Moderiese mit Sinn für Verantwortung?
797 Prozent der Deutschen kennen C&A, 52 Prozent haben 2009 mindestens... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Von Volker Eidems
Durch viele Hände ist das von einem Zuckerbäcker gegründete Unternehmen gegangen und mittlerweile im Besitz des zweitgrößten Lebensmittelherstellers weltweit (Kraft Foods). Rund 42 Milliarden US-Dollar (über 30 Milliarden Euro) setzte der Konzern Kraft Foods 2008 um, ob und in welcher Höhe die Marke Milka zum Ergebnis beiträgt, darüber schweigt der Konzern. Insbesondere im Kaffee- und Kakaohandel musste sich das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten vorwerfen lassen, die Produzenten in den Erzeugerländern auszubeuten, als Gegenmaßnahme bezieht der Konzern seit 2003 einen wachsenden Teil seiner Rohstoffe zertifiziert nach den Standards der Rainforest Alliance (RFA). Nicola Oppermann, zuständig für Unternehmen und Politik bei Kraft Foods Deutschland, erklärt: „Zurzeit liegt der Anteil an Schokoladen aus nachhaltigem Anbau bei rund 1 Prozent“.
Im Dezember 2009 kritisierte Greenpeace Österreich, dass Milka beziehungsweise Kraft nicht Sorge trägt, gentechnikverändertes Futter für die Milchkühe auszuschließen, ebenso stammten (tierische) Rohstoffe aus Massentierhaltung. Nicola Oppermann verweist zu diesem Punkt auf die generelle Schwierigkeit, Gentechnikfreiheit sicherzustellen (aufgrund der mittlerweile hohen Kontaminationsrate durch Reste von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) auf Feldern oder in Anlagen, allerdings geht es dabei um die von der EU festgelegte Nachweisgrenze von 0,9 Prozent) und erklärt: „Wir kaufen das Milchpulver, das wir für Milka verwenden, von Molkereibetrieben aus der Alpenregion. Diese Unternehmen kaufen ihre Milch von konventionell wirtschaftenden Bauernhöfen in den Alpen. Wir beziehen die Milch nicht direkt von den Bauern und es ist für uns nicht möglich, bei jeder Kuh die Fütterung zu kontrollieren. [...] Die Milchbauern in der Alpenregion sind sehr unterschiedlich. Gerade in Österreich betreiben viele Bauern die Landwirtschaft im Nebenerwerb, sie halten jeweils eine kleine Herde Kühe. Andere Höfe sind größer und weitaus moderner. Man kann hier aber nicht von Massentierhaltung sprechen.“ In Bezug auf die Gentechnik wolle man bei Milka beziehungsweise Kraft fair und ehrlich bleiben, und sagen, wie es ist: „Wenn Konsumenten Produkte wollen, die garantiert gentechnikfrei sind, dann müssten sie zum Beispiel auf biologisch hergestellte Produkte umsteigen“, sagt Oppermann, zumal die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde bestätigt habe, dass selbst wenn Bestandteile von GVO im Futter vorhanden sein sollten, sie nicht in die Milch übergehen würden. Das entscheidende Problem liegt hier jedoch in der ungewollten Ausbreitung von GVO durch die Freisetzung auf den Feldern.
Kommentare (27)
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GuenterH
schrieb am 01.04.2010 um 21:57 ¶Spreephilantrop
schrieb am 01.04.2010 um 16:24 ¶Kommentar schreiben
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