Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Kolumne Ökosex

Sprit, Strom, Wärme: der 100% Erneuerbare Haushalt


Hat in letzter Zeit ein Bekannter von ihnen damit angegeben, dass seine Stromrechnung halbiert ist oder dass er in einen Windpark investiert hat? Leider habe ich das bei meinen Freunden nicht so oft gehört, obwohl ich doch ein paar Leute kenne, die sehr grün angehaucht sind. Noch sind Energiesparen und Erneuerbare im eigenen Leben kein echtes Hobby, geschweige denn ein Hype. Wenn aber nicht mal die Freunde des Klimaschutzes in großen Schritten ihre eigene Energiewende voranbringen, wie soll der Mainstream dann folgen?

Meine Theorie: auch die Willigen werden oft erschlagen von Nebensächlichkeiten und Komplexität. Und das hat viel mit Kommunikation zu tun. Wir diskutieren nämlich oft schon sehr detailliert über CO2-Tonnen: Sind Biotomaten aus Südspanien jetzt wirklich besser als heimische konventionelle? Und ist das Hybridauto auf der Autobahn nicht viel schlechter als der Diesel? Alles Quatsch. Diese Feinheiten meine ich, sind irrelevant für jemanden, der nicht mal genau weiß, wie viel Kilowattstunden Strom im Jahr er eigentlich verbraucht, wie viel Sprit er im Jahr in seinem Auto verbrennt und wie viel Gas oder Öl er zuhause für Wärme braucht. Und da wären wir beim heutigen Experiment: ich präsentiere drei bescheidene Indikatoren, die ihnen wirklich weiterhelfen sollen auf dem Weg ins Nirwana des ewig Erneuerbaren. Diese heißen Sprit, Strom, Wärmebedarf. Ihr Ziel heißt ab heute: der 100% Erneuerbare Haushalt. Also keine fossilen Treibstoffe mehr in ihrem Haus. Das ist das Gegenteil von CO2-Tonnen Kommunikation und „Weniger Duschen“-Prosa.

Fangen wir mit der leichtesten Übung an, ihrem Stromverbrauch. Der beträgt wahrscheinlich so zwischen 2000-4000 Kilowattstunden im Jahr. Natürlich ist hier der Wechsel zu Ökostrom ein Muss. Das reicht aber beim Strom nicht, weil wir Investitionen brauchen. Also investieren sie 5000 Euro in ein Bürgerwindrad oder eine Bürger PV-Anlage. Und schon sind sie Stromproduzent und machen mehr erneuerbaren Strom als sie selbst verbrauchen. Sie sind dann die Lösung und nicht mehr das Problem. Und darüber, ob Energiesparlampen nun gut oder schlecht sind, diskutieren wir später.

Nächster Indikator Wärmebedarf: sie verbrauchen wahrscheinlich so zwischen 10 000 und 20 000 Kilowattstunden Erdgas im Jahr (oder 1000 bis 2000 Liter Öl), damit ihre Wohnung schön warm ist. Also heißt das Ziel, diese durch Erneuerbare zu ersetzen. Womit sie im Eigenheim und in der Mietwohnung auch genau wissen, wo ihr wirkliches Problem liegt. Besser Dämmen und Holzpellets machen den Unterschied. Im Privathaushalt ist es nämlich der Wärmeverbrauch und nicht so sehr der Strom, der einen reinreißt. Und da wird es wirklich anstrengend: das heißt im Eigenheim selbst investieren in einen schlauen Umbau. Bei der Eigentumswohnung heißt es Lobbyarbeit bei der Eigentümerversammlung. Und im Mietwohnungsbereich: heftige Lobbyarbeit in Richtung Vermieter. Gute Nachricht für Gaskunden: Sie können jetzt bei einigen Anbietern 100% Biogas beziehen. Das ist heute schon mein eleganter Weg in die 100% erneuerbare Wärmeversorgung.

Jetzt noch zum dritten Indikator: Wie viel Sprit verbrennen Sie privat im eigenen Auto pro Jahr? Das können bei einer Fahrleistung von 20 000 Kilometer im 7 Liter Auto immerhin 1400 Liter sein, also ein riesen Öltank. Wie sie den erst mal halbieren können? Mir ist wurscht, ob Sie auf ein 3.5 Liter Auto umsteigen oder nur noch halb so viel fahren. Hauptsache sie tun es. Längerfristig natürlich brezeln sie 100% elektrisch: vorausgesetzt sie sorgen für die Überschüsse als erneuerbarer Stromproduzent mit einem schicken PV-Carport.

Sie sehen: Ist doch alles gar nicht so komplex. Sprit, Strom, Wärme. Und weniger Fleisch essen ist immer gut.

Stand: 27.09.2011 von

Kommentare (35)   abonnieren

  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 28.09.2011 um 12:14
    100% Erneuerbare ist ja schön, aber um das zu erreichen, brauchen wir schon auch einen geringeren Stromverbrauch. Der günstigste und umweltfreundlichste Strom ist der, der nicht verbraucht wird: Keine Windräder, keine Netze, kein Speicherproblem.
    Also bitte auch Strom sparen. 1000kWh / Person im Jahr ist auf jeden Fall machbar (viele schaffen deutlich weniger).
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 28.09.2011 um 14:39
    Ein zentraler Punkt, der leider allzu häufig unterschlagen wird. Bei aller Freude über's Erneuerbare sollte man sich darüber bewusst sein, dass alle Wege dorthin Eingriffe darstellen (z.B. durch den Energieverbrauch für die Herstellung oder die Eingriffe in die Natur), die man am besten vermeidet. Verantwortungsvoll ist da auch mit der Nutzung von Biomasse umzugehen.

    Deshalb sehe ich gerade das Thema Biogas, anders als der obige Text, zur Zeit sehr kritisch. Überzeugender als Biogas ist das, was greenpeace energy anstrebt (Windgas):
    http://www.greenpeace-energy.de/windgas/windgas-idee-mit-zukunft/windgas-statt-biogas.html

    Konsequenterweise fördert greenpeace energy zur Zeit keine Biomasse-Kraftwerke. Von dort wurde mir dieses 12-seitige kritische, aber auch sehr differenzierte und lesenswerte Positionspapier zugeschickt:
    http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/energie/Biomasse_Fluch_oder_Segen.pdf

    Noch was Kritisches zur Biomasse:
    http://www.antl-ev.de/?p=240
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 14:00
    Windgas kann aber auch nur eine Notlösung sein, da der Gesamtwirkungsgrad extrem schlecht ist. Energetisch sinnvoller wäre dann schon wieder eine elektrische (Nacht) Speicherheizung, die überschüssigen Strom zwischenspeichert, statt ihn in Wassrstoff umzuwandeln und dann wieder zu verbrennen oder ihn Strom zurückzuwandeln. Thermisch kann man ja auch eine Menge Energie speichern, wie es bei den solarthermischen Kraftwerken z.B. in Andalusien praktiziert wird.

    Insgesamt ist der Wärmebedarf aus meiner Sicht viel schwieriger regenerativ zu decken als der Strombedarf, weil der Wärmebedarf deutlich höher ist und noch stärker jahreszeitlich schwankt.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 14:07
    @ mogus: Klar, jeder Umwandlungsschritt zwackt etwas vom Wirkungsgrad ab. Die unter http://www.greenpeace-energy.de/windgas/windgas-idee-mit-zukunft/die-technik-strom-zu-gas.html und http://www.greenpeace-energy.de/windgas/windgas-idee-mit-zukunft/windgas-als-speicher.html genannten Wirkungsgrade erscheinen mir allerdings nicht "extrem schlecht" - jedes Kohlekraftwerk liegt z. B. deutlich darunter.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 23:48
    Der Wirkungsgrad ist in diesem Zusammenhang nicht so wesentlich, da Greenpeace den Wasserstoff ja nur zur Pufferung desjenigen Windstroms verwenden will, der ansonsten mangels ausreichender Stromleitungskapazitäten nicht zum Verbraucher gelangen könnte und ungenutzt bliebe.
    Wesentlich gravierender ist aber die technisch bedingte Einschränkung des maximalen Wasserstoffanteils im Gasnetz auf ca. 1,5 % (bezogen auf den Energieinhalt). Es kann also maximal nur ca. 1,5 % Erdgas durch den zugesetzten Wasserstoff eingespart werden, was ich nicht unbedingt als radikalen Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung bezeichen würde. Eine solche (homöopatische) CO2-Reduktion von 1,5 % mag dann wohl auch eher der eigenen Gewissensberuhigung dienen als einem effizienten Beitrag zur Klimawandelbekämpfung; dieser ist, wie von H.Unfried ganz richtig dargestellt, mit einem Wechsel von Erdgas auf Biogas durchaus zu bewerkstelligen.

    P.S.
    Z.Zt. besteht das von Greenpeace gelieferte "Windgas" aus reinem Erdgas (Lieferant: Wintershall(BASF)/Gazprom). Geplant ist, irgendwann bis zu 1,5 % dieses Erdgases durch Wasserstoff aus WKA zu ersetzen.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 01:05
    @ bastler: Deshalb ja auch der mögliche nachgeschaltete Schritt der Methanisierung - das gewonnene Methan ließe sich dann ganz einfach speichern (vorhandene Gasspeicher/-kavernen) und ins Gasnetz einspeisen.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 12:37
    Bin vollkommen deiner Meinung. Ich hab ständig Strom- und Gasverbrauch bei uns in der Mietwohnung im Visier. Wir sind zwei Personen in einer 75m² Wohnung, und haben seit November 2010 bis jetzt einen Stromverbrauch von ca 930kWh. Also bis zum November 2011 werden wir etwa 1100kWh an Strom verbraucht haben, für zwei Personen.
    Beim Gas kämpfen wir derzeit noch, werden wahrscheinlich 9500kWh für ein Jahr werden. Aber dennoch noch weit unter der Wärmekennzahl vom Energieausweis...Gebäude ist schlecht gedämmt, ein richtiges Altbauhaus.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 12:57
    1100 kWh Jahres-Stromverbrauch sind für zwei Personen schon extrem gut. Wir sind auch zu zweit und bewegen uns gegenwärtig von einem viel höheren Niveau herunter: Dez. 2008 bis Dez. 2009: 3200 kWh, Dez. 2009 bis Dez. 2010: 2800 kWh. Bei der nächsten Abrechnung werden wir wohl voraussichtlich nochmal 400-500 kWh weniger verbraucht haben. Allerdings arbeite ich von zu Hause aus, weswegen wir durch mein Büro etwas mehr verbrauchen.

    Nächster Schritt: Einbau einer energiesparenden Heizungspumpe, die nur noch ca. ein Viertel des Stroms benötigt, den die alte (Baujahr 2000) verbraucht.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 13:09
    Hallo morten
    das find ich super. Ich bin vor ein paar Monaten in ein eigene Wohnung gezogen und kann daher noch keine Jahresstatistik vorlegen. Davor lagen wir zu zweit in etwa so wie ihr jetzt.
    Mal sehen, ob ich Euch toppen kann :) Falls ihr eine alte Gasetagenheizung habt, ist Gas-Standby ein Thema. Das kleine blaue Flämmchen verbraucht auf die Dauer ganz schön, das hatte ich lange unterschätzt. Es lohnt sich absolut, das Gerät außerhalb der Heizperiode komplett abzuschalten.
    mela
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 13:54
    Zur Anmerkung: Warmwasser gibts bei uns durch die Gastherme und gekocht wird auch mit einem Gasherd, also dafür ist der Gasverbrauch eigentlich dann eh ok.
    Die Gastherme ist bei uns außerhalb der Heizperiode nur auf Warmwasser gestellt, Heizungsfunktion gibts dann erst wieder wenns draußen und drinnen schon friert :)
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 13:56
    Und noch ergänzend: Unsere 2009 installierte PV-Anlage produziert je nach Wetterverhältnissen 3.500 bis 4.000 kWh pro Jahr - also ein sattes Plus gegenüber dem Verbrauch.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 13:22
    zum Windgas:
    Der große Vorteil dieser Idee ist die bereits vorhandene Speicherinfrastruktur im großen Stil. Der Nachteil ist der niedrige Wirkungsgrad.
    Ein weiterer Nachteil ist die nötige Investition in die Elekrolyseure und den Methanisierungsprozess. Wenn immer nur Spitzenstrom verwendet wird, dürfte diese Infrastruktur nicht gerade gut ausgelastet sein, demensprechend teuer wird dann die kWh Gas (auch wenn der Strom kostenlos ist).

    Steffen, der Rückverstromungswirkungsgrad von ca 55% liegt höher als der eines Kohlekraftwerks. Insofern ist die Zahl nicht besonders pessimistisch angenommen. Wenn man dabei Kraft-Wärme-Kopplung anwendet, wird man natürlich noch etwas besser.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 18:33
    Ich gebe allerdings folgendes zu bedenken. Wenn man aus Strom erst Methan herstellt (Greenpeace: 64% Wirkungsgrad) und diesen nach der Speicherung wieder mit 55% Wirkungsgrad (beispielsweise in einem GuD-Kraftwerk) in Strom zurückverwandelt, dann hat man einen Gesamtwirkungsgrad von nur noch 35,2%.
    Wie richtig gesagt wurde ist der Gesamtwirkungsgrad für die Umweltbilanz zwar irrelevant, solange man Überkapazitäten-Strom nutzen kann. Allerdings werden bei geringen Wirkungsgraden und/oder Anlagen-Auslastungen die hieraus resultierenden Stromkosten des Endprodukts immer höher.
    Letzters lässt sich wiederum nur durch konsequentes Energiesparen kompensieren. CO2-Emmissionsvermeidung und Energiesparen gehören somit immer zwingend zusammen.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 19:04
    @ omeseth - 100 % Zustimmung - Emissionsvermeidung durch Erneuerbare und Energieeinsparung/-effizienz müssen Hand in Hand gehen.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 12:50
    Zum Angebot 100 % Biogas: Biogas ist auf lange Sicht (und auch bereits jetzt) nicht nachhaltig, wenn man sich die um sich greifende "Vermaisung" der Landschaft anschaut. So lange nicht der Schwerpunkt auf biogenen Reststoffen (z. B. Küchenabfälle) statt Energiepflanzen liegt, läuft hier etwas mächtig schief.

    Dann lieber zu Greenpeace Energy wechseln und das aus meiner Sicht sehr sinnvolle "Windgas"-Projekt unterstützen: http://www.greenpeace-energy.de/windgas.html (wir wechseln am 1. November von Naturstrom-Gas mit 20 % Biogasanteil zu Greenpeace Energy).

    (Nachtrag: Ich sehe gerade, dass Fredegar das Greenpeace-Angebot schon erwähnt hatte. Sorry!)
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 00:14
    Steffen Walter schrieb: "wir wechseln am 1. November von Naturstrom-Gas mit 20 % Biogasanteil zu Greenpeace Energy"

    Anders formuliert: Du wechselst von einem zu 80% fossilen Energieträger auf einen zu 100% fossilen Energieträger; ca. ¼ zusätzlicher Ausstoß von Treibhausgasen; Unterstützung zwielichtiger Megakonzerne wie BASF und Gazprom.
    In meinen Augen ein ziemlicher Rückschritt.

    (S.auch: http://www.utopia.de/magazin/oekosex-sprit-strom-waerme-der-100-prozent-erneuerbare-haushalt-kilowattstunden-co2?all#comment-341255 )
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 01:09
    Auf den ersten Blick vielleicht ja, auf den zweiten ganz entschieden nein. Sozusagen ein anfangs "notwendiges Übel", um die von Greenpeace Energy geplante Wasserstoffproduktion bzw. Methanisierung aus Windstrom zu fördern.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 13:52
    Da liegen wir beim Stromverbrauch ja schon ganz gut als Naturstromkunde und mit 150qm Photovoltaik auf dem Dach, also Nettostromproduzent. Bei der Wärme gibt es noch Potential, denn trotz etwa 8000kWh aus unsrerer Solarthermie verbrauchen wir noch 2000Kubikmeter Gas pro Jahr. Das Doppelhaus hat zwar schon einen Vollwärmeschutz, aber aufgrund des Alters (60 Jahre) kommt man leider nicht auf richtig gute Dämmwerte, ohne ein Vermögen auszugeben.Geplant ist entweder auf Holz umzusteigen oder eben mit Bio- oder Windgas zu heizen. Besser sieht es wieder bei der Mobilität aus, da fahren wir zu über 90% elektrisch (Elektro-Carsharing) und weitere Strecken mit der Bahn. Wir Haben aber noch unsren Yaris als "Kaltreserve" (schönes Schimpfwort). Die Elektroautos werden natürlich mit (echtem) Ökostrom geladen. Noch Fragen ;-)
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 14:02
    Ist bei uns beim Gas ähnlich: Warmwasser wird solarthermisch unterstützt (ca. 6 qm Kollektorfläche), von Mai bis September springt die Brennwerttherme zur Zwischenheizung des Warmwassers nur äußerst selten an (der normale Heizungsmodus ist in dieser Zeit sowieso ganz abgeschaltet). Trotzdem haben wir bei 125 qm Wohnfläche einen Jahres-Gasverbrauch von ca. 9.000-9.500 kWh (Kubikmeter weiß ich jetzt nicht, aber das wird auf der Abrechnung eh in kWh umgerechnet). Unsere Nachbarn, die zur selben Zeit gebaut haben (2000), verbrauchen fast das Dreifache an Erdgas (allerdings mit etwas mehr Wohnfläche - ca. 150 qm, Keller und wohl schlechterer Dämmung).
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 01.10.2011 um 16:12
    Habe noch was vergessen. Bei uns in der Gegend wird im Moment überall für Geothermie gebohrt. Den Betreibern ist es dabei scheinbar egal, ob die Wärme verstromt oder verheizt wird, solange sie das gleiche dabei verdienen. Es besteht also die Hoffnung, dass in den nächsten Jahren tatsächlich ein Fernwärmenetz entsteht. Daran würde ich mich dann natürlich auch anschliessen. Ist aus meiner Sicht noch besser, als Wind- oder Biogas, da es gleich um die Ecke gefördert wird, also lange Transportwege entfallen.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 14:26
    Sponsoren gesucht!
    Wer spendet mir 5000 Euro für ein Bürgerwindrad und hilft mir, meine Wohnung zu sanieren ?
    Es geht mir hier wie so manches Mal, wenn ich Artikel im Biobereich lese: Ich habe den Eindruck, die, die das schreiben, verdienen mehr als ich.
    Dabei will ich aber nicht den Eindruck erwecken, ich würde soo schlecht verdienen. Immerhin verdiene ich und kann mir schon auch des öfteren Bioartikel leisten. Aber es gibt doch auch viele Leute, die jeden Cent umdrehen müssen.
    Vielleicht sollte dieser Aspekt beim schreiben von Artikeln nicht ganz unberücksichtigt bleiben.
    Tut mir Leid, wenn ich meinen Unmut ausgerechnet hier äußere - er hatte sich wohl etwas aufgestaut. Inhaltlich ist der Artikel ja durchaus berechtigt. Und es ist wahr, auch ich könnte häufiger mit dem Fahrrad fahren (auch wenn es einfacher wäre, ein Drei-Liter-Auto zu kaufen. Krieg ich aber in meiner Familie nicht durch. Die meinen, zu viert brauchen wir was größeres).
    Ich bin jedenfalls immer froh, Ideen für ein nachhaltigeres Leben zu finden, die auch kostengünstig sind - oder vielleicht sogar kostenneutral. Und die ich dann auch noch meinen jugendlichen Kindern nahebringen kann. Gibt´s hierfür schon eine Rubrik oder wär das vielleicht eine Anregung für eine neue?
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 14:47
    Ich verstehe Dich schon, Andrea - nur sind z. B. die ersten kleine(re)n Schritte zum Energiesparen im Haushalt nahezu unabhängig von irgendwelchen größeren Investitionen. Ich weiß nicht, wie weit ihr da schon seid, aber die Abschaltung von Stand-by-Geräten durch schaltbare Steckdosen ist im "Durchschnittshaushalt" ein Riesenthema - und kann einige 100 kWh pro Jahr sparen.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 29.09.2011 um 15:19
    Hallo Andrea, das sind auch meine Gedanken. Für mich kommt hinzu, dass ich noch keine "Wurzeln geschlagen" habe, und auch nicht weiss wo mich mein Job hinbringen wird. Große Investitionen die ortsgebunden sind kommen für mich also nicht in Frage... Aber wie Steffen angemerkt hat, die schaltbaren Mehrfachsteckdosen sind sehr hilfreich - zum einen sparen sie Strom, zum anderen wird der Elektrosmog reduziert, v.a. in den Schlafzimmern wichtig, da es die Schlafqualität stark beeinträchtigen kann.
    Wir essen mittlerweile größtenteils Rohkost (nicht jedermanns/-fraus Sache, aber immer mal wieder Rohkostplatte mit Dipp statt Kartoffelgratin das eine Stunde im Ofen stand...). Ich versuche meine Familie zu natürlicher (teils selbstgemachter) Kosmetik und Körperflege zu bewegen (mein Vater ist sehr resistent) - da wird weniger Energie bei der Herstellung verbraucht und die Umwelt weniger belastet. Achja und die Plastiktüten-Thematik ;-)
    Ich denke jeder tut das was er kann - vom Aufwand und vom Kostenfaktor - (von heut auf morgen kann niemand 100% grün sein) und dafür gebührt jedem ein Lob! :-)
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 13:32
    @GreenBecca: Sehr löblich.

    Naturkosmetik (auch wenn sie z.B. mit BDIH oder NaTrue zertifiziert ist) kann leider Palmöl enthalten.

    Infos zur Palmölproblematik: http://weisse-liste-palmoel.de.to/

    Unter der dortigen Rubrik "Palmöl in Kosmetik" finden sich Inhaltsstoff-Bezeichnungen, hinter denen sich Palmöl verbirgt (mit einem Klick auch als kleinformatige Datei zu haben, die man ausschneiden und mit sich führen kann).
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 13:10
    Hallo Andrea,

    ich denke es versteht sich von selbst, dass der Investitionsaufruf nur für Leute gilt, die das Geld 5000 oder auch 250 € mittel- bis langfristig "übrig" haben. Ich denke vor allem bei kleineren Beträgen sind das eine ganze Menge Leute - man bekommt den Betrag ja immerhin auch über die Jahre wieder zurück.

    Auch für weniger gut betuchte Leute gibt ja auch vorgeschlagene Maßnahmen, die nichts oder wenig kosten. Das Thema Fahrrad hast du ja schon selbst gebracht. Auch die Lobbyarbeit beim Vermieter kostet nichts. Und der Wechsel zu echtem Ökostrom kann sogar günstiger sein als der alte Stromanbieter. Wenn du zum letzteren Punkt Info/Hilfe möchtest, kannst du mich gerne kontaktieren.

    viele Grüße!
    mela
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 11:52
    Bio- oder Windgas? Einsparung oder Eneuerbare? Herzlichen Dank für die tollen Anregungen. Ich freue mich, dass mein Artikel tatsächlich eine so konkrete Diskussion ausgelöst hat, was eigentlich sinnvolle und auch wichtige, grosse Schritte sein können in Richtung 100% Haushalt. Genau diese professionellen Debatten brauchen wir. Die Unterstützung von Windgas finde ich natürlich auch prima. Biogas ist im Moment vielleicht noch nicht die perfekte Lösung, Erdgas aber noch weniger. Für mich zählt hier auch die Geschäftsbeziehung, die ich eben nicht (auch nicht indirekt) mit Gasprom und anderen haben möchte.
    Zum Thema Sparen oder Erneuerbare: Natürlich will ich aber trotz Erneuerbarer durch Dämmung etc. den Verbrauch so klein wie möglich halten. Das ist kein Gegensatz, sondern ergänzt sich. Ich glaube, dass Energiesparen im Privathaushalt durch den Übergang zu 100% Erneuerbaren eher noch verstärkt wird. Wer ein paar Module auf dem Dach hat, oder einen Windanteil, der hat die Grössenordnungen ganz anders im Kopf. Meiner Erfahrung nach sind Eigenstromproduzenten auch die professionellsten Stromsparer. Zum Thema Geld: es stimmt, dass nicht jeder 5000 Euro hat, den er in einen Windpark investieren kann. Manchmal geht das auch mit kleineren Summen. Natürlich gibt es genügend andere sinnvolle Dinge, die wenig kosten und dennoch viel Einsparung bringen. Es gibt aber durchaus viele Leute, die ökologisch motiviert sind und ein bisschen Geld auf dem Sparbuch haben, denen aber nicht bewusst ist, welchen Unterschied eine Investition in Erneuerbare tatsächlich macht. Gerade für diese finde ich die Ansage "100% Haushalt" wichtig.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 12:42
    @ Martin - da steige ich doch gleich nochmal in die Diskussion ein: Genau, nicht jede/r hat 5000 Euro für Investitionen zur Verfügung, aber eine schöne Alternative der Beteiligung auch mit niedrigen Beträgen sind z. B. Bürgersolar-Initiativen und Energiegenossenschaften. Insbesondere letztere sind gerade deutschlandweit im Kommen. An solchen Initiativen für "dezentral erneuerbar" kann man sich meist schon ab 500 oder sogar 250 Euro beteiligen.

    Unser eigenes Beispiel: http://www.agenda21-falkensee.de/images/stories/PDF/b%FCrgersolaranlagen.pdf (von Beginn an mit Möglichkeit der Beteiligung ab 250 Euro - wir sind gerade an neuen Dächern "dran")

    Energiegenossenschaften: http://www.energiegenossenschaften-gruenden.de ->
    - deutschlandweite Datenbank unter http://www.energiegenossenschaften-gruenden.de/64.html
    - Weiterbildung Projektentwickler/in für Energiegenossenschaften: http://www.energiegenossenschaften-gruenden.de/weiterbildung.html

    Ein Beispiel, das ich wegen seines "Dreifach-Effekts" sehr unterstützenswert finde: http://www.fairpla.net/intro-neu-de.html

    (Nachtrag zum Thema Windgas: Beim Angebot von Greenpeace Energy besteht zwar anfangs das Problem des Bezugs von "konventionellem" Erdgas von den "üblichen Verdächtigen", aus strategischer Sicht ist der Anschub für das Prinzip "Power to Gas" aber immens wichtig.)
  • gelöscht am 30.09.2011 um 14:16 von MarionL
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 14:27
    meine Wohnung ist zu 100% umgestellt. Da ich von der Problematik bei Biogas weiß, habe ich mich (wie auch bei Strom) für das von Naturstrom entschieden. Die nehmen nicht von Massentierhaltern und sind auch sonst gut bewertet. Um auch Biogas einzusparen habe ich meinen Vermieter nach wärmedämmenden Fenstern gefragt. Er hat sie mir zugesagt und so kommt bald die Einfachverglasung meiner Altbauwohnung raus. Ich weiß dass Skeptiker denken, dass ich für ´Öko´ viel Geld ausgebe. Dabei gebe ich wegen weniger Konsum und Energiesparen, kein Lebensmittelkauf für die Mülltonne etc. weniger aus. Meine Stromkosten z.B. sind 14,-- Euro mtl.
    Meine Auto betanke ich noch 3 x jährlich - alles andere erledige ich mit Fahrrad, Bus und Bahn.
    Da ich das Ersparte nicht in den Windpark investiert habe (nicht risikofreudig oder nicht genug informiert), liegt es bei der Umweltbank auf dem Sparbuch (die investieren für mich in die Erneuerbaren und ich bekomme nicht sehr hohe aber sichere Zinsen).
    Vielleicht ist ja eine Anregung dabei - auch für die Sparfüchse!
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 15:10
    Ich finde die Botschaft, die der Artikel rüber bringt gut. Es macht wenig Sinn über Co2 Zertifikate und etc, zu diskutieren ohne dass man sich bewust wird das eine Änderung der gesellschaftlichen Zusammenhänge bei einem selbst anfängt. Die Frage heißt"was kann ich selbst tun" und nicht "was muß die Gesellschaft machen damit..." Natürlich darf man das "Große" nicht aus den Augen verlieren aber nur reden macht auch wenig Sinn.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 30.09.2011 um 18:37
    Betr : Wärmeverbrauch reduzieren
    An den Heizungskörpern jeweils das jetzige Ventil austauschen gegen ein Zeit und Temperatur gesteuertes Ventil . So kann jeder Raum individuell geheizt werden . Ersparnis bei Berufstätigen 30-50 % .Kosten für jedes Ventil ungefähr 15,00 Euro Austausch auch für Ungeschickte leicht .
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 10.10.2011 um 14:13
    Toller Tipp, so einfach kann der weg sein.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 10.10.2011 um 15:12
    Eine äußerst sinnvolle Maßnahme (die VENTILE allerdings lieber nicht abschrauben, das führt zu einer Überschwemmung, sondern nur die Thermostate auswechseln... :))
    Hier kann man übrigens kostenlos einen Test dieser Teile herunterladen: http://www.test.de/themen/umwelt-energie/test/Heizkoerperthermostate-Auf-Sparen-programmiert-1672635-1676363/
    Und hier finden sich weiterführende Informationen:
    http://www.utopia.de/gruppen/energie-60/diskussion/elektronische-heizkoerperthermostate-3987
    http://www.utopia.de/gruppen/wohnen-haushalt-112/diskussion/was-taugen-energiesparthermostate-318
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 13.10.2011 um 11:34
    Na dann kann ich doch wenigstens hier damit prahlen: Ich habe mir diesen Monat einen neuen PC (Minitower) gekauft, weil der halb soviel Strom braucht (Netzteil statt 450 W nur 200 W) - und auch nur halb so viel Platz.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 27.12.2011 um 09:49
Kommentar schreiben
(5000/5000)

Mehr zu Ökosex