Moderiese mit Sinn für Verantwortung?
697 Prozent der Deutschen kennen C&A, 52 Prozent haben 2009 mindestens... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Von Volker Eidems
Den Süßwarenhersteller Haribo gibt es seit 1920, bis heute ein Familienunternehmen. Dieser Umstand wirkt sich dabei auch auf die Informationen zur Nachhaltigkeit aus, schriftlich teilt Haribo mit: Einen Nachhaltigkeitsbericht gebe es zurzeit nicht, als Familienunternehmen mache man grundsätzlich keine Angaben in Bezug auf betriebliche Abläufe, Umsatz, Rezepturen, Finanzen und so weiter. Diese Angaben und Informationen fielen unter ein strenges Betriebsgeheimnis. Eine beigelegte Imagebroschüre werde sicherlich „ausführliche Informationen zu den Themen Gelatine, Farb- und Zusatzstoffe liefern“ – leider tut sie dies nur ansatzweise, Fragen zur Produktionsweise oder der Herkunft der Rohstoffe bleiben zudem völlig ungeklärt.
Eine ernstzunehmende Marke ist Haribo sicherlich, weltweit werden täglich hundert Millionen Goldbären produziert, neben zahlreichen anderen Fruchtgummis. Ob der Goldbär unter seiner „natürlich glänzenden“ Oberfläche jedoch grün ist, wird schwer zu beurteilen, der ökologische Fußabdruck durch Wasser- oder Energieverbrauch, Transport- und Lieferketten, bleibt unbekannt. Ein Bio-Siegel trägt kein einziges Haribo-Produkt, woraus auf konventionell produzierte Zutaten geschlossen werden kann – allen voran Zucker (in allen Varianten) und Gelatine.
Seit kurzem hat Haribo so genannte Saft-Goldbären im Sortiment, die 22 Prozent Fruchtsaft enthalten. Das wirft die Frage auf, worin sich das Saft-Produkt vom herkömmlichen unterscheidet, denn auch die normalen Goldbären enthalten seit 1989 keine Farbstoffe mehr, stattdessen Frucht- und Pflanzenkonzentrate, sowie Aromen. „Eine Umstellung unserer gesamten Produktpalette erfolgt Ende 2009/Anfang 2010“, heißt es auf der Website, dabei ist unklar, ob sich dies nur auf die Farb- oder auch die Aromastoffe bezieht. Die Kalorien und Nährwerte herkömmlicher wie die der Saft-Goldbären sind nahezu identisch, 100 Gramm ergeben rund 340 Kilokalorien (kcal) – mehr als ein Kilogramm Erdbeeren. Zum Vergleich: 100 Gramm purer Zucker enthalten 400 Kalorien.
Vielleicht wenig verwunderlich, steht Haribo dem Rohstoff Zucker gänzlich unkritisch gegenüber, und beruft sich fast ausschließlich auf die Aussage des US-Wissenschaftlers Richard Wurtman: „Zucker ist Nervennahrung.“ Weil er als Kohlehydrat für eine ausgeglichene, fröhliche Stimmung sorge. Haribo folgert: „Wer Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel verzehrt, geht kein Risiko ein. In den Mengen, wie Zucker heute auf den Tisch kommt, ist er ein unbedenkliches, ein sicheres Lebensmittel“, auf die Ausgewogenheit käme es an. Wie viel „unbedenklicher“ Zucker oder wie viel Nährwert auf den Tisch kommt, findet sich bei Haribo immerhin auf der Rückseite der Verpackung. Da die Meinungen auch unter Experten immer noch sehr stark auseinandergehen, ob und wie sehr (raffinierter) Zucker nun schädlich ist, wäre von Haribo etwas mehr Aufklärung durchaus zu erwarten.
Kommentare (44)
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inaktiver User 70369
schrieb am 01.05.2010 um 10:31 ¶juhean
schrieb am 19.04.2010 um 10:25 ¶Kommentar schreiben
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