Die schockierenden Ergebnisse der Genmais-Studie
Ein Forscherteam veröffentlicht die erste Langzeitstudie zu genmanipulierter Nahrung. Bisher hatte die Gen-Lobby dies erfolgreich verhindert und nur Studien zugelassen, die sich nur über drei Monate statt über den gesamten Lebenszyklus der Testtiere (ca. zwei Jahre) erstreckte. Die Resultate der Langzeitstudie sind erschütternd: Erst nach vier Monaten, also lange nach Ende jeder bisherigen Studie, zeigten sich die zerstörerischen Effekte der Genmais-Ernährung: Ratten, die mit dem Genmais gefüttert wurden, starben vorzeitig und litten unter stark erhöhtem Krebsrisiko. Genau wie jene, denen man die Giftkeule Roundup direkt ins Trinkwasser gemischt hatte.
Warum sterben die Amerikaner nicht am Genmais? Hanebüchene Kritik als willkommener Ausweg
Eigentlich wäre das ja schon Aufreger genug. Ganze Titelseiten könnte man damit füllen. Jedoch, so will es das Lehrbuch, eine Newsmeldung braucht im heutigen Online-Zeitalter immer noch eine überraschende Wendung zum Schluss, mit der man im Einleitungstext die Leselust für den gesamten Artikel steigert. Welch Segen, dass sich gleich nach der Veröffentlichung der Studie ein paar „Experten“ zu Wort gemeldet und die Belastbarkeit der Studie angezweifelt hatten. Dabei stört wenig, dass einer der beiden „unbeteiligten“ Experten, die vom erhabenen Spiegel bis hin zur kleinsten Lokalzeitung in allen Klon-Meldungen zitiert werden, ein australischer Gen-Wissenschaftler ist. Dessen genialer Einwand: Wenn Genmais wirklich so schädlich wäre, müssten die Amerikaner reihenweise sterben, da dort Genmais schon seit einem guten Jahrzehnt im Lebensmittelkreislauf ist. Zynischer geht es kaum. Die Quellen von Langzeiterkrankungen wie z.B. Krebs sind seltenst eindeutig nachzuweisen. Und das essentielle Detail vom gesamten Lebenszyklus wird bequem außen vor gelassen. Bei einer Ratte sind es zwei Jahre, beim Menschen um die 70. Die schlimmsten Folgen am Menschen könnten sich also erst in ein paar Jahrzehnten zeigen!
Vierte Staatsgewalt? Fehlanzeige! - Wie die Medien ihrem Auftrag nicht gerecht werden
Doch die Medien spielen dem Gen-Riesen Monsanto brav in die Hände. Beinahe alle Artikel hinterlassen den skeptischen Eindruck, dass die Studie nicht belastbar sei. Fest steht aber: Hier hat eine Studie eine potentiell fatale Langzeitwirkung genveränderter Nahrung aufgedeckt. Die Medien als Stimme des Volkes müssten laut weitere Langzeit-Folgestudien fordern, das Thema müsste auf Titelseiten behandelt werden. Stattdessen verschwindet es irgendwo im Rattenschwanz der Webseiten. Artikel werden billig voneinander kopiert, immer die gleichen zwei Experten zitiert. Keine der großen Tageszeitungen schafft es, einmal den Hauptforscher der Studie, Gilles-Eric Sèralini, zu befragen, oder vielleicht einmal ein paar andere Experten zu Wort kommen zu lassen. So wird eine Meldung im Nebenbei abgefertigt, die einen der größten Fälle von Verbraucherbetrug unserer Zeit aufdecken könnte.
Es braucht keine "unbeteiligten Experten", sondern eine starke Regierung!
Die EU-Kommission hat derweil angekündigt, die Ergebnisse der Studie eingehend zu prüfen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. Man kann nur hoffen, dass sie sich dabei nicht von ein paar zusätzlichen „unbeteiligten Experten“ beraten lässt. Denn obwohl die offizielle Reaktion von Monsanto noch ausbleibt, kann darauf gewettet werden, dass bereits hinter den Kulissen fleißig Krisen-PR und Lobbyarbeit betrieben wird.
Den Mais für die Experimente hatte das Forscherteam übrigens undercover eingekauft und war mit der Studie bis zum Abschluss nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Beides aus Furcht vor Gegenmaßnahmen Seitens des allmächtigen Milliardenkonzerns Monsanto. Was für eine Gesellschaft, in der solcherlei Studien von privaten Stiftungen und abseits der Öffentlichkeit durchgeführt werden müssen. Wäre es nicht die Rolle unserer Verbraucherministerien, solche Pionierarbeit gegen den Ansturm der Industrie zu leisten?
Wer gegen die erneute Aussat von Gen-Weizen in Deutschland ist, der sollte schnell noch die Mustereinwendung des Umwelt-Instituts unterschreiben und einsenden. Für die gesunde Gen-Skepsis gibt es auf Utopia die Gruppe „Gentechnik – nein Danke!“.
Die Veröffentlichung der Studie kann man direkt herunterladen auf der Seite des Institute for Agriculture and Trade Policy.


Kommentare (113)
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Ich enthalte mich einer Meinung, aber man sieht ja, was draus gemacht wird:
http://www.allum.de/medienspiegel/1277052999/rezension/genveraenderter-mais-und-das-herbizid-glyphosat-ist-genmais
Das Geschachere und Zerreißen läuft längst:
http://www.zeit.de/news/2012-10/04/deutschland-autor-von-genmais-studie-lehnt-datenuebergabe-an-eu-behoerde-ab-04172605
Diesen interessanten Kommentar möcht ich mal als Denkhilfe empfehlen:
http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/genmais-studie-uni-caen-gefahr-fuer-monsanto/ mehr weniger
In Sachen Goldreis denke ich, dass in den Ländern, in denen Vitamin A-Mangel herrscht, doch bestimmt auch Pflanzen angebaut werden könnten, die von Natur aus einen höheren Gehalt haben. Hier stelle ich mir nun vor: Würden wir unsere Ernährung verstärkt auf Pflanzen ausrichten, die auch bei uns wachsen, dann würden doch in den Reis produzierenden Ländern Flächen frei werden, die dann zum Anbau ernährungsergänzender Pflanzen genutzt werden könnten. Oder ist das ausgeschlossen?
Jedenfalls bin ich weiterhin gegen den Anbau von genveränderten Pflanzen, auch wenn ich dem Argument folgen kann, dass auch die herkömmliche Manipulation von Pflanzen (und Tieren) kritisch betrachtet werden muss.
Im Zusammenhang mit Rauchen habe ich mir auch nochmal vergegenwärtigt, dass ein Unterschied zwischen Gefahren besteht, denen sich der Mensch als Individuum selbst aussetzt (Bsp.: Autounfälle ohne Beteiligung Dritter, Rauchen, ungesundes Essverhalten ...) und denen er ausgesetzt wird (genveränderte Pflanzen, Verkehrslärm, Pestizide und Schwermetalle im Wasser ...). Das ist die Möglichkeit der freien Entscheidung freier Individuen. mehr weniger