Die besten guten Fragen
2Utopia zeigt die besten guten Fragen aus dem Jahr 2011.mehr
besser: wissen - machen - kaufen
Der Utopist Michael Schmidt arbeitet als Kreativ-Direktor für die Non-Profit-Organisation "Mateno", die 2008 gegründet wurde und ist Mitherausgeber des Magazins "Froh!". Es ist ein Heft "für die schönen Tage des Lebens", mit Farben aus nachwachsenenden Rohstoffen sowie auf Papier aus vorbildlicher Forstwirtschagft gedruckt. Zuvor hat Schmidt einige Jahre als Art-Direktor in einer klassischen Werbeagentur gearbeitet. Er ist 34 Jahre alt (Foto r.) und lebt mit seiner Frau Dorle und seinem Sohn in Köln. Utopia stellt ihn und das Magazin "Froh!" vor.
Utopia: Sind Sie eine "Frohnatur"?
Michael Schmidt: Vom Typ her entspreche ich der klassische "Frohnatur" wohl eher nicht. Aber da ich die meiste Zeit meines Lebens nicht weiter als 20 Kilometer vom Rhein entfernt gelebt habe, kann ich mich wohl als Rheinländer bezeichnen und dem wird die "Frohnatur" grundsätzlich zugeschrieben. "Froh sein" interpretiere ich am liebsten als "zuversichtlich sein" - und zum "zuversichtlich sein" habe ich Gründe genug.
Sie sind Herausgeber des Magazins "Froh!", welches vier Mal im Jahr in einem ähnlichen Format wie "Brandeins" erscheint. Woher rührt der Name?
M. S.: Unsere Debüt-Ausgabe ist vergangenes Jahr zur Weihnachtszeit erschienen. Wir fanden es spannend, uns mit Weihnachten zu beschäftigen und das Frohe zu suchen, was sich die Menschen an Weihnachten wünschen. Dabei haben wir bald festgestellt, dass "Froh!" ein toller Titel für unser Magazin sein könnte. Denn wir sind auf der Suche nach Geschichten und Themen, die zum Reflektieren einladen und wir versuchen Werten auf die Spur zu kommen, die langfristig froh machen.
Es wird im Impressum umschrieben als "Gesellschaftsmagazin". "Bunte" oder "Gala" zählen auch zu dieser Gattung, doch das meint das Froh-Team sicher nicht. Was ist die Mission?
M. S.: Die FAZ am Sonntag hat auch einen Gesellschaftsteil... das sind wohl eher die Menschen, die "Froh!" lesen. In Magazinen wie "Bunte" oder "Gala" geht es meistens darum, wer man nicht ist, was man nicht hat, wie toll andere sind: schön geschminkt und nachbearbeitet. Nicht die Gesellschaft, wie sie ist, sondern wie sie sich vorstellt zu sein – oder gerne sein würde. Wir wünschen uns, das ganze Leben ehrlich und in seiner Fülle abzubilden. Und dass Menschen, die "Froh!" lesen, denken: So bin ich auch. Das kann ich auch! Und nicht: Das habe ich nicht. So werde ich nie sein.
Außerdem hat "Froh!"" einen christlichen Hintergrund. Das tragen wir zwar nicht vor uns her, es ist aber ein wichtiger Motor und eine Perspektive, die immer mitschwingt. Unsere Sicht der Menschen und der Gesellschaft ist von diesem Blickwinkel berührt. Wir sehen nicht die Defizite sondern die Potenziale. Im Unterschied zu anderen Gesellschaftsmagazinen verzichten wir bewusst auf Werbung und versuchen ein breites Spektrum des jeweiligen Themas abzudecken. Unsere Beiträge aus Kultur, Gesellschaft, Theologie und nachhaltigen Lebenskonzepten sollen einen weiten und vielschichtigen Blickwinkel einnehmen.
Wer macht mit? Und wie wird das finanziert?
M. S.: Wir sind ein recht kleines, aber interdisziplinäres Redaktionsteam. Neben mir ist der Schriftsteller Dirk Brall Herausgeber, unser Chefredakteur Sebastian Pranz ist Soziologe und unser Art-Direktor Klaus Neuburg ist Architekt, arbeitet aber derzeit als Art-Direktor in einer Design-Agentur. Diese Redaktion kam durch lose vorhandene Kontakte im vergangenen Winter zusammen, als wir das erste Magazin als "Begleiterscheinung" für einen Event-Monat zum Thema Weihnachten entwickelt haben. Ursprünglich hatten wir kein periodisches Magazin geplant, sondern in unserer Freizeit und meistens abends und nachts am Magazin gearbeitet. Nach der guten Resonanz haben wir uns entschieden, mit "Froh!" als werbefreiem Gesellschaftsmagazin weiterzumachen.
So ein Magazin konnten wir natürlich nicht alleine machen. Es lebt vom Engagement vieler Menschen. Über private und berufliche Netzwerke kamen mehr und mehr Beitragende hinzu, die Lust hatten, ihr Können ehrenamtlich einzubringen. Hinter uns steht die Non-Profit-Organisation "Mateno", die als gemeinnütziger Verein anerkannt ist und mit der wir mittels Spenden und Förderungen den finanziellen, strukturellen und konzptionellen Rahmen für das Projekt stellen. So ist es momentan möglich, einen Teil der Redaktion unabhängig von den Verkäufen zu finanzieren und die Druckkosten vorzufinanzieren. Der Verkauf des Magazins deckt in erster Linie die Kosten der Produktion und wird in Zukunft – wenn alles gut läuft – auch dem Redaktionsteam finanziell den Rücken freihalten.
Seit wann existiert es und was war die Initialzündung?
M. S.: Als Initialzündung kann ich wohl den Moment beschreiben, als am Anfang des Jahres unser Chefredakteur Sebastian Pranz nicht locker ließ und uns alle begeistert hat, "Froh!" weiter zu machen. Vor knapp drei Wochen ist dann unsere erste richtige Ausgabe erschienen und wir sind uns in der Redaktion einig, dass es sich gelohnt hat.
Kommentare (7)
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m_nsch
schrieb am 30.10.2009 um 01:45 ¶mschmidt
schrieb am 26.10.2009 um 14:32 ¶Kommentar schreiben
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