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"Wenn Sie heute mit einem Porsche Cayenne durch Shanghai fahren, sind Sie cool. Wenn Sie das gleiche in Zürich machen, werden Sie bespuckt." Arne Timm macht sich keine Sorgen um das Ego von SUV-Fahrern, die von Umweltschützern angegriffen werden. Er beschreibt einen Zustand. "Die Nachfragemuster für Autos ändern sich gerade dramatisch. Fahrer wollen sparsame Autos, Umweltschützer wollen emissionsarme Autos, und die Industrie zuckt mit den Schultern." Aus diesem Zustand, erzählt Timm, entstand die Idee, die er mit seinem Partner Gordian Gasch entwickelt hat: die Idee vom "tiefenökologischen" Auto. Und weil das nicht wirklich griffig klingt, haben sich die beiden einen klangvolleren Namen ausgedacht: Nomo, abgeleitet vom spanischen "Autonomo" - unabhängig.
Der Nomo in Nahaufnahme. Einfach Bildstrecke starten.
"Wir sind Radikale", erklärt Arne Timm. Damit übertreibt er nicht, denn es ist nicht der bloße Ehrgeiz, der ihn und Gasch bei der Realisierung ihres Projekts verbindet. Der Nomo soll emissionsfrei fahren und obendrein CO2-negativ konstruiert sein, indem durch seine Herstellung Kohlendioxid aus der Atmosphäre entzogen wird. "Wir sind keine Weltretter, keine Ökos, keine Umweltfanatiker. Wir wollen einfach dieses Auto bauen, weil wir glauben, dass es geht. Das ist alles." Mit solchen markigen Ansagen kennt sich der Ex-Werber Timm bestens aus. Gemeinsam mit dem Konstrukteur und Fahrzeugbaumeister Gordian Gasch hat er bereits verschiedene batteriebetriebene Funsport- und Wassersport-Fahrzeuge konstruiert und erfolgreich vermarktet. "Für Touristen, die im Urlaub mit was Spaßigem herumfahren wollen", wie er sagt.
Wie sieht das maximal ökologische Auto aus?
Weniger der Spaß, mehr der Sport steht für Timm und Gasch bei der Entwicklung des Nomo im Vordergrund. "Wir haben uns nach unseren Erfahrungen mit den anderen Projekte
n als sportliche Herausforderung eine fiktive Aufgabe gestellt: Wie müsste das maximal ökologische Auto aussehen?" Ihre Antwort sieht in etwa so aus: ein extrem leichtes Auto für zwei, vielleicht vier Personen, eine flache Konstruktion mit sehr niedrigem Luft- und Rollwiderstand, daher auf nur drei Rädern - zwei vorn, eins hinten. Angetrieben von einem emissions- und verschleißfreien Heckmotor. Oder noch besser: gleich mehrere verschiedene Antriebsoptionen, die je nach Stand der Technik auswechselbar sind. Dynamisch, sicher, preiswert, anspruchsvoll. Und am besten kostenlos im Verbrauch.
Der Nomo sieht aus wie eine futuristische Mischung aus Kabinenroller und Unterseeboot. Als Karosseriematerial für das Monocoque-Mobil ist ein Naturfaserverbundstoff geplant, der zum Beispiel aus Hanf gewonnen werden könnte. Er verhält sich im Prinzip ähnlich wie das teurere Kohlefasermaterial, das in Formel-1-Wagen verbaut wird, ist aber billiger und sogar leichter als Glasfaser. Ein wichtiger Nebeneffekt ist hierbei die CO2-Bindung, die das pflanzliche Material mitbringt. "Mit jedem gebauten Chassis wird CO2 aus der Atmosphäre gezogen, das ist ein stark unterschätzter ökologischer Effekt", erklärt Timm. Die geplante Elektroversion des Nomo soll mit einem kompakten und leistungsstarken Radnabenmotor betrieben werden, die Bremsenergie wird wieder in das elektrische System zurückgespeist. Der 20 Kilowatt starke Nomo-Induktionsmotor arbeitet völlig verschleißfrei, lediglich die Radlager müssen eventuell nach einigen hunderttausend Kilometern gewechselt werden. Der Motor und die gesamte Elektronik kommen von einem Syst
emlieferanten, sein Wirkungsgrad soll bei über 90 liegen, herkömmliche Aggregate kommen gerade so eben auf 15 bis 20 Grad.
Auch für die übrigen Fahrzeugbereiche haben sich die Nomo-Macher leistungsstarke Partner ins Boot geholt. Xtreme Air aus Sachsen-Anhalt, ein Leichtbauspezialist, der sonst Kunstflugzeuge aus Kohlefaser baut, soll das Monocoque und das Chassis fertigen; die Expertise für den Faserverbundbau und Festigkeitsberechnungen kommt von Techno Consult in Berlin. Die Internationale Merkur Hochschule Karlsruhe wurde für Marktforschung und Zielgruppenanalyse herangezogen. Mit leicht auswechselbaren Akku-Packs, die von den Kunden zuhause mit etwa vier Quadratmeter großen Solarpanelen geladen werden sowie "Batterie-Rucksäcken" soll eine Reichweite von mindestens 120 Kilometern erreicht werden können. Ganz unabhängig - auch von Stromkonzernen.
"Alle warten im Moment auf den Wunderakku fürs Auto. Aber niemand weiß, wann und von wem er gebaut wird", erklärt Timm. "Panasonic als weltgrößter Batteriehersteller wäre ein Kandidat, aber der ist fest in Toyotas Hand." Wäre eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller möglich? "Verlassen würde ich mich darauf nicht. Das einzige, worauf man sich verlassen kann, ist Leichtbau."
Doch auch ohne technische Mitarbeit aus Japan sorgt das mutige Konzept für Begeisterung: Barack Obama, Arnold Schwarzenegger, der Tesla-Gründer Elon Musk und sogar der Dalai Lama folgen dem Nomo Twitterfeed. Ein Wagen mit Kultpotenzial, obwohl es ihn noch gar nicht gibt.


Kommentare (5)
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Gii, so heißt das Mobil jetzt bei Gasch. Sieht sehr interessant aus! Würde gern mehr darüber erfahren
http://www.gii-productions.com/ mehr weniger
Die alle Investoren nur ihr Geld kosten wird.
Und Herrn Timm ein schönes Leben auf Mallorca ermöglicht.
http://www.computerwoche.de/heftarchiv/2001/33/1070321/
http://www.easyripoff.com/
http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/12029/ mehr weniger
EINEN Nomo in jeden Beruftätigen in einer Familie, dann können schwerere Fahrzeuge zu Hause bleiben, wenn nichts großes transportiert werden muss.
Auch wenn der Nomo noch nicht kauf-fertig auf der Matte steht
---> die Richtung stimmt!
Lasst also alle Ja-aber-Reaktionen weg.;-) mehr weniger
sonst alles ganz nett --
aber mein Motto ist da schon eher Taten statt warten.
Warum soll man auf ein 1Liter Auto warten wenn es schon eines gibt?
Die entscheidenden der genannten Eckpunkte werden vom TWIKE erfüllt.
Noch will die Masse der Deutschen eben leider lieber in einem 1 bis 2 Tonner sitzen als in einem Fahrzeug das 200kg wiegt (rein aus Sicherheitsbedürfnis)
Es gibt Macher und Schwätzer und ich denke dass dieses Forum geeignet ist die erste Gruppe zu stärken. --- dann kriegt der Nomo vielleicht doch eine Chance mehr weniger