Biofach 2012 – Lebensbaum
2In diesem Video stellen wir den Tee- Kaffee- und Gewürze-Hersteller... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Utopia: Fairtrade steht schon in Ihrem Benutzernamen. Was fasziniert Sie daran?
Lena Reiner: Als ich 16 Jahre alt war, habe ich begonnen, ehrenamtlich in einem Dritte-Welt-Laden zu arbeiten. Dort tauchte natürlich auch das Thema Fairer Handel auf. Es war eine Art Liebe auf den ersten Blick. Mit Fairtrade hatte ich meine Mission gefunden. Eine Idee, die mich faszinierte und die Lösung vieler existenzieller Probleme zu sein schien. Es begeistert mich vor allem die Idee, dass Fairer Handel keine komplett neue Wirtschaftsordnung braucht, sondern das bestehende System nutzt und modifiziert. Einen solchen Ansatz halte ich für realistisch.
Utopia: Provokant gefragt: Ist „fairtrade“ wichtiger als „bio“?
L.R.: Ganz spontan hätte ich da jetzt nicht nur ja, sondern „JA!“ geantwortet. Die offiziellen Fairtrade-Richtlinien beinhalten bereits ökologische Grundrichtlinien. Fairtrade-Produkte bekommen in manchen Ländern deswegen automatisch auch das dortige Biosiegel und damit ist Fairtrade in meinen Augen der ganzheitlichere Ansatz. Natürlich ist das Optimum „echtes“ Bio nach strengen Biorichtlinien und gleichzeitig Fairtrade. Wenn ich dann länger darüber nachdenke, muss ich jedoch zugeben, dass ich diese Frage nicht eindeutig beantworten kann. Ich würde daher sagen, es kommt auf den Fall an. Deutschen Biohonig würde ich beispielsweise importiertem Fairtradehonig vorziehen.
Utopia: Was regt Sie auf beim Stichwort „Konsum“?
L.R.: Wie wenig Menschen verstehen, wie viel Macht ihr Konsum für sie in sich birgt. Viel zu wenige Leute begreifen, dass sie als Konsument einen riesengroßen Einfluss auf die Wirtschaft haben und damit ihre Konsumtätigkeit national und sogar international Wirkung hat.
Wir können mit unserem Konsum die Durchsetzung von Menschenrechten fördern, aber auch verhindern.
Und damit birgt der Begriff „Konsum“ nicht nur eine Chance in sich, sondern auch eine riesengroße Verantwortung, die leider allzu viele nicht wahrhaben oder wahrnehmen möchten.
Utopia: Sie sind Utopisten und Besuchern der Utopia-Konferenz als sehr gute Fotografin bekannt. Was begeistert Sie an der Fotografie?
L.R.: Die Fotografie ist für mich zum einen Ventil meiner kreativen Ader. Zum anderen hat sie ihre ganz eigene Faszination, die vor allem darin liegt, dass auf dem Foto nachher nicht das zu sehen ist, was man objektiv festhalten könnte. Ein Foto zeigt neben den abgebildeten Äußerlichkeiten doch viel mehr...
Kommentare (29)
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danielasommer
schrieb am 11.03.2011 um 15:40 ¶Sommerwein
schrieb am 07.02.2011 um 14:34 ¶Kommentar schreiben
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