Müller auf dem Prüfstand

„Müller macht glücklich“ – auch die Umwelt?


Von Volker Eidems

1953 gründete Erwin Müller sein erstes Herren-Friseur-Geschäft bei Ulm, knapp 15 Jahre später legte er sich als „Rebell von Ulm“ mit der Friseur-Innung an, da er seine Filialen auch an Montagen öffnete. Sein Werdegang zum heutigen Besitzer von 600 Filialen in sieben Ländern – in Deutschland fast ausschließlich im südlichen Teil – wird oft mit dem amerikanischen Weg vom Tellerwäscher zum Millionär verglichen. Tatsächlich hat sich der Firmengründer Ende der 60er-Jahre von Supermärkten und Discountern in den USA und Kanada inspirieren lassen. Was aber ist die Triebfeder des Unternehmens, worum ging und geht es dem immer noch die Geschäfte führenden heute 77-jährigen Gründer: ausgedehnte Expansion – in möglichst viele Geschäftsfelder und neue Märkte in anderen Ländern –, oder Übernahme größtmöglicher Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft?

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Über eine Darstellung der eigenen Umweltziele oder einen Nachhaltigkeitsbericht verfügt die Firma Müller nicht. Ein Infoblatt der Geschäftsleitung, das im Februar an alle Filialen versandt wurde, weist die Mitarbeiter darauf hin, elektrische Geräte auszuschalten wo immer möglich, um die hohen Stromkosten zu senken. „Die Mitarbeiter sind angehalten, sparsam mit dem Licht umzugehen“, erklärt die Pressestelle, „aber die Verkaufsräume brauchen das Licht, da kann man nicht sagen, wir machen die Hälfte einfach aus.“ Vielleicht würde dies jedoch auch genügen, denn Müller-Drogerien blenden wie Frühlingssonne im Schnee. Man nutze aber auch Energiesparlampen und böte diese im Sortiment für die Kunden an, so die Pressestelle.
 
Einen roten Faden sucht der Kunde im Müller-Angebot jedoch vergebens: Beinahe 150.000 verschiedene Artikel zählt das Sortiment, neben Drogerie- und Parfümerie- auch Multi-Media-, Wäsche- oder Haushaltsartikel wie Töpfe und Besteck. In Bezug auf die Herstellung oder Herkunft sei die Firma Müller machtlos, stellt die Pressestelle klar, Müller sei nur der Händler der Produkte: „Wir sind ja zur Deklaration auf der Verpackung verpflichtet, danach soll der Kunde seine Wahl treffen, die Firma Müller ist stets um ein großes Sortiment bemüht“, und fügt hinzu, „umwelt- und naturverträgliche Reinigungsmittel haben wir aber auch im Sortiment.“ Ein weiterer Schritt stehe kurz bevor: „Wir werden im Herbst die Auswahl an Naturprodukten quer durch das Sortiment neu auflegen“, teilt die Pressestelle mit, Details sollen zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht genannt werden.


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    caro.h
    schrieb am 09.01.2012 um 18:58
    Ich halte von Müller garnichts und kaufe dort auch nicht ein.Ich gehe immer zu DM oder sehr gerne auch zu Budnikowsky. Beide wesentlich engagierter in Sachen Umwelt etc.Das Tierfutter der Eigenmarke von DM "dein Bestes" ist im Übrigen eins der wenigen welches zu Produktionszwecken KEINE...
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    rehse
    schrieb am 08.04.2010 um 07:40
    Betrete deren Läden nicht mehr, da sie ihr Personal ausspioniert haben. Es gibt Alternativen, wie z.B. DM. Von einer Beteiligung der Firma LIDL bei Müller habe ich noch nichts gehört, da könnte aber etwas dran sein. Denn Lidl ist aghressiv - siehe damalige Beteiligung bei Basic, die aber...
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