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Absichtserklärung für ein klimagerechtes Bauen
Wenn kommenden Freitag das erste grüne "Vernunfts-Manifest" der Baugeschichte an Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee übergeben wird, ist das für Olaf Bahner vom Bund deutscher Architekten ein Schritt raus aus hohlen Pathosformeln: Ökologisches Bauen müsse stärker auf der Realisierungsebene stattfinden. "Die Schrift ist ein Appell an das Gewissen aller Architekten, Bauingenieure und Stadtplaner in Deutschland, dass ökologisches Bauen endlich zur Selbstverpflichtung werden muss," sagt Bahner gegenüber Utopia. Kurzum: Das Manifest ist dem Schutz des Klimas gewidmet.
Während etwa Bauhaus-Legende Walter Gropius noch die Rückkehr aller Architekten zum Handwerk forderte, hat das jüngste Manifest damit Löblicheres zu bieten. Dafür haben sich Verbände aus der Baubranche zusammengerauft, denn jetzt sind die guten Absichten des gesamten Berufstandes gefragt: "Um die ökologische Wende zu schaffen, müssen alle zusammen dieses Verständnis tragen. Auch dafür steht das Manifest," sagt Bahner.
Geschärftes Bewusstsein und Taten sind gefragt
Das Manifest kann deshalb vom 27.März an unter www.klima-manifest.de, von allen deutschen Architekten, Landschaftsarchitekten und Bauingenieuren gleichermaßen unterzeichnet werden. Damit gibt jeder sein "Ja" zu den Prinzipien und Perspektiven, die für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen der Erde notwendig sind. Gefordert wird etwa "ein neues Denken, eine neue Entschlossenheit und eine neue Verbundenheit über alle Grenzen hinaus. Wir brauchen Ideen, Utopien und Perspektiven, Entschiedenheit, Neugierde und Mut, um unser Leben so zu führen, dass die drohende Veränderung der Welt in Grenzen bleibt." Und es wird noch konkreter: So wird vom zukunftsfähigen Städtebau erwartet, dass "deren Materialeinsatz auf einem Kreislaufwirtschaftssystem beruht, das gebrauchte Stoffe sinnvoll weiterverwendet," oder dass "der öffentliche Nahverkehr Priorität gegenüber dem motorisierten Individualverkehr genießt." Und wer ressourcenschonend planen will, muss ohnehin "auf natürliche Kreisläufe statt auf energieintensive Technik setzen".
Laut Manifest soll Deutschland damit zum "Vorreiter klimagerechter Architektur und Ingenieurbaukunst" werden. Doch so löblich das klingt: Gerade in Deutschland gibt es Architekten und Ingenieure, die sich seit Jahrzehnten um eine ökologische Baukultur mühen. Wie etwa der Münchner Architekten Thomas Herzog, der als Pionier energiebewußten Bauens gilt.
Ökologischer Bau hat enormes Potenzial
Ökologische und energieeffiziente Planung ist ein großer Hebel - immerhin ist Bauen stets mit Energiefreisetzungen und CO2-Emissionen verbunden. Noch ein paar Zahlen: Ein Drittel der notwendigen Energie geht weltweit für das Heizen der eigenen vier Wände und des Arbeitsplatzes drauf. Dies ist die wohl größte Herausforderung für ökologisches Bauen, zumal hier das größte Energieeinsparungspotenzial liegt. Übrigens ist es immer noch ein Irrtum, dass dick gedämmte Altbauten als besonders energieeffizient gelten. Ein weiteres Drittel erzeugt der Straßenverkehr, wo ökologische Städteplanung umweltschädliche Emissionen deutlich reduzieren kann. Das restliche Drittel der Energie schluckt die Industrieproduktion, auch in diesem Fall kann die Branche für mehr Nachhaltigkeit sorgen.
Architekten und Ingenieure können durch ihre Planung und der Wahl der Baumaterialien, dem Klimawandel schon entscheidend gegensteuern. Obwohl sie in der Praxis oft nicht den Ton angeben, bleibt Olaf Bahner optimistisch: "Bauherren wissen natürlich auch um die steigende Nachfrage nachhaltigen Wohnens - und verbinden daher zunehmend ökologische Aspekte mit ökonomischen." Und er ergänzt, wonach es der Branche seiner Meinung eher mangelt: "Ökologie und Architektur müssen Spaß machen."
Kommentare (7)
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Sternenweg
schrieb am 05.03.2010 um 19:02 ¶Hans F.
schrieb am 25.03.2009 um 22:29 ¶Kommentar schreiben
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