Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Vegetariertag (World Vegetarian Day)

Sind Pflanzenfresser Klimaschützer?


Es hat 200.000 Jahre gedauert bis es auf der Erde die erste Milliarde Menschen gab. Dann 130 Jahre bis zur zweiten Milliarde,  weitere 30 Jahre, dann vierzehn, dann dreizehn, und dann nur zwölf Jahre bis wir sechs Milliarden im Jahr 1999 erreicht hatten. Heute sind es knapp über 6.7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Tendenz steigend. Im Klartext: Mehr Menschen essen auch mehr.

Fleisch ist das mit Abstand energiereichste Lebensmittel überhaupt. Es braucht jedoch 2.400 Liter Wasser um 150 Gramm Fleisch zu produzieren, wohingegen nur 13 Liter für 70 Gramm Tomaten benötigt werden. Hinzu kommen Verarbeitung, Verpackung, Lagerung im Gefrierhaus oder Kühlschrank sowie Lieferung an Verkaufsstellen. Generell gilt, je mehr ein Produkt von seinem Ursprungszustand verändert wurde, desto mehr Energie wurde verwendet, desto höher ist seine CO2-Bilanz.

CO2 Ausstoß in der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft kann durchschnittlich für etwa 35 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich gemacht werden. Den größten Beitrag hierzu liefert die Viehwirtschaft. Jedoch Methan und Lachgas, beides Klimagase, die mit der Tierproduktion in Verbindung gebracht werden, sind wesentlich schädlicher für die Atmosphäre als CO2.

Das Problem ist, dass weltweit der Fleischkonsum stetig ansteigt. Es wird geschätzt, dass die jährliche Fleischproduktion bis 2050 von rund 230 Millionen Tonnen in den Jahren 1999-2001 sich auf 465 Millionen Tonnen ausweiten wird. Die Nachfrage nach Milch soll sich verdoppeln bis 2050, nämlich von 580 Millionen Tonnen auf 1043. Diese Zahlen beziehen sich hauptsächlich auf Länder mit geringem und mittlerem Einkommen.

Schätzungen zufolge werden bereits ein Drittel der Erdoberfläche für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Hiervon dient wiederum ein Drittel dem Anbau von Viehfutter. Dies besagt nun, dass Abforstung und Rodung vorhandener Waldgebiete für die Produktion von Sojabohnen oder für Weideflächen ausgewiesen werden müssen.

Food Miles (= Essens Meilen) und die CO2 Bilanz

Die Distanz, die es braucht um messen zu können, wie weit Lebensmittel von ihrem ursprünglichen Anbauort bis zum eigenen Kühlschrank benötigen, werden als Food Miles (Essensmeilen) bezeichnet. Die CO2-Bilanz errechnet sich aus dem Gesamtprozess, den es braucht, um ein Produkt in seinen Wunschzustand zu bringen, sprich vom Anbauort, der Produktion über die Weiterverarbeitung bis das Produkt schlussendlich beim Konsumenten landet.

Mittlerweile werden Lebensmittel verstärkt per Luftfracht transportiert. Da Flugzeuge den größten CO2 Ausstoß haben - ungefähr 177 mal mehr CO2-Gase in die Luft blasen als die Schifffahrt - tragen sie somit zum allgegenwärtigen Klimawandel maßgeblich mit bei.

Konventioneller vs. Biolandbau

Die Emissionen unterscheiden sich geringfügig zwischen konventionellem und biologischen Anbau. Dennoch, dadurch dass Pestizide, Dünger, Hormone und andere Medikamente, als auch künstliche Zusatzstoffe, die den Endprodukten manchmal zugefügt werden, wegfallen, besteht durchaus ein Unterschied in der CO2 Bilanz, die vom Bioanbau ist einfach niedriger.

Darf’s doch ein bisschen Fleisch sein?

Eine vegetarische Ernährung, welche Fleisch und Fisch ganz ausschließt, jedoch Milcherzeugnisse enthält, ist somit nur begrenzt hilfreich, um klimaschädliche Emissionen zu vermeiden. Eine vegane Ernährung hingegen schließt sämtliche tierische Produkte (inklusive Honig wie Gelatine Produkte) aus, und würde unserem Klima somit gut tun.

Dennoch gilt: Huftiere tragen aktiv zur Erhaltung der Landschaft und biologischen Vielfalt bei. Durch ihre Hufbewegungen wird Erde umgeschichtet und mit Sauerstoff versorgt, ihr Dung dient zahlreichen Organismen als Nahrung und Lebensraum. Auch ziehen Weideflächen eine Vielzahl an Insekten und Kleinsäugern sowie Vögel an. Ganz ohne Landwirtschaft würde somit dem Ökosystem Erde auf Dauer auch nicht geholfen sein.

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Stand: 30.09.2009 von

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    schrieb am 23.04.2010 um 15:32
    Huftiere tragen aktiv zur Erhaltung der Landschaft und biologischen Vielfalt bei? Wer hat sich das denn ausgedacht? Wahrscheinlich die CMA und hier wirds einfach wiedergegeben!
    Würde man die heutigen Weideflächen einfach brach liegen lassen, würde das sicherlich eine weitaus höhere Anzahl an Insekten, Kleinsäugern und Vögeln anziehen! Außerdem ist der Dung der Nutztiere ein großes ökologisches Problem (nachzulesen z.B. im sehr empfehlenswerten Buch von J.S. Foer "Eating Animals")!!
    Utopia sollte sich endlich mal eindeutig zum Vegetarismus oder Veganismus bekennen und nicht ständig so rumeiern!!! Und das gilt auch für alle pseudo-"ökorrekten" Lifestyle-Fuzzis!!! mehr weniger
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    schrieb am 05.11.2009 um 14:29
    Sehr zu empfehlen ist dazu ein kleines Büchlein "Pendos CO2-Zähler". Hier wird unter anderem auch auf
    die CO2-Emissionen für die Produktion von verschiedenen Lebensmitteln eingegangen,z.B. verschiedene
    Fleischsorten, Milchprodukte...aber auch Tomaten im Treibhaus im Vergleich zu Tomaten aus Spanien, oder
    regionalen Tomaten zur Saison...bio im Vgl. zu konventionellen Produkten usw...
    Im Allgemeinen wird, so glaube ich, der Anteil der CO2-Emissionen durch Nahrungsmittel unterschätzt, dabei trägt gerade (und v.a. die konventionelle) Landwirtschaft erheblich zum zur Produktion von verschiedenen klimaschädlichen Gasen bei. Wir essen nur noch einmal pro Woche Fleisch (mehr hatten unsere Urgroßeltern auch nicht) und das ist dann auf jeden Fall Bio und aus der Region. mehr weniger
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    schrieb am 07.10.2009 um 18:34
    Guter, sachlicher Artikel, vielen Dank.

    Auch wenn ich den hier in den Kommentaren teils scharf vorgetragenen veganen Ideologien immer weniger abgewinnen kann und mir der vegane Gedanke dabei wieder fremder wird - entscheidend ist doch, dass die pflanzliche Ernährung nach allem, was man weiß möglich, sinnvoll, gesund und klimaschonend ist. Wir haben damit angefangen - und ich kann sagen: Es geht ;-)) mehr weniger
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    schrieb am 07.10.2009 um 13:51
    Gute Infos, allerdings finde ich eine Gegenüberstellung von 150g Fleisch mit 70g Tomaten recht komisch.
    Fleisch sättigt besser und nochdazu sind die Grammangaben verschieden.
    Das könnte ein gefundenes Fressen für Vegetarier-Kritiker sein. Zu einfach braucht man es denen ja auch nicht machen ;-) mehr weniger
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    schrieb am 05.10.2009 um 21:14
    Moin
    danke für die Fakten & dadurch den Ansporn sich zu befragen...
    Was mache ich denn , wenn ich esse?
    Bei jeder Sache sind wir abhängig... was ich tue hat einen Einfluss auf allen anderen...
    und nicht nur auf dem armen Schwein... sondern auf alle meiner Mitmenschen.
    Also kann jedeR für sich einen Schritt machen.
    ... und es macht Spaß seine Gewohnheiten manchmal zu ändern oder ???
    Gruß
    D.L. :-) mehr weniger
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