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Muss die Wirtschaft ewig wachsen? (4) - Bruttosozialglück

Bhutan: Wie Glück messbar wird


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Diese neun Bereiche lassen sich nun einzeln betrachten oder in einem Gesamtindex zusammenfassen. Dann spiegelt sich das Bruttosozialglück in einer Zahl wider – und in Zeitreihen können Statistiker Veränderungen darstellen.  „Die Daten werden anhand von Umfragen unter den Bürgern ermittelt“, erklärt Tobias Pfaff, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er war selbst vor Ort und schreibt eine Dissertation zum Bruttosozialglück.

2010 werde eine zweite Umfrage durchgeführt, „so dass die bhutanische Regierung mit dem Vergleich der Daten Missstände erkennen und den Fortschritt des Landes im Sinne des Bruttosozialglücks beurteilen kann“, erklärt Pfaff. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass der Lebensstandard der Bevölkerung auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird: „Der Fortschritt auf diesem Gebiet führt allerdings auch zu Rückschritten in anderen Gebieten. Arbeitslosigkeit ist zum Beispiel ein Phänomen, das man im alten Bhutan nicht kannte.“ Pfaff ist optimistisch: „In diesem Dilemma der Entwicklung versucht die bhutanische Regierung mit dem Konzept des Bruttosozialglücks die Balance zu halten.“

Wie gefällt Ihnen der Weg Bhutans: Sollten wir in Deutschland auch das Bewertungssystem "Bruttosozialglück" einführen? Diskutieren Sie unsere Serie "Muss die Wirtschaft ewig wachsen?" in der Utopia-Community!

Die Artikel der Utopia-Serie "Muss die Wirtschaft ewig wachsen?":

Folge 1: "Wirtschaftswachstum ist ein Flachwurzler!"

Folge 2: "Wachstum durch Zerstörung?"

Folge 3: "Die Wohlfahrt neu (ver)messen"

Weiterer Artikel über den Happy Planet Index:

Der globale Glücks-Index


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Stand: 12.07.2010 von

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    schrieb am 17.07.2010 um 22:21
    Ein Vorteil der von mir genannten Kriterien des UNDP ist, dass er weniger als manch andere auf subjektive Aussagen zum Wohlbefinden angewiesen ist.

    Warum das gut ist? Es gibt z.B. viele Kulturen in denen es als sehr unhöflich gilt, anderen, gar Fremden gegenüber offen zu sagen, wenn man unglücklich ist. In einigen Kulturen ist das mehr, in anderen weniger, aber das gibt es sehr oft. Und daher sind solche Aussagen, die Leute in einem Intverview oder schriftlicher Befragung dazu machen, dann fast wertlos.

    Ein Schwachpunkt bei den Kriterien des UNDP mag aber sein, dass eine ökol. intakte Umwelt zu wenig ins Gewicht fällt. mehr weniger
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    schrieb am 17.07.2010 um 22:07
    Ich finde, für die heutige Zeit, die Kriterien des Human Development Report des United Nations Development Program - www.undp.org - gar nicht schlecht.

    Zu den aktuellen Rankings nach diesen Kriterien (nicht perfekt, aber wie gesagt, ich finde sie gut) geht es hier: http://hdr.undp.org/en/statistics/

    Bhutan ist dort auf # 132 von 182 . mehr weniger
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    schrieb am 17.07.2010 um 19:17
    Nicht nur, aber zum Beispiel im heutigen Kalifornien gab es einst, bis kurze Zeit nach Ankunft europäischer Siedler und Eroberer, einige sehr glücklich lebende Menschen in vergleichsweise sehr friedlichen "indianischen" Kulturen (zwischen denen es ja durchaus teils große Unterschiede gab).

    z.B. Hunger oder Krieg waren ihnen höchstens aus fernen Tagen der Vergangenheit bekannt. Es gab kaum Hierarchien, obwohl eine geschlechter-trennende Arbeitsteilung, bei der aber die Frauen nicht weniger glücklich waren, als die Männer - soweit europäische Zeugen berichten, die erste Kontakte mit ihnen hatten.

    Übrigens, sie kannten die Fertigkeit, sogar Körbe so fein und dicht zu flechten, dass sie wasserdicht waren mehr weniger
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    schrieb am 16.07.2010 um 08:46
    In den Glücksindikator fließen auch Fragen wie "Ich erkenne das Wirken von Karma in meinem Leben" ein. Deswegen ist er schwer auf andere Länder, die nicht buddhistisch sind, übertragbar. Ein weiterer Kritikpunkt: In Bhutan leben 20% Nepalesen, aber im Index wird nur die bhutanische Kultur berücksichtigt.

    Der "Nachhaltigkeitsverein" SOL hat erst kürzlich bei einem Vortrag über Indikatoren wie den Gross-National-Happyness-Index berichtet.

    http://www.utopia.de/blog/sedl/alternativen-zum-bip

    Ich sehe auch noch das Problem, dass Glück relativ ist: Wenn es uns besser geht, sind wir glücklich, und wenn es uns schlechter geht, werden wir unglücklich - unabhängig davon, wie gut es uns absolut gesehen geht; auch Superstars und reiche Ölscheichs sind unglücklich. Hätte uns die Natur so "programmiert", dass wir ständig glücklich sind, wäre das kontraproduktiv. Die Gefühle sollen unser Verhalten steuern; wenn sie immer gleich sind, können sie das nicht. mehr weniger
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    schrieb am 15.07.2010 um 12:29
    Wenn man die Medien, die Politik etc. verfolgt, ist jedes 2. Wort Wachstum, Export, Wettbewerb, BIP, Konsum, Börsenkurse etc. - damit wird auch "das Volk" in die Richtung gesteuert, immer mehr und immer mehr zu wollen, bzw. jegliches Nachdenken, Einschränken, Umdenken von vorneherein strikt abzulehnen. Die vielleicht 10 - 15 %, die informierter und nachdenklicher sind, erreichen seit Jahrzehnten nur klitzekleine Verbesserungen, die aber seit der Globalisierung und dem nunmehr absoluten Ausbeutungswahn (=Wachstum, BIP-Steigerung, mehr Renditen) gipfelt. Weltweit.
    Also, wir müssen daher in der 1. Welt dringend das BIP umstellen - oder wollen wir vielleicht täglich eine Massenkarambolage, ein Atomunglück, Ölunfälle, Chemievergiftungen, usw - ist alles schrecklich für Mensch, Tier und Umwelt - bringt aber Wachstum (in Geld, für wen auch immer).
    Packen wir's an - Leserbriefe, Anrufe, Proteste - mühsam, aber langsam sickernd ..... mehr weniger
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