Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Utopistin "Jane_Aire" im Interview

Der Selbstversuch: Ein (fast) konsumfreies Jahr


Utopia: Du bist nun seit einigen Monaten auf Utopia aktiv und hast dort einen aussagekräftigen Blog mit dem Titel „Selbstversuch 2012 - Ein (fast) konsumfreies Jahr“. Viele Utopisten und auch einige im Utopia-Team lesen regelmäßig deine Beiträge. Erzähl doch mal ein bisschen. Wie kam es zu der Entscheidung, (fast) konsumfrei zu leben?



Jane_Aire: Ich habe schon häufiger Jahre unter ein Verzichts-Thema gestellt. Ich habe unter anderem schon fleisch- und alkoholfrei gelebt. Das fleischfreie Jahr ist mir damals so gut bekommen, dass ich noch zwei weitere Jahre bei dem Thema geblieben bin. Dieses Jahr wollte ich mir mal was größeres vornehmen. Da die bisherigen Selbstversuche so gut gelaufen sind, wollte ich nun meine Erfahrungen mit anderen teilen. Deshalb hab ich mich auf die Suche nach einer Website gemacht, auf der ich thematisch richtig bin. So bin ich zu Utopia.de gekommen.
 
Worüber wir sehr glücklich sind. Knapp zwei Monate Selbstversuch sind nun vergangen. Kannst du ein erstes Fazit ziehen?



J.A: Es ist ganz schön aufwendig konsumfrei zu leben. Auch, wenn ich nur fast so lebe. Als erstes hab ich festgestellt, dass meine Einkaufswege länger sind. Der nächste Bio-Supermarkt ist doppelt so weit von zuhause entfernt wie der reguläre. Zudem gehe ich jetzt viele Strecken zu Fuß, was in Wuppertal auch nicht immer einfach ist. Da ist das Fitness-Training gleich mit dabei.
Durch die weitere Entfernung zum Bio-Supermarkt kaufe ich viel vorausschauender. Da ich nicht jeden Tag einkaufen gehen will, muss ich planen. Da ich aber auch nicht so viel schleppen möchte, versuche ich natürlich auch viel mehr drauf zu achten, dass nichts weggeschmissen wird. Ist ja sowieso blöd, Lebensmittel weg zu schmeißen. 
Zuletzt muss ich zugeben, dass ich den Kostenfaktor etwas unterschätzt habe. Auch wenn ich jetzt viel weniger konsumiere, mehr Geld ist am Ende des Monats leider nicht übrig.

Auf welche Produkte (die du vorher benutzt hast) verzichtest du komplett in deinem konsumfreien Jahr?
 
J.A.: Allem voran verzichte ich komplett auf konventionelle Hygieneartikel.
 Es gibt hier auf Utopia einen tollen Ratgeber bezüglich des umweltverträglichen Umgangs mit der Menstruation. 
Ansonsten verzichte ich nicht auf irgendetwas Spezifisches. Ich achte jetzt nur mehr auf die Handelswege und auf die Notwendigkeit der Anschaffung.
 So möchte ich momentan gerne Teedosen haben. Aber ich renne nicht gleich in den Teeladen und kaufe welche, sondern ich klappere Secondhand-Läden und netcycler.de danach ab. Erst wenn ich dort welche gefunden habe, gehe ich zum Teeladen und lasse sie mir mit Bio-Tee befüllen. So spare ich auch noch die Plastik/Papier-Umverpackung für den Tee.



Vor kurzem warst du auf einem so genannten Tauschmob. Wie läuft so eine Aktion genau ab?



J.A: Ja, der Tauschmob. Ich muss gestehen, dass ich ihn gar nicht richtig genießen konnte. Leider war ich ziemlich krank und bin deshalb nur so lange geblieben, bis alle meine Tauschpartner eingetroffen waren. 
Trotzdem fand ich den Tauschmob toll. Im Vorfeld hatte man via netcycler.de Tauschgeschäfte vereinbart. Bei dem Tauschmob selbst gab es tolle Musik und interessante Tagesordnungspunkte. So war einer der Begründer von netcycler.de, der Finne Pär Andler, anwesend und hat zusammen mit einem engagierten Wuppertaler Fragen zur Konsumfreiheit und dem Wandel im Konsum beantwortet.
 Und natürlich wurde dann auch getauscht. Erst ein wenig schüchtern und unsicher holten alle ihre mitgebrachten Tauschgüter raus und standen verlegen im Raum (ich zumindest). Und dann kam Leben in die Sache. Man hat Leute angesprochen, ob sie die Tauschpartner kennen und ist so von Mensch zu Mensch getingelt, bis man seinen Tauschpartner gefunden hat. Und dann gab’s die Übergabe, dokumentiert von Utopia-Mitglied Oadria mittels Kamera. 
Zuletzt wurde dann auch noch jeder erfolgreiche Tausch mit einem Gutschein vom Café nebenan belohnt.

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Stand: 27.02.2012 von

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    schrieb am 27.02.2012 um 18:48
    Wenn jede Art von Kauf als Konsum zählt, halte ich einen Verzicht auf Konsum für ziemlich unwichtig. Wichtig ist doch w a s (und auch w o. das) gekauft wird. Das zeigen ja eigtl auch die Beispiele im Text.
    Wenn ich z.B. Ökostrom kaufe, ist es zwar immer noch gut, wenn ich Strom spare, aber grundsätzlich ist dann Stromkauf ganz signifikant weniger problematisch. Ähnlich ist es bei Bio- und Fairtrade-Produkten im Bereich Nahrung, Kleidung, Körpferpflege u.s.w. (auch da ist Ressourcensparen grundsätzlich gut, aber ein Hemd mit GOTS Label zu kaufen z.B. etwas sehr sehr verschiedenes, als wenn ich ein 'konventionelles' kaufen würde)

    Tauschen ist übrigens entweder eigentlich nichts anderes als Kaufen, nur dass das Zahlungsmittel nicht Geld sondern eine andere Ware ist - oder umgekehrt: Kaufen mit Geld ist eine besondere Form des Tausches, und zwar eine, bei der mit Geld getauscht wird (ggf. sogar Geld gegen Geld (verschiedener Währung), das ist meistens ein Indiz für sogenannte "kapitalistische" Gesellschaftsformen) ;`)
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    schrieb am 27.02.2012 um 21:03
    jaaa... ich denke im grunde, ist es wichtig, dass wir uns klar sind, WAS wir WO kaufen...
    wir sind zum beispiel gerade dabei weniger fleisch zu konsumieren...also sprich, ich bin dabei meinen freund davon zu überzeugen lieber am samstag (zum beispiel) eine bio-hähnchen-brust zu braten ;)
    durch diese tolle internetseite bin ich nun noch mehr ins grübeln gekommen... was ist wirklich wichtig für mich? z.b. wie können wir plastikverpackungen meiden oder noch mal nutzen? etc.
    es ist zeit für ein umdenken!
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    schrieb am 28.02.2012 um 20:09
    Verzichten auf Konsum ist in unserer heutigen Lebensform wohl kaum durchfürbar. Aber ein Umdenken, wenn wir konsumieren.
    Wenn ich mir etwas kaufe, dann hinterfrage ich zuerst. 'Brauche ich das wirklich?' ... und wenn ja, kann ich es so anschaffen, ohne dabei die Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren?
    Mit dem neuen Handy war das von Jane_Aire angesprochene Thema ein gutes Beispiel.
    Als mein altes Handy den Geist aufgab, habe ich über einen Bekannnten ein 'altes Hündchen' bekommen. Es ist von SIEMENS der Typ S45. Über ebay konnte ich sogar noch einen Akku ersteigern, weil der andere nicht mehr ladefähig war.
    Dieses Handy habe ich schon einige Jahre und wenn das mal nicht mehr zu gebrauchen ist, werde ich echt traurig sein. Denn weil es keinen 'Schnickschnack' hat, liebe ich es. :-)
    Beim Kleiderkauf habe ich die Welt der 2. Hand-Läden entdeckt. Toll, was Frau da alles finden kann. Dann gibt es noch Org., wie Oxfam, Emmaus-Brüder, oder TROC, die alles für den Hausrat anbieten. Über Möbel bis zum Topf, kann jeder etwas finden ... für wenig Geld und es werden andere noch mit dem Erlös unterstützt.
    Bei Lebensmittel ist drauf zu achten ... wo kommen die denn her!?
    Ich brauche im Winter keine Nahrung (Obst/Gemüse), die zuerst eingeflogen werden müssen, damit sie auf meinem Teller landen. Hier ist Ware aus dem Umfeld doch besser, oder?
    Sessionware sollte gekauft und dann vielleicht für die andere Jahrezeit eingefroren werden. Ist gesund und preiswert. :-)
    Da ließen sich sicher noch viele Beispiele finden, aber ein Umdenken ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei Deinen Selbstversuchen. :-)
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    schrieb am 28.02.2012 um 20:26
    Tatsächlich ist bei vielen Produkten die Menge sogar ökologisch entscheidender als die Art der Herstellung. Bei Kleidung, Elektronikwaren, Möbeln, Dekoartikeln etc. haben die meisten genug, um locker mal ein Jahr nichts dazu zu kaufen. Zumindest so lange nichts kaputt geht. Natürlich kann auf Nahrungsmittel nicht verzichtet werden, aber z.b. sind mit Fleisch- und Milchprodukten erheblich mehr Flächen- und Ressourcenverbräuche verbunden als mit kaloriengleicher anderer Kost.

    Unter anderem wegen der Mengenproblematik haben ja statistisch die konsequent öko-fair aber ungebremst viel konsumierenden LOHAS auch einen wesentlich größeren ökologischen Fußabdruck als durchschnittliche Hartz4-Bezieher.

    Ob nun getauscht oder gekauft wird ist ökologisch sicherlich nebensächlich, aber 2nd Hand-Produkte stellen natürlich eine deutliche Ressourcenersparnis gegenüber Neuprodukten dar. Den Ressourcenverbrauch von 2nd Hand-Produkten gleich null zu setzen wäre allerdings auch nicht korrekt, da die Tausch- oder Wiederverkaufsmöglichkeit den Vielkäufern ihr Vielkaufen oft erst ermöglicht.
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    schrieb am 29.02.2012 um 10:44
    "Ob nun getauscht oder gekauft wird ist ökologisch sicherlich nebensächlich, aber 2nd Hand-Produkte stellen natürlich eine deutliche Ressourcenersparnis gegenüber Neuprodukten dar. Den Ressourcenverbrauch von 2nd Hand-Produkten gleich null zu setzen wäre allerdings auch nicht korrekt, da die Tausch- oder Wiederverkaufsmöglichkeit den Vielkäufern ihr Vielkaufen oft erst ermöglich." von fairskate

    Damit hast du vollkommen recht. Wir brauchen (in einem bestimmten Maß) Erstkonsumenten um 2nd-Hand-Produkte zu erhalten. Aber jetzt stell dir mal vor, jeder wäre Erstkonsument. Dann würden wir noch schneller im Müll versinken.
    Da ich aber leider nicht alle Konsumjunkies auf dieses Problem aufmerksam machen kann und noch weniger zur Vernunft bringen kann, sehe ich meine Aufgabe darin, selbst ein gutes Vorbild zu sein. Und wenn jeder umweltsensible Mensch so vorgeht, sieht die Welt gleich viel besser aus.
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    schrieb am 28.02.2012 um 23:06
    Ich weise immer wieder gerne auf den, wie ich finde, genialen Artikel von Harald Welzer hin, in dem er den Begriff "Verzicht" dekonstruiert und ihm einen neuen Sinn verleiht. So vieles wird als Konsum"verzicht" bezeichnet und damit zwangsläufig negativ konnotiert (semantisch: wer verzichtet, leidet). Dabei wird oftmals unterschlagen welcher Gewinn in einer Änderung des Verhaltens oder der Denkweise liegt. Der Status Quo erscheint als das Optimum, an dem bloß nicht gerüttelt werden darf, alles andere würde als Verzicht erscheinen, es sei denn die Veränderung passt in die modernistische Wachstumslogik (nur dann würde die Veränderung als Verbesserung wahrgenommen werden).

    D.h. laut Harald Welzer: Der Status Quo ist mit unzähligen Verzichtsleistungen erkauft, die jedoch häufig nicht wahrgenommen werden, weil sie eben nicht offen-sichtlich sind:

    http://www.utopia.de/magazin/berichte-aus-der-wirklichkeit-harald-welzer-klimawandel-umwelt-politik-verzicht

    Was ich sagen möchte:

    Wegen scheiß Autofahrer_innen muss ich z.B. darauf verzichten, bedenkenlos schnell und trotzdem sicher auf meinem Fahrrad durch die Stadt zu fahren. Für ihre Mobilität verzichte ich auf frische Luft zum Atmen. Mir persönlich sind letztere Dinge mehr Wert als die spezielle Mobilität, die ich mit Auto hätte, aber weil der Status Quo nunmal vorsieht, dass man überall mit dem Auto hinfahren können muss, habe ich mit meinem Wunsch einen schweren Stand und muss meine exotische Vorstellung (z.B. autofreie Stadt oder wenigstens ein Netz von Fahrradschnellstraßen ohne motorisierten Verkehr) rechtfertigen.

    Weil die Mehrheit der Konsument_innen nicht auf (viel) Fleisch und (viele) Milchprodukte verzichtet, muss das gesamte Leben auf der Erde auf eine vergleichsweise sichere Zukunft verzichten (ob konventionell oder bio, der Konsum tierischer Produkte ist sehr klimaschädlich und mit sogenannten Veredelungsverlusten verbunden d.h. ineffizient und daher auch an der Hungerkrise beteiligt und mit einem enormen Flächenbedarf verbunden).

    Weil die Durchschnittsmenschen der reichen Länder bei ihrem Lebensstandard auf nichts verzichten wollen, verzichten wir auf globale Gerechtigkeit, z.B. auf eine Anpassung der Ungleichheiten, die in Folge des Kolonialismus entstanden sind. Vielleicht verzichten wir damit auch auf Gewaltfreiheit und Frieden. Wir verzichten auf das Geld und die Arbeitskraft, die frei würden, wenn es keine Rüstungsausgaben mehr geben müsste.

    Politik und Wirtschaft wollen nicht auf Wachstum verzichten, obwohl klar ist, dass wir damit auf einen wertvollen qualitativen Wandel von Wirtschafts- und Konsumweisen verzichten.

    In fast jedem Verzicht steckt auch Gewinn, sonst hätte es ja auch keinen Sinn zu verzichten. Trotzdem ist der pessimistische Blick, also den Verzicht zu betonen und mit Leid oder Überwindung in Verbindung zu bringen, die übliche Perspektive. Eigentlich schade.
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    schrieb am 29.02.2012 um 10:08
    "In fast jedem Verzicht steckt auch Gewinn, sonst hätte es ja auch keinen Sinn zu verzichten."

    Der persönliche Gewinn wie ein objektiv sichtbarer durch gemeinschaftliche Aktionen würde etwas an den globalen Prozessen ändern ?

    Ich bleibe pessimistisch, fühle mich als Passagier auf einer Costa Globalia, der genau weiß, dass das Riff kommen wird, wir fahren zum Ende der Reise immer schneller, der Tank wäre längst leer, wären wir nicht auf die Idee gekommen, alles Brennbare an Bord in den Heizkessel zu schieben. Anstatt die gigantischen Öfen abkühlen zu lassen, uns umzuschauen und das Schiff zeitgemäß umzubauen, die Rettungsboote auszubauen und uns auf ein Verlassen dieses Welttrendschiffes vorzubereiten.

    Einige Mitpassagiere, die die gleichen Zweifel hegen, haben sich auf dem Hauptdeck versammelt und diskutieren. Es bilden sich Gruppen, die Werkzeug suchen und die Schwimmringe kontrollieren, wie Gruppen, die auf ihren Liegestühlen in der Sonne sitzend die gefüllten Lager aus der Bar in sich rein schütten, wohlwissend, dass etwas im Gange ist. Man könnte ja zumindest die eine Wasserflasche oder den Nachtisch vorausschauend in der Kabine verstauen, für den Fall, andere merken, dass es knapp wird mit der Versorgung. Sobald das Schiff langsamer wird, keine zahlenden Gäste mehr an Bord gelassen werden.

    An den Ufern drängen diese Menschen und wollen auf´s Schiff, den gleichen Luxus und Komfort, den die älteren Generationen gehabt haben. Die Lichter am Abend sind so nett anzuschauen und leuchten weit ins Land, wecken Begehrlichkeiten, die ärztliche Versorgung an Bord ist erstklassig, niemand wird von Bord komplimentiert, die Gemeinschaft trägt alle Belastungen, Krankheiten, die Luftverschmutzung aus den Schornsteinen der Antriebsmotoren tapfer.

    Immerhin konnte eine geplante Flucht aufgedeckt werden, ein paar Schlaue hatten ein Rettungsboot mit Vorräten, Pelzen und Schusswaffen beladen und die Navigation nach Helvetien einprogrammiert. In den Unterdecks regen sich die Dritteklasse-Passagiere, die Raumtemperatur musste wegen Problemen mit der Klimaanlage auf 2 Grad erhöht werden, die zugesagte Erhöhung der Fleischbeilage in den Mittagsmenüs wurde auf kommende Woche verschoben. Ausserdem sind die Elektrorollstühle auf den Oberdecks seit langem ausgebucht, die Ersteklasse-Passagiere haben derart zugenommen, dass sie sich nicht mehr zu Fuß zwischen Bar, Restaurant und Pool ohne Vierradunterstützung bewegen können. Die Motivateure und Sporttrainer langweilen sich, weil keiner mehr schwitzend seinen Körper spüren und v.a. riechen will, das Kulturprogramm hingegen läuft super, die Lautstärke wird am Abend um ein paar Dezibel angehoben, weil sonst am Abend der Lärm aus den Unterdecks wegen ausgefallenen Abendmenüs so störend würde. Man hat sich beschwert.

    Ja, die Fahrt wird bald ein Ende haben, oder ein paar Kabinen müssen zwangsgeräumt werden. Mal sehen, was der Kapitän am nächsten Hafen für neue Verträge abschließt. Das Schiff hat Rost angesetzt, neue Farbe und Beschriftungen würden zwar die Optik aufhübschen, die Motoren und Antriebstechnik eher nicht, aber die langjährigen Passagiere blättern bereits in Prospekten der Konkurrenz, gottseidank gibt es auf dem Schiff freien Zugang zu Informationen aus der Restwelt. Leider haben manche vorausgezahlt, umbuchen während der Fahrt wird schwierig. Wenn das Schiff nur einmal stehen bliebe, ein paar Tage im Hafen zur Wartung und Fehlersuche, dann könnte man neu verhandeln. So eine Zwangspause könnte ebenfalls helfen, alle Abteilungsleiter an einen Tisch zusammenzutrommeln, die reden ja immer nur ihre Fachsprache und nie ressortsübergreifend, mit den Passagieren und deren Nöten schon gar nicht, zahlendes Volk, pah.

    Immer öfter wird nachts Vollgas gegeben, wenn die Passagiere schlafen, sehen die Verantwortlichen überhaupt noch etwas in der Dunkelheit ? Am Frühstückstisch gefragt hat keiner was gemerkt, ob´s an dem neuerdings ausgeschenkten Abendtrunk liegt, der mit Grüßen vom Kapitän in die Kabinen gebracht wird ? Irgendwas hat letzte Nacht am Rumpf gekratzt ...
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    schrieb am 29.02.2012 um 10:49
    Robinson, woher hast du das Zitat am Anfang deines Beitrags? Das find ich gut.

    Bezüglich deines Pessimismus spreche ich dir mein Beileid aus!
    Natürlich ist es anstrengend die Welt verbessern zu wollen und man hat häufig das Gefühl auf verlorenem Posten zu kämpfen.
    "Aber wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren" (Bertolt Brecht)
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    schrieb am 29.02.2012 um 12:01
    Zitat bezieht sich auf den (von mir kommentierten) Kommentar von @ertpol oben, letzter Absatz.

    Beileid ? So schlimm ist es mit mir gekommen ... da spreche ich anderen Mut zu und trete hier als Pessimist, Mist, Mist auf ... bin doch mehr der Kompost-Vertreter, etwas Gutes wird daraus werden ... denke mal, wenn ich die Zeitung aufschlage überkommen mich solche Anwandlungen. Geht im Laufe des Tages meistens vorbei. Gottseidank hat er das Kurzzeitgedächtnis mit erfunden. ;-)
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    schrieb am 01.03.2012 um 08:44
    Hei Robinson,
    echt gut geschrieben!
    Soetwas würde gut als Kommentar in meinen Blog passen:

    http://www.utopia.de/blog/mit-welchen-gefuehlen-schaut-ihr-in-die/mit-welchen-gefuehlen-schaut-ihr-in-die-zukunft-was-ist

    Hast Du Lust dort etwas zu schreiben?! Ich würde mich freuen!

    schöne Grüße von der Wasseramsel.
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    schrieb am 01.03.2012 um 08:47
    @ertpol
    Wenn doch nur viel mehr Menschen es auf diese Weise sehen würden!
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    schrieb am 29.02.2012 um 17:51
    ...bist ein Entertainer, Robinson! - wenn auch ein pessimistischer. Hat Spaß gemacht deine Metapher zu lesen und stimmt mich direkt optimistisch: Sollte die materielle Apokalypse jemals über uns hereinbrechen, bleibt uns immer noch die Flucht in die Fantasie...
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    schrieb am 01.03.2012 um 09:28
    Eine Freundin von mir lebt (fast) ohne Geld. Sie nennt es "freegan".

    Hier erfahrt Ihr mehr darüber:

    http://www.scribd.com/doc/44911453/Vom-Leben-ohne-Geld-Der-Vagabundenblog

    http://www.scribd.com/silvia_fischer

    http://vagabundenblog.wordpress.com/
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    schrieb am 16.03.2012 um 09:25
    Bin jetzt bei Seite 150 und ich find es super spanned. Werde nochmal berichten, wenn ich durch bin!
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    schrieb am 01.03.2012 um 14:49
    Ich empfehle share & care. Da gibt es jede Menge Seiten im Netz. Es geht um bedingungsloses schenken. Da hättest Du sicher Teedosen bekommen. Und wir veranstalten regelmäßig Verschenkbazare. Da gibt es auch immer viel zu entdecken.
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    schrieb am 01.03.2012 um 16:23
    Vor einigen Jahren habe ich schon das Buch "Fast Nackt" gelesen, eine sehr interessante und spannende Lektüre. Ich habe mir davon vieles gemerkt, ich setze nicht alles um, aber ich bin inzwischen achtsamer.
  • gelöscht am 27.03.2012 um 09:12 von Utopia-Team
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
  • gelöscht am 27.03.2012 um 09:13 von Utopia-Team
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 26.03.2012 um 20:38
    Reich ist man
    nicht durch das, was man besitzt,
    sondern durch das,
    was man mit Würde zu entbehren weiß.
    Und es könnte sein,
    dass die Menschheit reicher wird,
    dass sie gewinnt, indem sie verliert.
    Immanuel Kant
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    schrieb am 26.03.2012 um 21:20
    Gewohnheiten analysieren und überdenken kann sehr viel bringen, beispielsweise für die Ökologie, für den Geldbeutel und für die Gesundheit.
    Ich habe zwar vor fasat 10 Jahren die "Erste Sächsische Bioland-Vollwert-Mühlenbäckerei gegründet, aber seit ich die verkauft habe, esse ich kein Brot und lebe ohne die "toten Aufstriche" viel gesünder. Wie? Ich bin zur Breikultur zurückgegangen, indem ich zum Frühstsück ausschließlich mit meiner Getreidemühle frisch gemahlenes Getreide verzehre, das ich mit Obst und Gemüse der Saison weiter aufwerte. Natürlich brauche ich weder Fleisch noch andere Tierprodukte. Ich fand einfach andere vegane Genüsse, die viel gesünder sindals Tieprodukte, die ja mit dem Tiereiweißimmer ein Giftpotential enthalten. (Siehe Prof. Lehmann."Eiweißspeicherkrankheiten")
    So habe ich in den letzten 12 Monaten nur 127 €uro pro Monat für Lebensmittel ausgegeben, obwohl ich 100 Prozent Bio esse.
    Außerdem spare ich die Energie, die zum Brotbacken erforderlich wäre. Ich spare auch die Zeit zum Einkaufen, denn wenn ich einkaufe, dann immer gleich einen Sack voll (25 kg) Nackthafer oder Dinkel
    oder gleich eine Kiste voll Äpfel und Avocados und Möhren. So spare ich Wegezeit, Benzin und viele viele Kleinpackungen. So gibt es kaum noch Müll. Socken ziehe ich in der Regel nicht mehr an, sondern gehe ab Januar bis Dezember barfuß in meinen Sandalen, nur bei Matschwetter ziehe ich mal Socken an und feste Schuhe.
    Das habe ich von Pfarrer Sebastian Kneipp gelernt, in dem Buch von 1898 "So sollt ihr leben". Er schrieb: "Solange die Bauern bis vor 50 Jahren von Mai bis Dezember barfuß gingen, waren sie gesund. Heute (1898) ziehen sie Stiefel an und sind häufiger krank." (Übrigens ich selbst bin seit 1983 keinen Tag mehr bettlägerig gewesen und überwinde einen gelegentlichen Infekt innerhalb weniger Tage. Ohne Medikamente, Ohne Arzt. So kann das Krankheitsunwesen und die Pharmalobby an mir nichts verdienen.
    Auch von der Lebesnweise der Forscher auf Expeditionen kann man etwas lernen. Die schleppen keine Waschmaschine mit, sondern hängen ihre Unterwäsche über Nacht zum Auslüften auf die Leine. So kann man mit wenig Wäsche monatelang auskommen und muß höchstens alle paar Monate mal Wäscche waschen. Das spart Zeit, Kleidung, Waschmittel, Wasser und Energie.
    Wer bei mir mal Praktikum machen will, kann lernen, wie man/frau ohne "Verzcht", sondern mit Änderung seiner Lebensweise.und Lebensauffassung sich körperlich und geistig wohler fühlen und viel gesünder leben kann, dabei im Monat eine Mengse Geld sparen, das er/sie nicht erst verdienen muss.
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