Geschäft erledigt, spülen, Hände waschen. In westlichen Gefilden müssen wir keine weiteren Gedanken an unsere Ausscheidungen verschwenden. Dass täglich unzählige Liter an sauberen Trinkwasser mit ihnen durch die Kanalisation geschickt werden, ist eine Tragödie. Noch schlimmer ist, dass 2,5 Milliarden Menschen überhaupt keinen Zugang zu ordentlichen Sanitär-Anlagen haben. Die Vereinten Nationen halten die daraus folgenden hygienischen Zustände verantwortlich für die Hälfte aller Krankheiten, die in der "dritten Welt" klinisch behandelt werden.
Eine wasserarme Solar-Toilette gewinnt den Wettbewerb der Gates Stiftung
Dem globalen Toiletten-Problem angenommen hat sich niemand Geringeres als Computer-Genie Bill Gates. Seit seinem Rückzug aus dem Konzern macht der Microsoft-Gründer bekanntlich vor allem mit wohltätigem Engagement Schlagzeilen, das an Großzügigkeit kaum zu überbieten ist. Im Namen seiner Stiftung hat er vor einiger Zeit einen Wettbewerb zur Neuerfindung der Toilette ausgeschrieben. Gesucht wurde eine Innovation, die an die Stelle der wasserverschwenderischen Klärung mit langen Transportwegen tritt – so wie wir sie kennen und wie sie in armen Ländern undenkbar scheint. Jetzt wurden die Gewinner ausgezeichnet. Zunächst klingt Toilette der Zukunft aus der Hand des California Institute of Technology auch vielversprechend: Sie funktioniert mit Solarenergie, produziert Düngemittel und Stickstoff, der wiederum zur Energiegewinnung verwendet werden kann, und auch das verwendete Spülwasser kann wiederbenutzt werden.
Hightech-Klos sind in den ärmsten Länder der Welt fehl am Platz
Dass für die Sieger-Toilette die Sonnenenergie dazu verwendet wird, einen elektrochemischen-Reaktor zu betreiben, der während seiner Spaltungsprozesse auch noch giftiges Chlorgas erzeugt, wird in den meisten Medienberichten allerdings nicht erwähnt. Unsere amerikanischen Kollegen von Treehugger schätzen die Technologie als zu teuer und so kompliziert ein, dass Ingenieure zum Bau eines Klos nötig wären. Mit anderen Worten: es handelt sich um eine Hightech-Toilette – und es ist nur schwer vorstellbar, wie eine solche in den ärmsten Ländern der Welt etabliert werden soll.
Bluescreen: Bill Gates hat es gut gemeint, aber das Thema verfehlt
Gewiefte Technologe, praktisch kaum anwendbar – das kennt man doch von Bill Gates. Spaß beiseite, das Engagement für die Sache kann man den Mircrosoft-Gründer nicht hoch genug anrechnen. Eine scheinbare Themaverfehlung als bisheriges Ergebnis gleicht aber einem Griff ins – Sie wissen schon worein. Übrigens gibt es auch hierzulande Menschen, die ihre Exkremente nicht mit kostbarem Wasser herunterspülen. Utopist Hannilein erklärt in seinem Blog, wie umweltfreundliche Komposttoilette funktionieren - auch für Ihr Zuhause.


Kommentare (25)
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Das erscheint mir die Lösung zu diesem Thema. Einfach. Preiswert. Intelligent.
Die USA als Staat haben ein massives Fianzproblem. Ihne ihre Art der Weltherrschaft, wäre sie samt dem starken Dollar schon eher Pleite als Griechenland. Und dann wolen sie uns ertzählen, wie wir Finanzkrisen zu meistern haben.
Unabhängug davon, das eben jene Finanzkrise für uns von denen ausgelöst wurde ( haufenweise Luftgeld und Billigkredite ohne jegliche echte Rücklagen ).
Ebenso merkwürdig finde ich, daß die großen Rankingagenturen alle immer nur ausländische Banken einstufen. Von deren Banken und deren Krisen hört man nichts.
Was sagt uns das ?
Wenn ich selber schlecht darstehe und nicht will das ich vor die Hunde gehe, muß ich nur dafür sorgen, daß alle anderen um mich herum noch schlechter darstehen. Dann bin ich der Top und der Rest ist halt Flop.
Noch interessanter wird es, wenn man Verknüpfungen in Bezug auf Kredite zwischen China als Gläubiger und den USA als Schuldner betrachtet. ( http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,778205,00.html )
Jaja die USA haben Schulden bei den Chinesen und das nicht zu knapp.
Die große G-Suchmaschine gibt da noch viel mehr her ( https://www.google.de/search?q=kredite+USA+China&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a ).
Natürlich sollte man das nicht nur kritisch hinterlesen sondern muß. Denn die Ziele von China sind auch zu offensichtlich. mehr weniger