E-Bikes & Pedelecs

Sind E-Bikes nur was für Warmduscher?


Das kleine ABC im E-Bike-Dschungel

Erstmal vorweg: Es gibt verschiedene Arten elektrisierter Drahtesel, die wir der Einfachheit halber im Folgenden als E-Bikes bezeichnen. Da wäre zum einen das Pedelec (Pedal Electric Cycle), bei dem der elektrische Hilfsantrieb mit höchstens 250 Watt lediglich die Tretbewegung des Fahrers unterstützt. Bei höheren Geschwindigkeiten als 25 km/h schaltet sich der Zusatzantrieb des Elektrofahrrads ab. Ein Pedelec gilt rechtlich als Fahrrad, unterliegt keiner Helmpflicht und darf auf Radwegen gefahren werden.

Zum anderen gibt es das richtige E-Bike, das mittels eines Gasgriffs auch ohne Treten bewegt werden kann. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 20 km/h. Rechtlich gesehen gilt ein E-Bike als Leichtmofa und bedarf daher einer Betriebserlaubnis und ist zudem versicherungspflichtig.

Außerdem gibt es eine Mischform: die sogenannten S-Pedelecs. Die „schnellen“ Pedelecs, dürfen eine Leistung von bis zu 500 Watt und eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h haben. Gleich dem normalen Pedelec darf der Motor nur bei gleichzeitigem Treten des Fahrers unterstützen.  Aber wie auch das E-Bike benötigt ein S-Pedelec eine Betriebserlaubnis, ist versicherungspflichtig und der Fahrer muss zudem noch eine Fahrerlaubnis der Klasse M vorweisen. Eine Helmpflicht gibt es übrigens für S-Pedelecs und E-Bikes nicht.

Auf den Ausgangspunkt kommt es an

Die Vorteile eines E-Bikes hängen natürlich vom Blickwinkel ab.  Je nachdem, ob man es mit einem normalen Fahrrad oder dem Auto vergleicht. 60 Prozent der Autofahrten sind kürzer als 7,5 km. Vielen Leuten ist diese Strecke aber mit dem Rad zu weit, deshalb steigen sie ins Auto. Insbesondere bei solchen Kurzstrecken gibt es im Dreiergespann von – Fahrrad, E-Bike, Auto – zahlreiche Argumente für das Gefährt in der goldenen Mitte.

E-Bike vs. Auto

Pro (E-Bike)

klimafreundlich

Der E-Motor ist umweltfreundlich: Er verursacht keine direkten Emissionen und ist zudem leise.

mobil

Mit dem E-Bike kommen Sie schneller durch den Stadtverkehr und haben keine Parkplatzsorgen.

Nicht zu vergessen

gesunde Bewegung.

günstig

Das E-Bike ist viel günstiger als ein Auto: Das gilt für die Anschaffungskosten genauso wie für den Treibstoff (ein E-Motor ist energieeffizienter) wie auch für Instandhaltungskosten.
Contra

platzarm

Der Stauraum des E-Bikes ist kleiner, das kann insbesondere bei Einkäufen von Nachteil sein.Es gibt auch keinen Platz für Mitfahrer – ein Kindersitz kann aber befestigt werden.

weniger sicher

Im Fall eines Unfalls sind Sie auf dem E-Bike schlechter geschützt.

wetterabhängig

Sie sind dem (schlechten) Wetter ausgesetzt

 

E-Bike vs. Fahrrad

Pro (E-Bike)

unanstrengend

Der größte Vorteil liegt auf der Hand: E-Bike fahren ist weniger anstrengend. Auch ohne viel Muskelkraft kann man ordentlich Gas geben. Das bedeutet auch: jede Menge Fahrspaß!.

motovierend

Das E-Bike gibt Ihnen die Sicherheit, Distanzen oder Steigungen zu überwinden, die für Sie mit dem normalen Fahrrad eine (zu) große Herausforderung sind.

variabel

Sie bestimmen den Zeitpunkt, wann Sie schwitzen wollen. Auf dem Weg zur Arbeit, können Sie beispielsweise mit elektrischer Unterstützung fahren, auf dem Heimweg ohne..

bewegungsfördernd

Ein E-Bike hält in vielen Fällen noch fitter als ein Fahrrad. Ja richtig gehört, denn: E-Bike Besitzer fahren in der Regel 3x mehr Rad, als normale Fahrradbesitzer. Das heißt, auch wenn der Motor dem Fahrer viel Arbeit abnimmt, erhält der Fahrer durch die regelmäßige Verwendung des Fahrrads deutlich mehr an Bewegung..
Contra

Energiezufuhr

Das Fahrrad braucht überhaupt keinen Strom, ist damit noch umweltfreundlicher.

kostenintensiv

Die Anschaffungskosten für ein E-Bike sind höher.

aufwendig

Die Batterie des E-Bikes muss geladen werden. Das bedeutet Aufwand und Energiekosten.

schwer

Das E-Bike wiegt mehr. Das bedeut auch: wenn Die Batterie leer gefahren ist, ist das Fahrrad schwerer zu treten.

 

Fazit

Für den Abenteuer suchenden Mountainbiker oder den sportlichen Rennradfahrer wird das E-Bike wohl keine Option sein. Aber deshalb ist es noch lange nicht das Parade-Fahrzeug für „Warmdurscher“. Gerade für Kurzstrecken, wie zum Beispiel den Arbeitsweg durch die Stadt – kann es als umweltfreundliche, kostengünstige Alternative zum Auto überzeugen. Vielleicht ist ein E-Bike doch genau das Richtige für Sie?

Bildergalerie

10 Bikes unter Strom: von gemütlich bis lässig

Foto: Winora

von


Kommentare (43)   abonnieren

alle Kommentare (43)
  • Bedenklichen Inhalt melden
    herbertthier
    schrieb am 31.07.2011 um 17:31
    Beobachte die E-Bikeszene schon länger. Ich bin sehr auf die weitere Entwicklung gespannt! Fahre selbst Rennrad, leider nur in der Freizeit. Würde ja zur Arbeit mit dem Bike fahren, es ist halt etwas weit (40km). Mit einem S-Bike wäre es machbar, theoretisch zumindestens bei guter Kondition.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    UtopistaColonia
    schrieb am 20.06.2011 um 16:50
    Neue interessante Ergebnisse aus dem e-Bike Förderland Österreich: Zahl der Förderanträge für E-Bikes (Zuschuss max. 160 Euro) beläuft sich derzeit auf 1.000 (2010 600) ++ nur 50% steigt vom Fahrrad aufs e-Bike um, 30% fuhren vorher Auto ++ durchschnittlich werden mit dem e-Bike 1.400km / Jahr...
alle Kommentare (43)

Kommentar schreiben

Lob, Kritik, Ergänzungen? Teilen Sie Ihre Meinung mit der Utopia-Community. Seien Sie dabei bitte konstruktiv und hilfreich.
(5000/5000)