Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Der mühsame Weg zum Vegetarier

Simons Suche nach der vegetarischen Wurst


Ein Geständnis

Ich muss es zugeben – ich bin Fleischesser. Nicht aus Überzeugung sondern aus purem Egoismus, da gibt es nichts schönzureden. Fleisch schmeckt einfach wahnsinnig gut, und bis jetzt konnte ich meinen Konsum zwar reduzieren, ihn aber komplett abstellen, das schaffe ich nicht ohne Hilfe. Eine Übergangsdroge, sozusagen, die bräuchte ich. Nicht so sehr für richtige Fleischstücke, über die komme ich schon hinweg. Aber als waschechter Münchner bin ich ein semi-fanatischer Anhänger der Weißwurst und natürlich auch großer Fan von Käseknacker und Konsorten. Als bekannt wurde, dass Utopia einen Grilltest für vegetarische Würstchen plante, sah ich den Rettungsanker schon vor meiner Nase baumeln. Ein schöner Abend an der Isar, ein paar Bier zur Stärkung, die optimale Situation, um mich endlich davon überzeugen zu lassen, dass es auch ohne Tiermord geht.

Wurst oder nicht Wurst - das ist die Frage

Zehn verschiedene Würstchen waren zum ultimativen Testvergleich angetreten und lagen alsbald brutzelnd auf dem Grill. Jeder von uns war mit einer Bewertungsliste ausgestattet, auf der wir pro Wurst jeweils einen bis fünf Sterne für Eindruck (Aussehen/Geruch), Konsistenz und Geschmack (mit doppelter Gewichtung) verteilen durften. Das Bier mundete, die Isar rauschte, die Sonne ging unter, und – um es kurz zu machen – Bekehrung fand an diesem Abend keine statt. Meine Ersatzdroge muss ich weiter suchen, denn Veggie Wurst schmeckt nicht nur nicht wie Wurst, sie schmeckt mir auch generell nicht wirklich. Natürlich ist Geschmack subjektiv, und die Veggie Wurst hat es auch gar nicht nötig, sich bei einem verabscheuenswürdigen Fleischfresser anzubiedern. Warum dann jedoch die mit Fleischeslust beladene Form der Wurst inklusive Biegung, Rundung und Aussehen nachempfunden wird, leuchtet mir nicht ganz ein. Das ist ein philosophischer Konflikt: Ethisch ist auch die mehligste Sojawurst noch korrekter und bedeutet weniger Verschwendung als die leckerste Weißwurst. Darf ich subjektiv etwas negativ beurteilen, das objektiv gesehen das Bessere ist? Inwiefern trage ich daran Schuld, dass mir Fleisch so gut schmeckt und die vegetarische Version so absolut gar nicht? Ich werde weiter hart daran arbeiten, dem Daemonus Carnivorus zu entrinnen. Die Veggie-Würstchen haben dem Großteil der Gruppe gut geschmeckt und der Abend war lustig, aber bei meinem Kampf haben sie mir leider nicht helfen können.

Und jetzt?

Als Konsument bleibt mir letztendlich immer der Hebel des Konsums: Was ich kaufe, das wird weiter produziert. Momentan würde ich am liebsten einen ernstzunehmenden Fleischersatz kaufen, den ich bisher aber noch nicht gefunden habe. Warscheinlich würde es der Veggie-Wurst und ihren Herstellern einige Bonuspunkte bringen, wenn man bei der „Gestaltung“ einmal den Rat von Fleisch-Fans einholen würde. Der andere Weg wäre eine Abwendung von der Fleischimitation, die aber selten zu einem wirklich eigenen Geschmack führt und meistens in mutloser Tofu-Gemüsebrühe-Mehligkeit endet.

Zu guter Letzt

Den Test gewannen die Alnatura Bratwürstchen aus Seitan, sie waren per se lecker und konnten auch mich Fleischliebhaber an Nürnberger Rostbratwürste erinnern. Ein weiterer Favorit, auch für mich, war die zweitplatzierte „Bratwurst“ von Wheaty, die zwar wenig mit einer Wurst gemeinsam hat, aber vor allem geschmacklich mutig neue Wege beschreitet. Die Auswertung unseres Tests kann in dieser Bestenliste abgerufen werden.

Wer mir in meinem Ringen mit mir selbst helfen und ein paar Ratschläge für guten Fleischersatz geben will, dem sei herzlichst für eine Antwort auf meine „Gute Frage“ gedankt.

Susann und ich haben am Testabend ein paar Fotos geschossen und sie hier im Utopia Team Blog veröffentlicht.

Möchten Sie das vegetarische Grillen nun auch einmal ausprobieren oder sind Sie schon Experte darin? Egal wie viel Erfahrung, in den Büchern unserer aktuellen Verlosung finden Sie sicher ein paar Ideen, auf die Sie noch nicht gekommen sind!

Stand: 16.05.2012 von

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    schrieb am 14.03.2013 um 16:20
    Ist ja bald wieder Grillzeit. Mir gefällt dieses Buch für vegetarische Grilltipps:
    "Vegetarisch grillen" von Karen Schulz und Maren Jahnke,
    http://www.buecher.de/shop/fleisch/vegetarisch-grillen/schulz-karen-jahnke-maren/products_products/detail/prod_id/34553379/

    Aufs Würzen und den Mix kommts an, wie bei der Schweine-Wurst ja auch.
    Es müssen nicht immer Sojawürstchen oder Kartoffeln in Alufolie sein.
    Man kann Gemüsestreifen mit Grillkäse spießen oder Getreide-Gemüse-Kräuter-Burger bereiten etc.

    Wenn man sich selbst umpolen und Gewohnheiten loswerden oder Motivation gewinnen möchte, geht das auch, mit diesem alten Ratgeber haben das schon manche geschafft:
    Anthony Robbins, Grenzenlose Energie (da gehts um NLP, hört sich nach Gehirnwäsche an, ist aber harmlos). Die Vorstellungskraft siegt am Ende, eine würzige Wurst wird dann leicht zum stinkenden Fettfinger ;-) mehr weniger
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    schrieb am 03.02.2013 um 17:15
    Ach, da gibt es ein paar Produkte die kann man ganz gut essen - allerdings haben die auch ihren Preis. Pflanzenfleisch – so die Marke bei uns im Reformhaus, Valez geht auch noch. Tipp: Seht nach, wo wenig Getreide und viel Eiweiß enthalten ist, die schmecken recht gut- (nicht nach Brot) etc.- und sind auch nicht so trocken nach dem Braten. Ansonsten versucht selbst etwas genießbares z u „erfinden“, seid experimentierfreudig. Man kann größere Portionen herstellen und einfrieren. Pürierte Advocado mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Gewürzen nach Geschmack -Curry/Paprika kommt besonders gut, schmecken fast wie Mett. Glaubte ich erst auch nicht- ist aber so. Allerdings muss man es sofort verzehren. Die Masse wird schnell braun und unansehnlich, , man kann es aber trotzdem weiterhin essen.
    Aber ihr habt Recht- der Verzicht fällt nicht immer leicht, ganz besonders dann nicht, wenn der Grill des Nachbarneinen herrlichen Duft verströmt. im Interessse der Tiere und ihrem Recht auf Leben gilt aber- durchhalten und sich vorstellen wie es wäre, wenn sein eigenes geliebtes Haustier und langjähriger treuen Begleiter geschlachtet werdensollte?. Euer Hunger vergeht - euer Geist ist stärker als das Fleisch! Wer sagt denn, dass "Du sollst nicht töten" nur für Menschen gilt? Buddhisten nehmen es genau, sie essen kein Fleisch. mehr weniger
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    schrieb am 19.07.2012 um 15:34
    Ich mag diese Ersatzfleischprodukte auch nicht - und ich brauch sie auch nicht. Ich esse auch kein Fleisch, wenn Tier, dann MSC-Fisch. Daher mein Tipp zum Thema grillen: Ein schöner Fisch vom Grill ist auch was Feines!
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    schrieb am 17.05.2012 um 16:44
    Auch ich kann mich mit den vegetarischen "Fleisch-Ersatz-Produkten" nicht wirklich anfreunden: vor allem den "Nachbau" von Würsten-und sogar Hähnchen-empfinde ich als befremdlich.

    Mein letzter Versuch war geräuchertes Tofu: roch lecker-aber nach dem Braten war das Rauch-Aroma viel zu extrem-Tofu hat eben keinen Eigengeschmack.
    Vielleicht habt Ihr hier ja Tipps für mich, wie ich dem an sich geschmacklosen Tofu Geschmack verleihen kann?

    Ich esse zwar selten Fleisch: dennoch "überkommt" es mich manchmal.
    Für mich habe ich den Kompromiss gefunden, dass ich dann Fleisch beim Metzger meines Vertrauens erwerbe: dabei mache ich mir dann bewußt, dass ich mir den Genuss von etwas sehr Wertvollem erlaube.

    Ich weiß, für Vegetarier und Veganer ist das nicht akzeptabel: daher sorry-aber ich kann (noch) nicht anders.

    Ein Tipp für's Grillen:
    Paprikaschoten halbieren oder vierteln, waschen und entkernen: dann ab auf den Grill.
    Die Schale darf ruhig braun bis schwarz werden (muss man nicht mitessen): ich war von dem aromatischen Geschmack sehr begeistert-und die Form ist authentisch ;-) mehr weniger
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