuschlagen, könnte ein Boom ausgelöst werden. Bei sinkenden Margen kann man Gewinne auch über einen stärkeren Umsatz erzielen.
Nur mal so...
Die Preissenkung ist eine Folge des Nachfragerückgangs aufgrund der höheren Sparneigung der Konsumenten aus Angst vor schlechten Zeiten. Daher sinken die Preise, damit dem etwas entgegengewirkt werden kann. Würde jetzt ein Boom ausgelöst werden, könnte man gar nicht so schnell gucken, wie die Preise wieder nach oben schnellen.
Mittlerweile sind aber 2,5 Jahre ins Land gegangen. Auch wenn es im Herbst 2009 nachfragebedingte Preissteigerungen bei Modulen und Im Sommer 2010 bei Wechselrichtern gab und die höheren Rohstoffpreise sich auf Kabel und Gestelle auswirken, sind heutige Solarstrom-Anlagen nochmals 20 - 40% günstiger als Anfang 2009. Gleichzeitig ließ aber auch die Einspeisevergütung röttgenbedingt stark nach. Die Rendite kann zwar leicht bei 10% liegen, doch ein normales Hausdach kann da nicht mehr soviel herausholen wie früher - Dachvermietungen sind somit kaum noch lukrativ.
So stark gesunkene Preise können kaum zu mehr UMSATZ (nicht Gewinn oder Auftragsanstieg) führen. Kostete früher bei mir eine Durchschnittsanlage locker 30.000, sind es heute häufig nicht mal mehr 10.000 Euro... Bedenkt man dann noch, dass in dieser Branche eigentlich nur mit einstelligen Margen gearbeitet wird, kann man sich denken, dass nur mehr Absatz für ähnlichen Umsatz oder Gewinn sorgen könnte. Aufgrund der in diesem Jahr stark zurück gegangenen Nachfrage und gleichzeitig extrem zugenommen Anbieterzahl, bleibt für die Allermeisten sehr viel weniger übrig. Das geht durch alle Bereiche und sorgte dieses Jahr für viele Entlassungen oder gar Konkurse.
Festzustellen bleibt aber, dass gerade in unsicheren Zeiten, die Investition in eine Solarstromanlage mit Abstand die Sicherste ist (außer es erfolgt ein Terroranschlag auf das Dach - wäre dann nämlich nicht versichert). Selbst wenn es keinen Abnehmer für den Strom gäbe - würde man ihn halt selbst nutzen...
http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/netzgekoppelte-anlagen/index.php
Wahrscheinlich wird die Sache (ähnlich wie bei Ford) weiter laufen, es wird aktuell auch produziert - dennoch erschreckt es, zumal man einmal genauso beliebt war wie z.B. Q-Cells & Co. - deren Aktien auch stark nachgelassen haben.
Manche Module sind jetzt so billig, dass sie herkömmliche Eindeckungen (zum Beispiel Terrassen-Überdachung, Carport, u.s.w.) ersetzen - und nebenbei noch Strom machen...