Liebe Frau Merkel,
es gab eine Zeit, da haben Sie uns überrascht und elektrisiert. Das war die Zeit der „Klimakanzlerin“. Wir konnten es kaum fassen, dass Sie den Klimawandel viel ernsthafter bekämpfen wollten, als es Rot-Grün je getan hatte. Wir waren begeistert, überrascht, dankbar und voller Respekt. Auch verwundert.
Kann das sein? Die Antwort und die ehrliche, tief empfundene Enttäuschung kam kurz darauf, spätestens mit der Finanzkrise. Auf einmal wurde die Bekämpfung des Klimawandels ausgesetzt, geradezu ad acta gelegt, als gäbe es die Option, sich dieses Themas mit Verspätung zuzuwenden.
Als in der Wahlnacht 2009 die ersten Hochrechnungen auf dem Bildschirm erschienen, haben wir das nicht unbedingt als gutes Zeichen für die Umwelt und die Zukunft unserer Kinder interpretiert.
Nun das: Am Morgen des 16. November stehen in der Zeitung die erschreckenden Statements der Apec Länder, was uns den ganzen Tag beschäftigt hat. Denn beim Apec-Gipfel am Wochenende hatten sich die 21 Mitgliedsstaaten auf Empfehlung des dänischen Regierungschefs Lars Løkke Rasmussen darauf geeinigt, in Kopenhagen nur noch ein politisches, nicht aber ein juristisch bindendes Abkommen treffen zu wollen. In ihrer Abschlusserklärung hatten die Länder einzelne Passagen verwässert. Andere wurden gänzlich gestrichen, wie etwa die Absicht, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren. Ebenso sind wir ernüchtert, weil Obama nicht hält, was er, wenn nicht versprochen, so zumindest suggeriert hat. Und dann lesen wir keine zwölf Stunden später in der Abendausgabe der "Süddeutschen Zeitung", dass Sie trotz der geringen Erfolgschancen oder gerade deswegen persönlich nach Kopenhagen fahren, um zu retten, was zu retten ist. „Merkel will Klimagipfel retten“ steht da. Endlich!
Die guten Nachrichten hören gar nicht auf, in den Tagesthemen hören wir Norbert Röttgen, den neuen Umweltminister sagen, dass das Thema Kopenhagen, Co2 Reduktion und Klimaschutz wirklich ganz weit oben auf der Agenda stehen. Wenn das wirklich stimmt, dann sagen wir Danke.
Wenn Sie nach Kopenhagen reisen, ist Ihnen unsere Unterstützung sicher. Jetzt bleibt uns erst mal Ihnen und uns Glück zu wünschen für den bestmöglichen Ausgang des Kopenhagener Gipfels.
Wir wünschen uns, dass Sie die nächsten vier Jahre unsere Klimakanzlerin sind.
Herzliche Grüße aus Utopia wünscht
Ihr
Utopia-Team
PS: Liebe Mit-Utopisten! Sind Sie dafür, dass sich Kanzlerin Merkel beim Klimagipfel in Kopenhagen für einen Ausgang mit einer verbindlichen Regelung für alle Länder einsetzt - sprich: mal ordentlich auf den Tisch haut? Dann stimmen Sie unten im Kommentarfeld mit Ihrem Profil zu, indem Sie schreiben: "Ich bin dafür, dass Angela Merkel den Kopenhagener Gipfel voran treibt." Wir schicken alle Einsendungen gesammelt rechtzeitig zum Gipfel nach Berlin an Angela Merkel.
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Wer der Forderung direkt in Kopenhagen Nachdruck verleihen will, eine
Gruppe Utopisten fährt hin, schließen Sie sich an: Gruppe Kopenhagen.
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