Zukunft erneuerbarer Energie (3)

Offshore-Windparks: Volle Kraft voraus?


offshore: Das Adjektiv offshore kommt aus dem Englischen und bedeutet außerhalb der Küstengewässer liegend oder küstennah.

„Drei Zahlen machen unser Projekt einmalig auf der Welt“, erklärt Lutz Wiese, Pressesprecher von „Alpha Ventus“, dem ersten deutschen Offshore-Windpark. „Die Windräder stehen 45 Kilometer vor Borkum in der Nordsee, 30 Meter beträgt die Wassertiefe – und jede Turbine hat eine Leistung von fünf Megawatt“. Diesen Testwindpark haben die Energieversorger EWE, Eon und Vattenfall gebaut, die sich dazu in einem Konsortium zusammengeschlossen haben. Im November 2009 montierten Techniker das letzte von zwölf Windrädern – in der Ausbaustufe wird „Alpha Ventus“ Strom für 50.000 Haushalte liefern. Entstanden sind gewaltige Anlagen, die bis zu 155 Meter aus dem Wasser ragen, etwa die Höhe des Kölner Doms.

Ein Ärgernis für den Tourismus auf Borkum? Eher nicht: „Auch vom Leuchtturm auf Borkum sind die Windräder nicht zusehen“, erklärt Wiese. Das liege an der Erdkrümmung, die Windräder würden deshalb hinter dem Horizont verschwinden.
 
250 Millionen Euro kostete der Windpark: „Bei einer Laufzeit von 20 Jahren erreichen wir eine schwarze Null“, sagt Wiese. Das sei eine Rechnung mit vielen Unbekannten, entscheidend wird der Wartungsaufwand sein. Ursprünglich waren für „Alpha Ventus“ 190 Millionen Euro vorgesehen – und der Windpark sollte schon 2008 zur Hälfte stehen. Aber die raue Nordsee hat einen Strich durch diesen Zeitplan gemacht: „Wenn wir Gardasee-Bedingungen gehabten hätten, wäre das möglich gewesen“, sagt Wiese. So musste das Konsortium erst neue Errichtungsschiffe chartern – und hat vergangenes Jahr in sieben Monaten alle zwölf Windräder errichtet. „Wir können auch Nordsee“, freut sich der Pressesprecher.

Doch „Alpha Ventus“ wird nicht alleine auf der Nordsee bleiben: Es gibt bereits Genehmigungen für mehr als 20 weitere Offshore-Windparks, die eine Leistung von 8.000 Megawatt bringen. Dazu zählt auch der erste Windpark, den das Emder Unternehmen „BARD Engeneering“ bauen will: „BARD Offshore 1“. Diese Anlage hat eine Leistung von 400 Megawatt. Aber diese Investitionen können auf wackligen Beinen stehen, für die großen Energiekonzerne sind es „Risikoinvestments“.

Der Grund ist ein „Ei-Henne-Problem“: Per Gesetz sind die Netzbetreiber an der Küste verpflichtet, die Offshore-Anlagen an ihr Netz anzuschließen. Dazu müssen sie viele Kilometer Kabel durch die Nord- und Ostsee verlegen. Doch viele Netzbetreiber zögern, dafür Garantien auszusprechen. Sie fordern, dass erst die Finanzierung des Windprojektes stehen muss. Gleichzeitig verlangen Banken aber eine Anschlussgarantie, wenn sie Geld bereitstellen sollen. So kann es für Investoren schwer werden, überhaupt Geld für einen Offshore-Windpark zu bekommen.

Bildergalerie

Alpha Ventus: Vom Wind umweht

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    berniewa
    schrieb am 05.02.2010 um 19:28
    @ david: grundsätzlich finde ich deine anfragen sollten sehr ernst genommen werden, auch wenn ich nicht so weit gehe wie du. @ hesika: für die privathäuser könnte das gerade noch reichen, aber industrie und verkehr nicht vergessen!
  • gelöscht am 05.02.2010 um 19:27 von berniewa
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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