Biofach 2012 – Lebensbaum
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Peter Henning arbeitet als Drehbuchautor und Regisseur. Beim Film "Schande", den er zusammen mit Claudia Prietzel inszenierte, gewann er 1999 den Deutschen Fernsehpreis für Regie. Ebenso bekannt ist sein Tatort "Schehezerade", der 2005 ausgestrahlt wurde. Mehrere seiner Filme waren für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Er war Professor an der Internationalen Filmschule Köln für Drehbuch und Dramaturgie und wechselt nun nach Babelsberg. Utopia hat mit ihm gesprochen, weil er beim Förderungsausschreiben der Green Me Story in der Jury sitzt und alle eingereichten Arbeiten gelesen hat.
Utopia: Im April findet in Beverly Hills ein Going Green Film Festival statt. Können wir bereits von einem Trend zum "grünen Film" sprechen?
Peter Henning: Es gibt ein großes Bedürfnis nach Umweltthemen, überhaupt nach der Darstellung des modernen Lebens und dem Umgang mit Natur. Aber es ist nur wenig filmisch unter dem Label "grüner Film" passiert und es gibt kaum Formate, die das Thema geschickt verbinden mit individuellen Geschichten. Von daher würde ich nicht von einem Trend sprechen, obwohl es wünschenswert wäre.
Welcher Film ist Ihr Lieblingswerk unter den bislang veröffentlichten Filmen, die sich inhaltlich der Umwelt und Natur annehmen?
P. H.: Es fällt mir schwer da heute schon die Kategorisierung "grüner Film" zu treffen. Aber es gibt schon verschiedene Filme, die sich im weiter gefassten Sinn mit dem Themenkomplex beschäftigen: etwa die Filme Roland Emmerichs - bei "The Day after tomorrow" angefangen bis "2012", die Katastrophen beschreiben und darüber natürlich mit Natur zu tun haben. Daneben finde ich so einen Film wie "Erin Brockovich" sehr gelungen, weil da der Industrie- und Machtaspekt hinzukommt, aufgezogen an einem persönlichen Schicksal. Die Frage ist tatsächlich immer, wie erreiche ich Zuschauer mit einem grünen Thema? Und Filme, die in der Natur spielen, sind nicht zwangsläufig "grüne Filme".
Wie viele Drehbücher wurden dieses Jahr für die Green Me Story eingereicht?
P. H.: Es waren ungefähr 100 Exposés für Filme - also doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, als die Green Me Lounge erstmals stattfand. Jeder Bewerber hat um die zehn Seiten eingereicht und eine Szene dazu.
Ziel der Green Me Story ist es, innovative Köpfe zu fördern, die das Thema Natur und Umwelt neuartig filmisch umsetzen wollen. Was zeichnet daher die Gewinner-Drehbücher vor den anderen aus?
P. H.: Es sind vor allem Geschichten, die ein persönliches Schicksal mit einer grünen Idee organisch verbinden. Das grüne Thema ist nicht nur 'drauf geklebt'.
Was zeichnet denn die derzeitigen Favoriten für den Förderpreis aus?
P. H.: Es ist höchst unterschiedlich und die eingereichten Stoffe sind gar nicht miteinander vergleichbar, die Bandbreite ist groß. Es reicht von einem fast dokumentarischen Ansatz über eine Bauernfamilie am Amazonas bis zu einem märchenhaften Kinderfilm über die Rettung einer Tierpopulation, was aber auch in das Leben der Hauptperson eingreift. Es ist auch keine Ausschreibung rein für Spielfilme oder Dokumentationen. Was bei allen Ausgewählten gleich ist: Sie haben einen leichter zugänglichen Aufhänger für das Thema gefunden. Sie erzählen parabelhaft an einer Figur entlang und leiten darüber zum Thema über.
Kommentare (5)
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BennyH
schrieb am 15.02.2010 um 19:33 ¶The.Sonnenhof.Songs
schrieb am 11.02.2010 um 17:21 ¶Kommentar schreiben
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