Wir sind lieber bequem als gesund. Zu diesem Schluss kann man kommen, wenn man die gesundheitlichen Folgen unseres alltäglichen Plastikkonsums betrachtet. Denn manche in der Plaste enthaltenen Stoffe machen ernsthaft krank. Bisphenol A zum Beispiel. Der Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat geisterte eine Weile als Schnullerdreck und Elternschreck durch die Medien. Seit März ist die Produktion von bisphenol-a-haltigen Babyschnullern nun verboten, ab Juni erst ihre Vermarktung. Aber Babyfläschchen machen nur einen geringen Anteil an bisphenol-a-haltigen Produkten aus. Etwa 410.000 Tonnen werden in Deutschland jährlich vermarktet. Zum Einsatz kommt Bisphenol A beispielsweise auch in Plastikgeschirr, zur Beschichtung von Konservendosen, in Thermopapier (Kassenbon!) oder in CDs, DVDs und zahlreichen anderen Kunststoffartikeln aus Polycarbonat.
Wir alle tragen es in uns
Und der Stoff wirkt im Körper bereits in geringsten Mengen hormonell, ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Herz- und Kreislauferkrankungen, Störungen der Sexualentwicklung sowie Diabetes werden mit der Chemikalie in Verbindung gebracht. Auch Frühreife, eine reduzierte Spermienzahl und Verhaltensstörungen werden als mögliche Folgen gehandelt. Bisphenol A kann im Urin von nahezu jedem Menschen nachgewiesen werden. Ein anderer Giftstoff im Plastik sind Phthalate, die als Weichmacher für PVC eingesetzt werden. Phthalate wirken ebenfalls hormonell, allerdings nicht wie ein weibliches Sexualhormon. Sie hemmen männliche Sexualhormone und werden unter anderem mit Missbildungen der Geschlechtsorgane, verfrühter Pubertät und späteren Störungen der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Diese Weichmacher finden sich in zahlreichen Alltagsprodukten, aber auch in Medizinprodukten. Einer der wichtigsten Weichmacher DEHP muss ab einer Konzentration von 0,5 Prozent in einer chemischen Zubereitung mit dem Totenkopfsymbol (giftig) gekennzeichnet werden. Bei Produkten des täglichen Gebrauchs muss diese Kennzeichnung dagegen nicht erfolgen.
Alarmierende Belastung in Kitas
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat ausgerechnet bei Staubproben in verschiedenen Kitas in Deutschland stark erhöhte Konzentrationen von Weichmachern feststellen können. Im Durchschnitt war die Belastung der untersuchten Kitas dreifach höher als die normaler Haushalte. Das ist besonders dramatisch da Kleinkinder auf hormonelle Schadstoffe besonders empfindlich reagieren. Ursache für die hohe Belastung mit Weichmachern seien vor allem Einrichtungsgegenstände aus Weich-PVC. Hierzu zählen unter anderem PVC-Fußböden, Vinyltapeten, Turnmatten, Tischdecken aus Plastik und Möbelpolsterungen aus Kunstleder. Während der Einsatz verschiedener Weichmacher in Spielzeug bereits verboten ist, ist die Verwendung in den meisten anderen Produkten weiter erlaubt. Die Protestaktion "Zukunft ohne Gift" will die Politik auf dieses Problem aufmerksam machen.
Reduzieren Sie Ihren Plastikkonsum
Was Sie sonst noch tun können: Meiden Sie Plastikprodukte im Alltag. So reduzieren Sie die Gifte, die sich in Ihrem Körper und in der Natur ansammeln. Fragen Sie nach, was drin ist, im Produkt oder in dessen Verpackung, beim Verkäufer im Supermarkt oder beim Hersteller. Denn es besteht eine Auskunftspflicht zu "besonders besorgniserregenden" Stoffen, die bei weitem nicht alle gefährlichen Chemikalien einschließt, aber einen Anfang macht. Beim BUND finden Sie einen Musterbrief für Ihre Anfrage.
Quellen: Plastic Planet, BUND
Gute Alternativen zum alltäglichen Plastik-Konsum
rot: Plastiktüte, gelb: Papiertüte, grün: die gute Jutetasche mehr ...


Kommentare (4)
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http://www.arte.tv/de/3678140.html oder
http://videos.arte.tv/de/videos/unser_taeglich_gift_ausschnitt_-3682378.html
Unsere (Lebensmittel)Industrie sollte sich schämen. Langsam glaube ich aber an einen Riesenskandal: Wie im Ärzteblatt zu lesen war, sind Pharmaindustrie und Co daran interessiert, dass alle Menschen krank sein sollen. Es gelänge ja bei körperlichen Beschwerden schon recht gut, bei nahezu jedem Menschen eine Krankheit zu dieagniostizieren, im Bereich der psychischen Erkrankungen sei aber noch viel Luft nach oben, so das Ärzteblatt. Wer Zitate lesen möchte, kann sich gerne an mich wenden. Wer solche Aussagen liest, wundert sich nicht mehr, dass nachweislich krankmachende Stoffe immer noch in unserer Nahrung vorkommen. Kein Wunder - dann hat die Pharmaindustrie ja erreicht, was sie möchte: kranke Menschen!
Wem könne wir eigtlich noch vertrauen ... am besten nur unserem eigenen Biogarten!
http://auftragselfe.blogspot.com/2011/05/bisphenol.html
Sunnivah_