Müll, den keiner sieht - Great Pacific Garbage Patch
Im Ozean
Müll im Meer
Die Ozeane haben eine prima Eigenschaft: Sie leben. Damit meinen wir nicht nur Fische und Algen, sondern auch jede Menge Kleinstlebewesen, die in der Lage sind, alle biologisch abbaubaren Substanzen zu zersetzen. Wellenbewegungen und UV-Licht tragen ebenfalls zur "Verdauung" von Bio-Abfall im Meer bei. Schwierigkeiten haben Ozeane mit Öltankerunfällen und allem, was man aus Erdöl herstellen kann. Die Schäden, die durch havarierte Öltanker entstehen, kann man sich ein paar mal im Jahr schön ausführlich in den Nachrichten anschauen. Das Erdölprodukt Kunststoff ist da etwas zurückhaltender und deshalb so tückisch.
Die größte Müllkippe der Welt schwimmt. Sie erstreckt sich über eine Fläche, die etwa zwei mal so groß ist wie die USA. Man kann sie von oben nicht gut erkennen, denn sie treibt etwas unterhalb der Wasseroberfläche - im nördlichen Pazifik zwischen Kalifornien und Japan. Der rechtsdrehenden Corioliskraft der Nordhalbkugel folgend, kreiseln etwa 100 Millionen Tonnen kunststofflichen Treibguts in dieser Region, wie der Meeresforscher Charles Moore für die Algalita Ozeanforschungs-Stiftung errechnete.Die Erkenntnis, dass die Ozeane zugemüllt sind, ist nicht neu. Bereits 1997 ergab eine Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, UNEP, dass jährlich mindestens 6,4 Millionen Tonnen Müll in die Meere eingebracht werden. Die Hälfte davon durch Schiffe und Bohrinseln sowie Schiffsunglücke.
Etwa 13.000 Plastikteile pro Quadratkilometer trieben bei Fertigstellung der Studie in den Ozeanen, mittlerweile sind es etwa 18.000. Alles,
was sich davon vor den Küsten Asiens und Nordamerikas befindet, wird von der nordpazifischen Strömung erfasst und gerät in den "North Pacific Gyre" - den großen nordpazifischen Strudel - und bleibt dort erst mal. Für mindestens 16 Jahre, wie die National Oceanic and Atmospheric Assiciation (NOAA) ermittelte.Da wir gerade bei langen Zeiträumen sind - laut UNEP werden im Jahr weltweit 125 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Manche der Plastik-Komponenten brauchen bis zu 450 Jahre für die Zersetzung. Im Meer treibende Plastikteile stellen für die Tierwelt des Ozeans eine Bedrohung dar, weil sie sich entweder darin verfangen oder die Kunststoffteile sogar mit Nahrung verwechseln.
Jetzt müssen Sie sich das Ganze aber nicht ausschließlich als Plastikmüll wie in der Tonne vorstellen, denn im Meer wirken wie gesagt gigantische Kräfte, die den Kunststoff mitunter in winzige Teilchen zerkleinern. Direkt unter der Wasseroberfläche des nordpazifischen Strudels besteht eine Dichte von etwa 300.000 Partikeln dieses Mikromülls pro Quadratkilometer, am Grund von etwa 100.000.
Selbst in dieser winzigen Größe hat Plastik noch die Eigenschaft, Giftstoffe schwammartig aufzusaugen. Das Insektizid DDT oder das nicht minder üble PCB - Giftstoffe, die durch die Flussläufe in das Meer gelangen - bleiben im schwimmenden Müllteppich hängen. Zwischen im Meer treibenden Plastikpartikeln wurde eine bis zu eine Million mal höhere Konzentration von DDT und PCB gemessen als in umgebenden Gewässern.
Was das Ganze mit Ihnen zu tun hat? Plankton fressende Fische nehmen sowohl die Kunststoffpartikel als auch die Giftstoffe als Nahrung auf, gehen Fischkuttern ins Netz und landen irgendwann auf Ihrem Teller. "Buckellachs à la Toxine" sozusagen.
Wie groß die unsichtbare Müllhalde im Orbit ist, lesen Sie hier
Hier geht's zum Artikel über die Müllhalde auf dem Mount Everest


Kommentare (8)
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Christoph P.
schrieb am 31.03.2008 um 21:00 ¶Wolfgang
schrieb am 28.03.2008 um 18:59 ¶Kommentar schreiben
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