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Auf dem Prüfstand

Hohes C, wo bleibt dein Bio B?


Von Volker Eidems

42 Liter Saft trank jeder Deutsche durchschnittlich im Spitzenjahr 2003. Seither sank der Konsum langsam aber stetig (2007: 38,5 Liter), nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung zugunsten von Wellnessgetränken oder verdünnten Fruchtsäften. Regionale Produkte stammen aus heimischen Obstsorten wie Äpfeln, Birnen oder Johannisbeeren, der ökologische Rucksack exotischer Ausgangsfrüchte ist hingegen größer – Toprunner unter ihnen: Orangensaft. Den Anfang machte hohes C im Jahr 1958, als „erster trinkfertiger Orangensaft in Flaschen“, wie das Unternehmen auf seiner Website darstellt. Seither ist die Konkurrenz gewachsen, doch hohes C gilt vielen weiterhin als Qualitätsgarant.

Keine Zusätze, kein Zucker

Zu Anfang dieses Jahres feierte die NGO foodwatch e.V., dass das Produkt „Fruchttiger“ aus dem Hause Eckes-Granini – zu dem auch hohes C gehört – nicht mehr als „gesunder Durstlöscher“ bezeichnet wird. Über 1000 Verbraucher hatten sich bei dem Unternehmen über die „Mogelpackung“ beschwert, nachdem foodwatch im Produkt enthaltene Süßstoffe, geringen Saftgehalt und Citronensäure bemängelt hatte. Citronensäure kann zu Schäden am Zahnschmelz führen. Für hohes C gilt jedoch immer noch Natürlichkeit: „Bei unserem Saftsortiment der Marke hohes C handelt es sich ausschließlich um Produkte mit 100 Prozent Saftgehalt. Unsere Subrange [eine bestimmte Produktlinie im Sortiment] hohes C Naturelle besteht als Durstlöscher aus reinem Saft (Fruchtsaftgehalt: mindestens 50 Prozent) und stillem Mineralwasser – ohne jegliche künstliche Zusätze, ohne Zucker“, erklärt Stefan Müller, Marketingleiter der Eckes-Granini Deutschland GmbH.

Auch gegen die Verwendung von Fruchtsaftkonzentrat in hohes C ist grundsätzlich nichts einzuwenden: Bei einer Analyse der Zeitschrift Öko-Test gelang der Marke zusammen mit zwei anderen Säften (u.a. Pfanner Transfair) die Bestnote, „ausgerechnet drei teure Direktsäfte bekommen nur ein befriedigend“ heißt es im Testergebnis. Das Ergebnis stammt allerdings aus dem Jahr 2004, getestet wurde hohes C in der Glas-Mehrwegflasche. Gerade bei Orangensaft aus Übersee ist die Konzentratherstellung sinnvoll, da nur rund ein Sechstel des Ausgangsprodukts transportiert werden muss. Der Rohstoff wird zwar tiefgekühlt, dennoch schneidet er in der Ökobilanz besser ab als die sogenannten Direktsäfte, bei denen der Saft im Ganzen transportiert wird. Dem Fruchtsaftkonzentrat wird dann hierzulande wieder deutsches Trinkwasser zugeführt.

Bio und Transfair außen vor

Über die Ökobilanzen von Getränkeverpackungen wird vielerorts gestritten, derzeit gelten Polyethylen-(PET-)Mehrweg und Glas-Mehrweg als etwa gleichwertig, PET-Einweg schneidet hingegen schlechter ab. Hier überträgt hohes C die Verantwortung an den Kunden: „Wir bieten in unserem Gesamtsortiment sowohl Glas-Mehrweg als auch PET-Einweg an – und überlassen dem Konsumenten die Entscheidung, welche Verpackungsform er bevorzugt. Der Einsatz von PET-Mehrweg ist bei Saftprodukten unter mikrobiologischen Aspekten kritisch“, verteidigt Müller das Konzept.

Während der österreichische Konkurrent Pfanner sowohl einen Bio-Orangensaft wie auch einen Orangensaft mit TransFair-Siegel anbietet (interessanterweise kein Produkt, das beide Prädikate vereint), bleibt hohes C an dieser Stelle eine Alternative schuldig. Stefan Müller teilt vielmehr mit: „Wir sehen in der Nachfrage nach Bio-Produkten in erster Linie den Wunsch der Verbraucher nach hochwertigen, unverfälschten Lebensmitteln, die sie unbedenklich verzehren können. Unser Ziel ist es, konventionell erzeugte – jedoch gleichermaßen frische und natürliche – Produkte zu bieten, denen sie vertrauen können. Wir legen äußerst strenge Qualitätsmaßstäbe an, um den Konsumenten sicheren, gesunden Genuss zu bieten – auch ohne, dass sie explizit auf Bio zurückgreifen müssen.“


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Stand: 11.01.2010 von

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    schrieb am 08.03.2010 um 14:00
    bei allen Produkten, die von der Zeitschrift Ökotest bewertet wurden, bin ich erst einmal vorsichtig. Dieses Siegel klebt mittlerweile ziemlich unkritisch auch auf bedenklichen Produkten.
    http://www.leben-ohne-diaet.de/blog/oeko-test-kritik-bei-natur-kosmos-01406.html
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    schrieb am 08.03.2010 um 13:48
    Ist es nun noch vertretbar, hohes C zu trinken oder generell die Firma Granini mit seinem Geld zu füttern oder nicht? Mir ist das nach dem Artikel nicht ganz klar geworden. Aber dass die meisten verarbeiteten Orangensorten aus Brasilien kommen und vielleicht auch durch Kinderhände geerntet wurden, ist ein dickes Minus. Bis ich mehr weiß, rühr ich den Saft nicht mehr an. Sollen sie doch lieber den Eltern fairere Löhne zahlen, dann sind die Kinder zu so etwas nicht gezwungen. Das ist aber auch echt ein Sch... mehr weniger
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    schrieb am 17.01.2010 um 20:46
    SFG - eine Initiative zur Selbstkontrolle! Bei sowas bin ich immer vorsichtig!
    Und Kinderarbeit - das geht ja wirklich gar nicht!
    Wenn ich Lust auf Saft habe,presse ich lieber selbst!
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    schrieb am 14.01.2010 um 19:13
    Kann mich den Vorrednern leider nur anschließen! Schade! Aber vielleicht wird die Kritik ja angenommen ...
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    schrieb am 14.01.2010 um 18:43
    Der Artikel ist ziemlich mau und hält nicht was er verspricht. Unternehmen auf dem Prüfstand, was wurde den nun geprüft? Die Pressestatements von Granini-Eckes...
    Das ändert nichts an der Tatsache, dass Hohes C gut schmeckt - besser als die meisten Konkurrenten und das nun schon seit Jahren. Muss wohl daran liegen, dass wirklich nur Fruchtkonzentrat und Wasser drin sind.
    Das hätte man ja mal prüfen können? mehr weniger
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